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Oberhavel Kaum Hoffnung für Kinofans
Lokales Oberhavel Kaum Hoffnung für Kinofans
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19:16 16.02.2017
Center-Managerin Birgit Kliem vor dem verlassenen Kino im oberen Stockwerk des Ziels. Quelle: Fotos: Paetzel
Hennigsdorf

Im großen Saal glimmen noch die LEDs an den Treppenstufen. So, als liefe gerade eine Vorstellung. Doch es wird immer wahrscheinlicher, dass im ehemaligen Kino im Ziel-Center wohl keine Blockbuster mehr laufen. Seit der Pachtvertrag mit dem letzten Betreiber Peter Wagner Anfang November 2012 nach internen Querelen beendet wurde, wollte niemand das Kino übernehmen. Insgesamt seien sechs bis sieben Betreiber an den Räumen interessiert gewesen. „Es gab Besichtigungen, aber niemand hat sich für das Kino entschieden“, sagt Birgit Kliem, Managerin des Ziel-Centers. Vielen war das Kino mit drei Sälen zu klein, und Hennigsdorf mit etwa 26 000 Einwohnern wiederum nicht groß genug.

Birgit Kliem steht mitten im großen Kino-Saal, mit einer Taschenlampe leuchtet sie in den riesigen Raum. Licht gibt es bis auf die LEDs hier nicht mehr, das müsse bei den Sanierungsarbeiten im Center irgendwo gekappt worden sein. Auf den Sitzen liegt eine Staubschicht, auf dem Teppich Bierflaschen, Tüten, Schachteln. Als habe nach der letzten Vorstellung niemand mehr aufgeräumt. Leinwand und Lautsprecher haben Arbeiter heruntergerissen, der größte Teil der Kinotechnik ist längst entsorgt worden. „Das war ja alles hoffnungslos veraltet“, sagt Kliem. Auch die meisten Sitze in den kleinen Sälen sind weg, unter anderem haben sich Hennigsdorfer Vereine dafür interessiert.

Das Kino dürften viele nur aus nostalgischen Gründen vermissen. Die Leinwand hatte Risse und Flecken, Ton schien nur noch aus einem Lautsprecher vorn an der Leinwand zu kommen. An Digitaltechnik oder 3D-Filme war damit nicht zu denken. Der letzte Betreiber Peter Wagner, der das Haus zwei Jahre vor der Schließung von der insolventen Procine Kino GmbH übernommen hatte, wollte zwar große Summen in die Technik investieren. Doch er löste das Versprechen nie ein. Also fuhren viele Hennigsdorfer lieber mit der S-Bahn in die Tegeler Borsighallen, wo ein modernes Kino wartete.

Aufgegeben hat Center-Managerin Birgit Kliem die Hoffnung aber nicht. Immerhin wird das Ziel-Center gerade saniert. Ende März soll es eine kleine Eröffnung geben, Ende Juni dann die große samt der 5000 Quadratmeter großen Kaufland-Filiale. Im zweiten Obergeschoss eröffnet demnächst auch die Fitnesskette CleverFit ein 1500 Quadratmeter großes Studio. „Dann haben wir hier viele Kunden, und vielleicht interessiert sich dann doch jemand für das Kino“, so Kliem. Es wäre auch möglich, die Kinofläche anders zu nutzen, etwa für Indoor-Sportarten wie Klettern. Denkbar ist auch, dass die Fläche künftig nur noch als Lager dient.

Währenddessen sind die Kunden in die Mall zurückgekehrt, es herrscht reger Betrieb im Erdgeschoss. Neben Juwelier Radensleben wird bis zur kleinen Eröffnung der Inhaber von „Havelobst“ in der Havelpassage eine Filiale aufbauen, ein paar Meter weiter im Rondell Deichmann ein Schuhgeschäft. Die Modekette „Charles Voegele“ indes, die auf eine 800 Quadratmeter große Fläche einziehen sollte, wurde inzwischen verkauft und soll nun unter der italienischen Marke „Upim“ seine Flächen im Ziel beziehen. Auch gegenüber vom Kaffee-Haus Madlen sind Bauarbeiter am Werk. Hier wird bis zur kleinen Eröffnung Ende März die Apotheken-Kette „Sabelus XXL“ einziehen. Die Betreiber von „Subway“ haben indes gewechselt und die Filiale Anfang der Woche wiedereröffnet. „Sie haben ein paar frische Ideen und ein neues Konzept, das sie umsetzen wollen“, sagt Birgit Kliem. Zudem soll demnächst noch ein Augenoptiker und Hörgeräteakustiker eine Fläche im Erdgeschoss beziehen. Fahrstühle und Treppen wird es etwa in zwei 22 Meter hohen Türmen an der Center-Rückseite geben. Sie verbinden das künftige Parkhaus und das Ziel. Es wird 264 Stellplätze geben: 111 in der Tiefgarage, 59 im Erdgeschoss-Parkdeck und 94 im ersten Obergeschoss.

Von Marco Paetzel

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