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KZ-Überlebender Joseph Snep gestorben

Oranienburg KZ-Überlebender Joseph Snep gestorben

Im Alter von 94 Jahren ist in Amsterdam Joseph Snep gestorben, der Oranienburg in besonderer Weise verbunden war. Er überlebte das Konzentrationslager Sachsenhausen, nahm als Vizepräsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees regelmäßig an Gedenkveranstaltungen in Sachsenhausen teil.

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Joop Snep (1921-2016) mit Jugendlichen im Jahr 2010 in der Gedenkstätte Sachsenhausen.

Quelle: Daniela Incocronato

Oranienburg. Die Gedenkstätte Sachsenhausen trauert um den niederländischen KZ-Überlebenden Peter Joseph Snep, der am vergangenen Freitag in Amsterdam im Alter von 94 Jahren verstorben ist. Snep war langjähriger Vizepräsident und zuletzt Ehrenvizepräsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees (ISK). Bis kurz vor seinem Tod hat er unermüdlich als Zeitzeuge über seine Haft im KZ Sachsenhausen berichtet. 2015 wirkte er als Zeitzeuge in einer RBB-Dokumentation über die „Schuhprüfstrecke“ im KZ Sachenhausen mit. Über viele Jahre hinweg hat er auch die alljährlichen Gedenkveranstaltungen der niederländischen Botschaft in der Gedenkstätte Sachsenhausen zum niederländischen Gedenktag für die Opfer des 2. Weltkriegs am 4. Mai aktiv mitgestaltet.

Stiftungsdirektor Günter Morsch würdigte Joop Snep als eindrucksvollen Zeitzeugen, der durch seine Erzählungen die „Schuhprüfstrecke“ des KZ Sachsenhausen bekannt gemacht habe: „Er strahlte eine durch seinen christlichen Glauben geprägte Mitmenschlichkeit aus, der man sich nicht entziehen konnte und die uns ebenso fehlen wird wie sein rheinischer Humor. Unser Mitgefühl gehört seinen Töchtern und allen Angehörigen“, erklärte Morsch.

Snep wurde 1921 in Bonn als Sohn eines niederländischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. 1930 verzog die Familie nach Amsterdam, wo der Vater als Reiseleiter bei einem Busunternehmen tätig war. Er nutzte Busreisen nach Deutschland, um Juden in die Niederlande zu schmuggeln. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande organisierte er eine Fluchtroute in die Schweiz. Joop, der eine Ausbildung als Tischler absolviert hatte, unterstütze ihn dabei. Nach einer Denunziation wurden beide von der Gestapo verhaftet und nach mehreren Haftstationen am 28. Oktober 1942 in das KZ Sachsenhausen eingeliefert.

Hier wurde Joop Snep zunächst dem „Schuhläuferkommando“ zugeteilt, einem Strafkommando, bei dem Häftlinge bei täglichen 40-Kilometer-Märschen um den Appellplatz herum Lederersatzstoffe für die deutsche Schuhindustrie testen mussten. Danach kam er in das Außenlager Berlin-Lichterfelde. Am 7. Mai 1943 wurde Joop Snep aus dem KZ Sachsenhausen mit der Auflage entlassen, sich in Amsterdam beim Arbeitsamt zu melden. Er kam dieser Aufforderung nicht nach, sondern tauchte in seiner Heimatstadt unter. Nach dem Krieg war er in der väterlichen Tischlerei tätig.

Für seine Lebensleistung und sein Engagement als Zeitzeuge erhielt Joop Snep 2013 das Bundesverdienstkreuz. Bei seinem letzten Besuch in der Gedenkstätte Sachsenhausen anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung 2015 wählten ihn die Mitglieder des ISK-Präsidiums zum Ehrenvizepräsidenten.

Von MAZonline

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