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Kampf gegen Mülldeponie geht weiter

Neuendorf Kampf gegen Mülldeponie geht weiter

Die Neuendorfer lassen nicht locker. Sie tragen jedes Argument zusammen, welches gegen die geplante Mülldeponie spricht. Der Kreistagsabgeordnete Benjamin Grimm ermutigt die Einwohner nur dazu: „Es sollten so viele Hürden wie möglich aufgebaut werden. Das bringt die Firma zum Überlegen.“

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Alfred Förster vom BUND ergriff am Dienstag auch das Wort.

Quelle: Stefan Blumberg

Neuendorf. Die Macher der Bürgerinitiative „Neuendorfer Wald“ sammeln weiter Argumente, die gegen den Bau der geplanten Mülldeponie auf dem Territorium des Ortsteils sprechen. Am Dienstagabend trugen sie vor etwa 100 Gästen in geballter Form all das vor, was sie bisher unternommen haben, an welchen Fronten gekämpft wird, um das Vorhaben der Firma Baustoffe Flechtingen zu verhindern. Die will aus der von ihr betriebenen Kiesgrube, aus der allerdings seit zehn Jahren kein Rohstoff mehr gefördert wird, eine Mülldeponie bauen. Peter Hofmann von der BI unterrichtete die Zuhörer vom Schreiben an die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Betrug, weil seit zehn Jahre die Aufforstung noch nicht erfolgt sei. Die Landtagsabgeordneten Frank Bommert (CDU) und Peter Vida (BVB/Freie Wähler) stellten im Landtag „kleine Anfragen, der Kreistagsabgeordnete Benjamin Grimm (SPD) wollte den Standpunkt des Landrates wissen – mit nicht befriedigender Antwort. Die Protagonisten der Initiative packten auf den Tisch, was aus ihrer Sicht nicht rechtens ist oder bedenklich ist.

800 000 Tonnen Müllgewicht drücken auf Seen-Zuflüsse

Frank-Michael Hintze, Leiter der Oberförsterei Neuendorf, sieht einen Verstoß gegen die Betriebserlaubnis („Seit 2009 keine Aufforstung erfolgt.“), befürchtet Spekulationen mit Rohstoffflächen sieht den Rüthnicker Sander gefährdet. Björn Bethe mokiert sich über den zu geringen Abstand der Deponie zur Wohnbebauung (statt 300 Meter nur 40 Meter), befürchtet, dass das Gewicht des Müllberges (800 000 Tonnen) den Wasserzulauf für die Kleine und Große Plötze abdrückt und glaubt durch die Einflüsse der Deponie nicht an das Fortbestehen des stark gefährdeten Bitterlings. Der Südtiroler David Geier kaufte ein Stück Land in Neuendorf und betreibt sie landwirtschaftlich. Ihm schwant, dass durch den Ausbau der Straße nach Neuendorf von 5,5 auf acht Meter sowie durch den täglichen Transport des Mülls von 25-Tonnern Bäume gefällt werden und Erschütterungen von Häusern drohen. Von der 70 Meter hohen Deponie – sie „guckt 30 Meter über die Baumwipfel hervor – würden Staubpartikel permanent in den Ort ziehen. „Neuendorf ist nicht der richtige Standort für eine Mülldeponie“, sagte er. Mit Uwe Feiler (CDU), Gerrit Große, Ralf Wunderlich (beide Linke), Thomas Günther, Benjamin Grimm (beide SPD) waren Vertreter von mehreren Parteien vor Ort und sprachen sich vehement gegen die Deponie aus. Zum ersten Mal erschien mit Torsten Schroschk der Abteilungsleiter Rohstoffe des Bergbauamtes Cottbus in Neuendorf.

Jetzt kommen Flora und Fauna ins Spiel

Noch habe die Firma Flechtingen, so Peter Hofmann, keinen Antrag auf ein Planfeststellungsverfahren gestellt. Erst mit dem würde das ganze Prozedere in Gang gesetzt werden. Die Bürgerinitiative „Neuendorfer Wald“ wird sich jetzt mit der Flora und Fauna des Gebietes befassen und untersuchen lassen, welche Folgen der Bau einer Deponie darauf hätte.

Von Stefan Blumberg

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