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Kaputtes Schuldach kostet halbe Million Euro

Hennigsdorf Kaputtes Schuldach kostet halbe Million Euro

Das Flachdach der Schule an den Havelauen muss komplett ausgetauscht werden, weil es undicht ist und Regen eindringt. Für rund 520 000 Euro muss es nun saniert werden. Der CDU-Stadtverordnete Hans-Jürgen Kafka erhebt nun Vorwürfe gegen Stadt und Landkreis. Doch der Schaden sei bekannt gewesen, heißt es aus der Kreisverwaltung.

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Der Bildungsausschuss besichtigte die Schule Anfang 2017.

Quelle: FotoS: Archiv

Hennigsdorf. Wenn Hans-Jürgen Kafka über die nötige Dachsanierung der Schule an den Havelauen spricht, dann schwillt ihm die Halsschlagader. „Entweder wurden wir vom Kreis betrogen oder die Stadt hat sich das Gebäude nicht gründlich angesehen“, so der CDU-Mann. Was war passiert? Die Stadt hatte das Gebäude Anfang 2016 vom Kreis übernommen, um dort seine vierte Grundschule einzurichten. Im Gegenzug bekam die Kreisverwaltung das Grundstück gegenüber der Bibliothek, um dort die neue Förderschule zu bauen. Doch nun stellt sich heraus, dass das Flachdach der ehemaligen Kreis-Immobilie saniert werden muss.

Nach jedem Regen läuft Wasser ins Haus, speziell in den Flur des vierten Obergeschosses. Nach Jahren gibt es Schäden an Akustikdecken, Fußböden, Wänden und Elektroinstallationen. Darüber hinaus gibt es laut Verwaltung eine Unfallgefahr durch den nassen Boden. Sanierungen gab es seit 1983 mehrmals, allerdings wurden alte Dichtungs- und Dämmungsschichten nie ausgetauscht. Sie sind heute komplett nass. Und so muss auch der Altdachaufbau abgerissen und entsorgt werden.

Am Anfang der Sommerferien sollen die Arbeiten beginnen, zum Beginn der Herbstferien soll der neue Flachdachaufbau fertig sein. Rund 530 000 Euro plant die Stadtverwaltung dafür ein. Im Sozialausschuss am Dienstag wurde das Projekt mehrheitlich empfohlen, auch wenn es die Vorwürfe gegen den Landkreis gibt, an denen sich neben Hans-Jürgen Kafka auch Lutz-Peter Schönrock (Die Unabhängigen) beteiligte. „Es muss jetzt nun mal gemacht werden, da gibt es keine Alternative“, erklärte indes Jan Gieseler (Linke). Er schlug, wie auch CDU-Mann Hans-Jürgen Kafka, vor, dann wenigstens gleich eine Solaranlage auf dem neuen Dach zu installieren, um Stromkosten einzusparen.

Zu den Vorwürfen antwortet Kreis-Sprecherin Constanze Gatzke, dass die schadhafte Dachkonstruktion allen Beteiligten bekannt gewesen sei. „Die Dachkonstruktion des Schulgebäudes ist im Zuge der Umbau- und Sanierungsarbeiten ab 2003 nur repariert worden.“ Im Zuge der Übernahme wurden vom Kreis noch nötige Reparaturen protokolliert und ausgeführt, so Gatzke. Nach der Übernahme habe dann die Stadt beim Landkreis nochmals wegen der Sanierung des Daches angefragt. „Das wurde unsererseits mit Hinweis auf die vertraglichen Regelungen zurückgewiesen“, sagt Gatzke.

Einigkeit herrschte im Sozialausschuss am Dienstagabend indes über die zweite Schulsanierung: Das Kellergeschoss der Biber-Grundschule, Baujahr 1936, muss erneuert und gegen aufsteigendes Grundwasser abgedichtet werden. Nach dem Starkregen im Sommer 2017 stand der Keller mit Schul- und Technikräumen mehrmals bis zu 15 Zentimeter hoch unter Wasser, an fünf Tagen mussten die Räume ausgepumpt werden. Teppich und Trockenbauwände mussten raus, Industriebautrockner kamen anschließend zum Einsatz. Doch nun gibt es Schimmelsporen, so dass die Räume nicht mehr schulisch genutzt werden. Die Sanierung soll in den Sommerferien beginnen und Ende 2018 fertig sein. Die Verwaltung rechnet hier mit Kosten von rund 370 000 Euro. Auch für diese Maßnahme gaben die Ausschussmitglieder grünes Licht. Am Ende entscheiden dann die Stadtverordneten am 28. Februar darüber.

Von Marco Paetzel

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