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Oberhavel Katzenliebe reicht ihr nicht mehr
Lokales Oberhavel Katzenliebe reicht ihr nicht mehr
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02:16 20.06.2015
Silvia Dreyer mit Indira (Heilige Birma). Quelle: Foto: Helge Treichel
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Oranienburg

Tiere einfach nur zu lieben und für die eigenen acht Katzen da zu sein, das reicht Silvia Dreyer schon lange nicht mehr. Sie engagierte sich für die Oranienburger Tierfreunde, richtete eine Katzenpflegestelle ein und gründete 2012 den hiesigen Ableger des bundesweit agierenden Vereins „Freundeskreis Katze und Mensch“. Vor einem Jahr trat sie in die Partei Mensch, Umwelt, Tierschutz ein. Ende Mai wählte der Landesverband Brandenburg der Tierschutzpartei einen neuen Vorstand – mit Silvia Dreyer als 1. Vorsitzende. 2. Vorsitzende wurde Birgit Enke aus Wittstock, Schriftführerin Petra Weber aus Borgsdorf und Beisitzerin Karin Rother aus Hohen Neuendorf. Persönlich unterstützt wurden die brandenburgischen Frauen bei der Wahl von den Vorsitzenden der Landesverbände Berlin sowie Mecklenburg-Vorpommern.

Durch Wahlwerbespots zur Europawahl 2014 war Silvia Dreyer auf die Tierschutzpartei aufmerksam geworden. Sofort konnte sich die 60-Jährige mit den angesprochenen Themen identifizieren: Massentierhaltung, Tierversuche, Pelztierjagd, Tierquälerei in Europa. Sie begann, sich über fleischreiche Ernährung Gedanken zu machen, über die Folgen von Billigpreisen – und die Folgen für die menschliche Gesundheit. Seit einem Jahr „kriege ich kein Fleisch mehr herunter“, sagt sie. „Wer die Videos sieht, kann irgendwann nicht mehr anders.“ Und auch Milchprodukte nimmt sie nur noch selten zu sich.

Beruflich kommt Silvia Dreyer aus einer eher sterilen Branche: Sie ist Facharbeiter für EDV und Ingenieurin für Informationsverarbeitung. Außerdem absolvierte sie ein Wirtschaftsstudium. Nach 1990 qualifizierte sie sich zur Finanzbuchhalterin und ist aktuell im Bereich Buchhaltung und Steuern tätig. Ihre zwei Töchter (38, 40) wohnen in Berlin. Das bislang einzige Enkelkind ist ein Jahr alt. Ein Pflegefall in der Familie beanspruchte sie sehr stark. Erst seit dem Jahr 2008 hat die Oranienburgerin genügend Freizeit, um sich dem Tierschutz zu widmen. Aber die politische Dimension des Themas wurde ihr erst durch die Tierschutzpartei bewusst, gesteht sie.

Als vordringliche Aufgabe bezeichnet Silvia Dreyer die Mitgliedergewinnung. Die Mitglieder „wollen und müssen nach außen gehen“, sagt sie. Die bisherige Erfahrung: „Viele Menschen befürworten Tierschutz in ihrem Denken und Handeln, aber die Mitgliedschaft in einem Verein oder gar einer Partei schreckt sie ab.“ Das will die Landesvorsitzende der Tierschutzpartei ändern.

Ihr Mittel der politischen Einmischung: Petitionen, Proteste, Demonstrationen. Außerdem will Silvia Dreyer für eine „Volksinitiative gegen Massentierhaltung“ werben. Als unterzeichnende Vertreterin engagiert sich dafür übrigens unter anderen Ellen Schütze, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Oberhavel. Das Volksbegehren kann von allen Stimmberechtigten zwischen dem 15. Juli und 14. Januar 2016 unterstützt werden. Möglich ist das durch eine Eintragung in die Listen, welche in den kommunalen Verwaltungen ausliegen, oder durch briefliche Eintragung. Mit Informationsständen wollen die Aktivisten der Tierschutzpartei das Volksbegehren unterstützen. „Es gibt Ansätze für Alternativen , die einfach mehr gefördert werden müssen“, sagt Silvia Dreyer. Auch darüber will sie öffentlich informieren.

Der neue Landesvorstand Brandenburg der Tierschutzpartei nach der erfolgreichen Wahl am 31. Mai im Oranienwerk (v. l.): Silvia Dreyer, Karin Rother, Birgit Enke und Petra Weber. Quelle: privat

Von Helge Treichel

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