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Oberhavel Junges Leben im alten Haus: Jugendhilfe kommt
Lokales Oberhavel Junges Leben im alten Haus: Jugendhilfe kommt
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22:42 29.06.2017
Ricarda Fritsch-Behm, Volker Hein und Monja Huth (von links) vor dem Haus, das derzeit hergerichtet wird.
Bredereiche


Statt altersgerechte Wohnungen Jugendhilfe-Angebote

„Die Chemie zwischen uns stimmte von Anfang an“, sagt Volker Hein, der aus der Baubranche kommt. Er erwarb die Immobilie im Jahre 2012, ließ sie lange liegen, dachte daran, altersgerechte Wohnungen daraus zu machen. Bis ihm Ricarda Fritsch-Behm über den Weg lief. Die 47-Jährige war dabei, eine Jugendhilfeeinrichtung aus dem Boden zu stampfen. Es zeichnete sich schnell ab, wo das sein würde: in Bredereiche. In dem Gebäude, in dem vor gut 100 Jahren Arbeiter aus der Papierfabrik wohnten.

Der Verein Arbitria („Freie Wahl lassen“) wurde am 20. Juni 2016 gegründet. „Da steckt viel Herzblut und Geld drin“, sagt Ricarda Fritsch-Behm, die gelernte DDR-Erzieherin ist, immer im sozialen Metier tätig war und dort bleiben will. „Ich kann gar nichts anderes“, sagt sie. Für den Verein sind bereits sieben Mitarbeiter in der ambulanten Hilfe tätig. In Bredereiche wird es eine stationäre Betreuung für acht Kinder und Jugendliche (ab vier Jahre) geben. Sie werden 365 Tage im Jahr bereut und besuchen Kitas und Schulen in der Region. In der Regel sind es Kinder und Jugendliche, die sich nicht richtig wahrgenommen fühlen, deren Eltern mit der Erziehung überfordert sind. Die sieben Mitarbeiter (fünf pädagogische Fachkräfte), die künftig in dem Haus tätig sein werden, wollen die Rolle eines Therapeuten, Beraters und Begleiters erfüllen. „Das geht nur in Zusammenarbeit mit den Eltern. Ziel soll es sein, jeden in die Familie zurückzubringen“, so Geschäftsführerin Ricarda Fritsch-Behm. Mit Monja Huth steht ihr eine erfahrene Betriebswirtin zur Seite.

Einheimische unterstützen das Projekt

Wohnzimmer, Badezimmer, Multifunktionsräume, Gästebad, Betreuerzimmer, vier Kinderzimmer, Top-Internet-Qualität, neue Küche – Volker Hein hat als Investor nicht auf den Euro geschaut, engagierte durchweg Firmen aus der Region macht ein Schmuckkästchen aus dem Haus. „Ich bin von dem Konzept überzeugt“, sagt er. Was er scharf anprangert, ist die fehlende Unterstützung bei solchen Projekten, unter anderem von Banken. „Das Projekt funktioniert nur, weil alle jede Menge Herzblut stecken.“ Und weil es Menschen und Firmen aus der Region gibt, die sich mit einbringen. So die Firma Börger, die das Haus mit Lampen ausstattet, die Apotheke Am Markt in Fürstenberg, Autobike Matthias Schütt und die Berliner Sparkasse. Am 1. September soll das „Schätzchen“, wie das Haus liebevoll genannt wird, in Betrieb gehen.

Von Stefan Blumberg

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