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Oberhavel Karsten Peter Schröder ist 60 geworden
Lokales Oberhavel Karsten Peter Schröder ist 60 geworden
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06:00 21.03.2016
Karsten Peter Schröder in seinem Oranienburger SPD-Büro – vor dem Poster mit Willy Brandt. Quelle: Robert Tiesler
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Bärenklau

Er bleibt gelassen, sagt er. Immerhin feiert Karsten Peter Schröder am Montag seinen 60. Geburtstag. Nach kurzem Überlegen: „Manchmal glaubt man’s gar nicht, mit jedem Jahr wird man älter, vergeht die Zeit schneller.“ Er sieht das als Signal, die Zeit zu nutzen, die man noch hat.

Wer aber auf die lange Liste dessen schaut, was der Bärenklauer für Aufgaben und Ehrenämter hat, merkt: Er nutzt sie schon jetzt und schon lange. Karsten Peter Schröder ist Unterbezirks-Geschäftsführer der SPD Oberhavel. Er sitzt im Kreistag und ist dessen Vorsitzender. Er ist Gemeindevertreter in Oberkrämer und sitzt im Ortsbeirat von Bärenklau. Außerdem unter anderem Mitglied im Förderverein der Feuerwehr, Ehrenmitglied bei Grüß-Weiß Bärenklau, im Vorstand des Kulturvereins Arge-Baer. Und so weiter.

Der junge Karsten Peter Schröder. Quelle: privat

In Bärenklau ist er tief verwurzelt. Geboren am 21. März 1956 – allerdings in Hennigsdorf. „Mein Makel“, sagt er scherzhaft und lächelt wieder. Eigentlich sollte er ein Mädchen werden. Seine Eltern hatten aus ihren ersten Ehen je einen Sohn mitgebracht. „Bis ich in die Schule kam, wurde ich auf Mädchen getrimmt.“ Er lernte in Bärenklau, Velten und Hennigsdorf. Die schlechte Mathe-Note sorgte jedoch dafür, dass es nicht zum Abitur reichte. Das Abschlusszeugnis der 10. Klasse bekam er erst drei Wochen nach Ferienbeginn. „Weil ich zur Zeugnisausgabe kein FDJ-Hemd an hatte.“

Er begann eine Lehre als Elektriker bei der LEW in Hennigsdorf, später im sächsischen Heidenau als Elektromaschinenbauer. Nach einer Zwischenstation im Stahlwerk war er 1975/76 bei der Armee. „An der Grenze.“ Glücklicherweise an einer ruhigen Ecke, wie er sagt, am Übergang zu Niedersachsen. „Hinterher habe ich mitgekriegt, wie blöd das hätte laufen können. Man wurde in der Ausbildung darauf getrimmt, Grenzverletzter unschädlich zu machen.“ Rückblickend ein schlimmer Gedanke.

Karsten Peter Schröder mit seiner Gulaschkanone. Die Erbsensuppe ist seine Spezialität. Quelle: Enrico Kugler

Danach arbeitete er erneut im Stahlwerk, später bei einer Metallaufbearbeitungsfirma in Velten – bis zur Wende. Die änderte alles, auch im Leben von Karsten Peter Schröder. „Anfang 1990 hieß es, die wollen in Bärenklau eine CDU-Truppe aufmachen.“ Das aber sei nicht das Richtige für ihn gewesen. Willy Brandt – das ist eines seiner politischen Vorbilder. „Er war der Grund, mich mit der SPD zu identifizieren.“ Beim ersten Runden Tisch in Bärenklau war die SPD nicht dabei. „Wir haben dann organisiert, dass 14 Tage später auch die SPD informiert“, so Schröder. Das war damals im Dorfkrug – und Schröder ist zum Vorsitzenden der Ortsgruppe gewählt worden. „Da ging es los.“ Die Wahlen kamen, und Schröder stieg endgültig in die Politik ein. „Wir wollten gemeinsam was für Bärenklau erreichen.“ 1992 wurde er Bürgermeister.

Als der damalige Landrat Karl-Heinz Schröter im Dezember 1990 den Sprung in den Bundestag schaffte, wurde Schröder einer seiner Mitarbeiter. „Da kam mir meine Stahlwerk-Zeit zugute. Ich hatte zu den Arbeitern einen guten Draht und konnte mit denen reden.“ Die Zeiten nach der Wende aber waren hart: „Da saßen 40 Leute auf dem Flur, alle waren verunsichert, weil man ihnen ihre Grundstücke wegnehmen wollte.“ Stichwort Vermögensrecht und Altbesitzer.

Bis 2002 arbeitete Schröder für Bundes- und Landtagsabgeordnete – und pflegte dann seinen Vater. „Er war ein schwerer Pflegefall. Das mitzuerleben, ist schlimm, es ging dann auch nicht mehr zu Hause.“

Manchmal fallen ihm Antworten schwer

2004 nahm er die Arbeit wieder auf, vier Jahre danach ist er Vorsitzender des Oberhavel-Kreistages geworden. „Das ist das, was ich am liebsten mache.“ Mehr, sagt er, gehe zwar – wolle er aber nicht. Sein Credo: Egal, wer kommt, es ist immer eine Herausforderung. Angst vor neuen Aufgaben habe er nie gehabt – auch wenn die Zeiten rauer werden. „Es gibt manchmal Fragen, wo es schwerfällt, Antworten zu geben. Nicht, weil es keine gibt, sondern, weil diese nicht gehört werden wollen.“ Menschen nach dem Mund reden, das will er nicht.

Schröder hat eine Tochter, seit 2014 ist er zum zweiten Mal verheiratet. „Es war ein Glücksfall, eine Frau zu finden, die das alles mitmacht.“ Hobbys abseits der Ehrenämter hat er kaum. „Gerne mal Niveauloses im Fernsehen.“ Verreisen will er gar nicht. Immerhin, sagt er, habe er zur Rente zu Hause noch einige Sachen vor.

Seinen Geburtstag am Montag feiert er im Bärenklauer Dorfkrug. Der könnte voll werden. „Ich freue mich über jeden der kommt.“

Von Robert Tiesler

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