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Oberhavel Jungen Tüftlern geht ein Licht auf
Lokales Oberhavel Jungen Tüftlern geht ein Licht auf
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17:06 07.03.2017
Konrad Hartwig und Clemens Bäßler mit ihrem Betreuer Andreas Scheuermann und dem Gerät zur Spektralanalyse des Lichts (v. l.). Quelle: Helge Treichel
Hohen Neuendorf

Für die jungen Forscher vom Marie-Curie-Gymnasium geht es um die Umwelt, ihre Umwelt. Eine Gruppe hat „eine neue Perspektive für die Abfallentsorgung in deutschen Bildungseinrichtungen“ entwickelt. Die andere Gruppe befasst sich mit „künstlichen Lichtquellen und ihre physikalischen Eigenschaften“. Alle fünf Teilnehmer wurden am Monatsbeginn zu Regionalsiegern im diesjährigen Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“ gekürt – in den Fachgebieten Arbeitswelt sowie Physik. Alle fahren mit ihren Projekten Anfang April zum Landesfinale.

Kaum Restmüll an der Schule

Mit Müllentsorgung und Mülltrennung befassten sich Rebecca Schönknecht (17), Josephine Wernicke (16) und Henriette Bäßler (15). Im Zuge eines Pilotprojektes haben sie ein halbes Jahr lang den im Physikraum anfallenden Müll analysiert und Schlussfolgerungen abgeleitet. Danach fallen fast ausschließlich Verpackungen und Papier an, die jeweils kostenfrei entsorgt werden können. Auf Platz drei landen Bio-Abfälle wie Bananenschalen. In ihrer Rentabilitätsberechnung stellen sie den Aufwand und Nutzen einer einfachen Mülltrennung gegenüber, bei der nahezu kein Restmüll anfällt.

Kosten und Nutzen abgewogen

Die Anfangsinvestition belaufe sich auf rund 1370 Euro für die Dreifach-Mülleimer in 60 Räumen sowie farbige Folien zum Umrüsten der bisherigen Behälter. Weitere Ausgaben bestünden nur bei der regelmäßigen Entleerung der Biotonne. Pro Monat könnten demgegenüber insgesamt 395 Euro gespart werden – 45 Euro für das Leeren der Restmülltonne sowie rund 350 Euro, die dem Arbeitsaufwand des Hausmeisters für die Müllnachbearbeitung entsprechen. Der sei jeden Morgen etwa zwei Stunden damit beschäftigt, sagt Henriette Bäßler.

Rebecca Schönknecht, Josephine Wernicke und Henriette Bäßler (v. l.) mit ihrem kostengünstigen Dreifach-Mülleimer für Klassenräume. Quelle: Helge Treichel

Das Fazit der Schülerinnen aus der 10. und 11. Klassenstufe: „ Es ist sauberer geworden. Die Mülltrennung hat sich durchgesetzt, allerdings noch nicht der Gedanke der Abfallvermeidung.“ Es sei ein Gespräch mit Vertretern des Landkreises als Schulträger vereinbart worden, um die Mülltrennung an der gesamten Schule einzuführen. Darüber hinaus müsse noch mit den Reinigungskräften und Lehrern gesprochen werden.

Anstelle der Sonne Lampen untersucht

Konrad Hartwig (16) und Clemens Bäßler (16) wollten sich ursprünglich mit der Spektralanalyse des Sonnenlichts befassen. Da sich der Himmelskörper im Dezember aber rar machte, experimentierten sie mit 15 verschiedenen künstlichen Lichtquellen – und stießen auf spannende Zusammenhänge. Zusätzlich zum Spektrum untersuchten sie das Reflexionsverhalten sowie das Verhältnis von Leistung und Beleuchtungsstärke. „Es zeigte sich, dass nicht nur die subjektiv wahrgenommenen Farben, sondern auch andere Farbtöne auftraten und dass kein Zusammenhang zwischen Beleuchtungsstärke und der Leistung der Lichtquelle besteht“, sagt Konrad Hartwig. Dabei sei die Art der Lichtquelle und bei herkömmlichen Energiesparlampen auch der Alterungsprozess entscheidend. Und sie entdeckten, dass die Netzteile von LED-Lampen relativ heiß werden und somit die Effizienz beeinträchtigen. Das wiederum sei ein Feld für künftige Forschungen.

Der Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“

Unter dem Motto „Zukunft – ich gestalte sie!“ startete der Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“ bereits im Sommer 2016 in die aktuelle Runde, es ist die inzwischen 52.

Am Wettbewerb können Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre teilnehmen. Jüngere Schülerinnen und Schüler müssen im Anmeldejahr mindestens die 4. Klasse besuchen.

Das Forschungsthema wird frei gewählt. Wichtig ist aber, dass sich die Fragestellung einem der sieben Fachgebiete zuordnen lässt: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwis­sen­schaften, Mathematik/Infor­matik, Physik sowie Technik stehen zur Auswahl.

Seit Februar finden bundes­weit die Regionalwettbewerbe statt. Wer hier gewinnt, tritt auf Landesebene an. Dort qualifizieren sich die Besten für das Bundesfinale Ende Mai 2017. Auf allen drei Wettbewerbs­ebenen werden Geld- und Sachpreise im Ge­samtwert von mehr als einer Million Euro vergeben.

Von Helge Treichel

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