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Junges Gemüse für die Oranienburger Tafel

Vom Garten frisch auf den Tisch Junges Gemüse für die Oranienburger Tafel

Morgens um 9 im Fischerweg, Parzelle 2A: Elke Gutenschwager und Bärbel Sebold jäten, bewässern und ernten: Zucchini, Bohnen, Salat und Kohlrabi. Was sie seit April hegen und pflegen, kommt dienstags und freitags bei der Oranienburger Tafel frisch auf den Tisch. Ein Projekt der ABS Hennigsdorf in drei Oranienburger Kleingärten.

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Bärbel Seebold und Elke Gutenschwager (r.) bei der Ernte von Zucchini.

Quelle: Foto: Robert Roeske

Oranienburg. Morgens um 9 im Fischerweg, Parzelle 2A: Elke Gutenschwager kämpft gegen das Unkraut. Mit Erfolg. Der junge Salat hat plötzlich Platz und bekommt Regen aus dem Sprenger. „Die Ernte neigt sich allmählich dem Ende zu, aber was wir hier alles rausgeholt haben!“, sagt Michael Heyer begeistert. Er betreut das Projekt „Garten Vita“ der Arbeitsförderungsgesellschaft ABS Hennigsdorf GmbH in Oranienburg.

Aktuell bewirtschaften dabei drei Frauen und ein Mann drei Oranienburger Gärten: In der Gartenkolonie „Am Wiesengrund“, hier sind es rund 600 Quadratmeter, und zwei kommunale Gartenflächen im Veilchenweg 21 _ hier sind 1000 Quadratmeter zu beackern _ und 427 Quadratmeter im Fischerweg 2A. Die Gärten sind in der Regel von den Vorpächtern aus Altersgründen aufgegeben und von der Stadt an das ABS-Projekt vergeben worden. Start war 2010 für das Projekt „Garten Vita“. Immer von April bis Oktober beschäftigt es Ein-Euro-Jobber mit dem Grünen Daumen.

So wie Elke Gutenschwager, eigentlich von Beruf Wirtschaftsgehilfin, „aber ich finde einfach nichts“- Schon bei der Landesgartenschau vor sechs Jahren hat sie im Schlosspark gehegt und gepflegt. „Anfangs hatte ich keine Ahnung von Gartenarbeit“, räumt sie ein, „jetzt geht es“, bleibt sie bescheiden. Denn jetzt sät, pflegt, gießt und erntet sie, kennt sich aus mit allerlei Kräutern, Obst und Gemüse. Am Freitag arbeitete sie zusammen mit Bärbel Seebold. Immer dienstags und freitags geht die Ernte ganz frisch und auf direktem Weg an die „Oranienburger Tafel“ in der Strelitzer Straße 5 und 6, wird dort an die Bedürftigen ausgegeben. „Da ist nichts Welkes dabei, alles knackig-frisches Gemüse“, so Elke Gutenschwager.

Die Arbeit in den Gärten beginnt im Frühjahr mit dem Säen und Vereinzeln der Pflänzchen, Frühbeete werden angelegt, Gemüse vorgezogen. Später gilt es zu jäten, zu bewässern und zu mulchen, um dann die Ernte einzufahren und Ende Oktober die Beete für die neue Saison vorzubereiten, noch Lupine als Dünger auszubringen. Dabei profitieren sie vom Pächter des Waldhaus-Biergartens, An­dreas Gubernus, „der uns viele Sämereien zur Verfügung stellt“, freut sich Michael Heyer.

All die Arbeit lohnt sich: 400 Salatköpfe seien zum Beispiel in diesem Jahr nur vom Grundstück Fischerweg an die Tafel geliefert worden, „allein am 10. Juli 180 Stück“, entnimmt Michael Heyer seinem Buch, in dem er alles aufschreibt. Zudem hätten sie kistenweise Radieschen, Zucchini, Kohlrabi, Erbsen und Eisrettiche geliefert, ebenso Möhren, Gurken, Zwiebeln und Mangold. Allein im Veilchenweg seien 20 Schubkarren voller grüner und gelber Bohnen geerntet worden. „Das macht einen Riesenspaß“, sagt Elke Gutenschwager, entschädigt für so manchen Tag mit schmerzendem Rücken. Und da es sich um alte Obstgärten handelt, kommen in den nächsten acht Wochen auch noch jede Menge Äpfel, Weintrauben und Pflaumen in die Essenskisten für die Bedürftigen an der Tafel. „Und wenn die Nachbarn aus ihren Gärten zu viel haben, geben sie uns das alles auch immer noch mit.“

Im kommenden Jahr will die ABS das Oranienburger Projekt um ein weiteres Stück Gartenland erweitern: im Grünen Klassenzimmer im Schlosspark. Auch von dort soll dann Biogemüse an die Tafel geliefert werden, so Michael Heyer.

Von Heike Bergt

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