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Oberhavel Kandidaten-Check: Arthur Förster
Lokales Oberhavel Kandidaten-Check: Arthur Förster
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18:20 20.10.2016
Arthur Förster (UWG/LGU) aus Hohenbruch schaffte es bei der Bürgermeisterwahl 2008 in die Stichwahl. Quelle: Robert Tiesler
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Kremmen

Selbstbewusst ist er, der Arthur Förster. Er wolle frischen Wind ins Rathaus bringen, sagte er neulich bei einer Podiumsdiskussion in Kremmen. Dabei ist er gerade mal sieben Monate jünger als der jetzige Amtsinhaber. Dennoch will der 64-jährige Hohenbrucher Bürgermeister von Kremmen werden. Er tritt zur Wahl am 6. November an. Und er hat Chancen: Bei der Wahl 2008 schaffte er es in die Stichwahl.

Arthur Förster, verheiratet, zwei Kinder, zwei Enkel, sitzt im Kremmener Stadtparlament in der Fraktion UWG/LGU. Das bedeutet: Unabhängige Wählergemeinschaft / Landwirtschaft, Gartenbau, Umwelt. Gemeindevertreter ist er seit 1974. „Da habe ich viel gelernt, und es macht mir großen Spaß“, sagt er. „Als Bürgermeister kann ich aber noch viel mehr bewegen.“ Und da hat er so einiges vor.

Ein Macher: Arthur Förster. Quelle: Robert Tiesler

Ein ganz großes Stichwort: Bürgernähe. Wenn er Rathauschef werden sollte, will er Bürgersprechstunden einführen – in jedem Ortsteil. „Da muss man behutsam anfangen, denn das ist ja viel Arbeit.“ Einmal im Monat will er überall präsent sein. Er will nach Vorbild des Seniorenbeirates weitere Bürgergremien – für Kinder, Kultur und Umwelt. Seine Fraktion hat das Thema in Kremmen schon in Gang gesetzt. Ein weiteres Augenmerk richtet er auf die Straßen und Wege in Kremmen. Vor allem: die schon vorhandenen Wege erhalten. „Zum Beispiel die Straße von Hohenbruch nach Sommerswalde, die wurde immer wieder hinausgeschoben.“ Bislang hieß es immer, dass der Verkehr dort zu gering sei, aber Arthur Förster widerspricht vehement: „Da fahrt keiner lang? Das ist immer schnell gesagt, viele Touristen sind da unterwegs und auch Radfahrer. Außerdem ist das die Verbindung zur Nachbargemeinde Oberkrämer.“

Auch eine neue Feuerwache für Kremmen sei notwendig. „Wo, das müssen wir dann schauen“, sagt er. Der Radwegbau zwischen Hohenbruch und Sommerfeld und zwischen Beetz und Ludwigsaue stehen auf seiner Agenda. Darüber hinaus die Neugestaltung des Sommerfelder Bahnhofsvorplatzes und des Kremmener Stadtparks. Und die Groß-Ziethener Dorfstraße? „Ich weiß auch nicht, warum die da nicht zu Potte kommen“, sagt Arthur Förster.

Die Schaffung von Bauland ist dem Hohenbrucher ebenfalls wichtig. „Bauen in zweiter Reihe, viele Grundstücke würden das hergeben.“ Er selbst lebt es vor, auf seinem Grundstück wurde hinten der Stall ausgebaut. „Da gibt es Potenzial.“ Der Bedarf sei vorhanden, am meisten in Kremmen selbst. Das würde auch die Wirtschaft beflügeln. Arthur Förster möchte weitere Gewerbegebiete – zum Beispiel an der Berliner Chaussee am Kremmener Ortsausgang.

Eines seiner Wahlplakate in Kremmen. Quelle: Robert Tiesler

Etablieren möchte er in Kremmen auch den sanften Tourismus. Mit einer Brücke am Kanal Richtung Kremmener See oder einer Kanuausleihstation am Kanal. Kooperationen mit dem Storchen- und Kranichdorf Linum hält er auch für sinnvoll. Windkraft im Wald lehnt er dagegen ab.

Den Job im Rathaus traut er sich zu. „Ich habe einen pädagogischen Abschluss als Lehrmeister“, sagt er. Bei der KFL, einem Landtechnikbetrieb in Oranienburg, hatte er einst 30 Leute unter sich. Seine Schlosserei, die er seit zehn Jahren betreibt, würde er für den Fall der Fälle an den Sohn weitergeben.

Eine Amtszeit möchte er im Rathaus sitzen. „Dann sollte man wirklich mal loslassen“, sagt er, „und die Jugend ranlassen.“

Loslassen – das kann er jetzt schon, wenn auch eher selten. Kommunalpolitik, seine Firma, viel Zeit bleibt da nicht, und sein Körper hatte ihm zwischendurch auch schon deutliche Grenzen aufgezeigt. Aber ihm geht es wieder blendend, sagt er. „Wir haben einen Hund, und die Zeit nehmen wir uns dann für Spaziergänge.“ Am liebsten in den Wald.

*

Zur Person: Arthur Förster, geboren am 29. November 1951 in Groß-Ziethen. Seit 1958 lebt er in Hohenbruch. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkel.

Beruf: Er ist gelernter Schiffsbetriebsschlosser. Inzwischen betreibt er in Orion eine Schlosserei.

Politik: Seit 1974 ist er Gemeindevertreter, zunächst in Hohenbruch, jetzt in Kremmen. Er sitzt in zwei Ausschüssen, ist Ortsvorsteher in Hohenbruch.

Hauptziele: Bürgernähe und gelebte Demokratie, Aufbau und Erhalt der Infrastruktur, Schaffung von Bauland, Ausbau des sanften Tourismus.

Die Wahl: Am 6. November wählen die Kremmener. Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl.

Die Serie: Die MAZ stellt die Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor. Schon erschienen: Sebastian Busse (CDU). Es folgen Eckhard Koop (partelos) und Klaus-Jürgen Sasse (SPD).

Von Robert Tiesler

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