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Oberhavel Karneval-Club will wieder ins Klubhaus
Lokales Oberhavel Karneval-Club will wieder ins Klubhaus
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16:09 18.02.2017
Marc Meißner (hinten) ist als Funkenmajor bei den Roten Funken des KCK der Hahn im Korb. Mit seiner Tanzpartnerin zeigt er zudem ein Duo. Quelle: Robert Roeske
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Velten

Einen großen Wunsch haben die Mitglieder des Karneval Club Kremmen Rot-Weiß (KCK) für ihre Zukunft: Sie wollen unbedingt wieder im Klubhaus am Marktplatz feiern. „Karneval hat in Kremmen seit 1963 Tradition, gehört zur Stadt“, erklärt Mundschenk Michael Lück, der selbst seit 30 Jahren zum Verein gehört. Nicht im Klubhaus feiern zu können, tue weh.

Denn die Stadtparkhalle, in die man mit der heutigen Prunksitzung wieder zurückkehre, sei eben nur eine Halle, sind sich die Mitglieder einig. Da könne man schmücken, so viel man wolle. „Halle bleibt Halle.“ Außerdem sei es schwer, die große Halle voll zu bekommen, gleichzeitig sei der Platz für Besucher in der Scheune begrenzt. 100 Gäste maximal haben dort Platz. Getreu des Mottos „Platz ist in der kleinsten Hütte“, werde dann eben schon mal vor der Bühne getanzt, lacht Vereinspräsident Reiko Meißner.

Kremmen helau! Quelle: privat

Aber gerade diese familiäre Atmosphäre im Verein, in dem bei 45 Mitgliedern jeder jeden kenne, zeichne den KCK aus, begeistert sich Isabelle Meißner, die im vergangenen Jahr mit ihrem Mann das Prinzenpaar bildete. Von Berlin nach Hohen Neuendorf gezogen, machte sie eine Freundin auf den KCK aufmerksam. „Ich habe schon immer getanzt.“ Nun kommt sie mit ihrer neunjährigen Tochter Woche für Woche, hilft bei den Choreographien und verstärkt die Tanzgruppen. Die Tochter die Minifunken und die Mutter die Roten- und Silberfunken, eine Frauentanzgruppe, die ihren Namen aber nicht von der Haarfarbe der Tänzerinnen bekommen hat. „Bei ihrem ersten Auftritt 1994 trugen die Damen Funken, ein silberglitzerndes Kostüm. So entstand dieser liebevolle Name“, erklärt der Vereinschef.

Überhaupt spielen die Damen eine große Rolle im Verein. Denn auch die beiden Büttenredner sind weiblich. Eine jung, die andere etwas älter. So könnten die Frauen auch einmal über die Männer herziehen, lachen die Herren der Runde. „Reime sind nicht mehr so wichtig, gut ankommen tun eher Sprüche wie die von Mario Barth, nur umgekehrt“, verrät Meißner. Denn die besten Witze schreibe das Leben selbst, ist er sich sicher. So seien die Kremmener Reden eher unpolitisch. „Die Leute sind medial übersättigt.“

Die besten Zuhörer bei den Büttenreden seien aber eindeutig die Senioren, haben die Karnevalisten beobachtet. „Sie machen eine super Stimmung, beäugen uns aber auch kritisch. Doch jetzt kennen wir sie und lassen deshalb schon mal einen Witz unter den Tisch fallen oder fahren die Anzüglichkeiten herunter“, so Meißner, der seit 2009 die Geschicke des Vereins leitet.

Der Spaß steht in Kremmen im Vordergrund. Und die Aktiven im Mittelpunkt. Einige mit und andere ohne Lampenfieber. „Bei uns muss jeder mitmachen.“ Das Publikum komme zunehmend auch wieder verkleidet. „Das ist ein tolles Bild von oben“, so Uwe Pätzke, Urgestein des KCK. Er fand seine Frau beim Karneval, ist heute Programmchef und tanzt beim Männerballett. „Das schönste Kostüm war ein Rokokokleid, mit dem wir zu einem Menuett getanzt haben. Dann sind wir aus den Röcken ausgestiegen und haben in Strapsen weitergetanzt.“ Die Röcke der Herren aber blieben stehen. Kremmen helau!

Von Ulrike Gawande

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