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Oberhavel Kein Leerstand mehr in der Großsiedlung
Lokales Oberhavel Kein Leerstand mehr in der Großsiedlung
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00:18 24.02.2017
Das Wohngebiet Velten-Süd aus der Luft gesehen. Nach den Sanierungen gehört das Einheitsgrau der Plattenbausiedlung der Geschichte an. Quelle: Ingo Pahl
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Velten

„Vollvermietet“ heißt es heute, wenn vom Wohngebiet Velten-Süd die Rede ist. Wo in den 1990er-Jahren noch jede dritte Wohnung keine Mieter hatte, tendiert heute der Leerstand gegen Null. Sanierung, „Rückbau“ und die große Nachfrage nach vergleichsweise preisgünstigem Wohnraum in Oberhavel haben für diese Entwicklung gesorgt.

Die insgesamt recht positive Entwicklung ist aber in Zukunft kein Selbstläufer, weiß Quartiersmanagerin Stephanie Marsch. Arbeitslosigkeit, Aufstocken von regulärem Einkommen mit Sozialleistungen, Altersarmut sind ein Thema in Velten-Süd. Wegen der Sozialstruktur ist der Stadtteil weiterhin bis Ende 2019 im Förderprogramm „Soziale Stadt“.

2800 Einwohner, das ist etwa ein Viertel der Bevölkerung Veltens, hat das Quartier das Stephanie Marsch betreut. Neben Süd gehört dazu auch der Kuschelhain (erbaut in den 1990er-Jahren) und die Ernst-Thälmann-Siedlung aus den 1930er-Jahren. Die Quartiersmanagerin will das Wir-Gefühl stärken und unterstützt nachbarschaftliche Initiativen. Noch immer leidet Velten-Süd unter dem früheren schlechten Image und ist für bestimme Mietergruppen uninteressant. Dabei ist die Siedlung längst nicht mehr die gleiche wie in den 1990er-Jahren, weiß die Stadtplanerin.

Die Wohnblocks sind heute saniert oder teilsaniert und haben freundliche Farben. Häuser mit insgesamt 378 Wohnungen sowie die ungenutzte Wohngebietsgaststätte wurden abgerissen, damit hat sich die enorme Verdichtung der Siedlung deutlich reduziert und es wurde Platz für Bürgerpark und Abenteuerspielplatz.

Stephanie Marsch freut sich, dass in diesem Jahr der große Kita-Spielplatz erneuert wird. Das bedeutet vor allem auch, dass die ganze Anlage viel mehr Grün als bisher erhalten wird. „Solche sichtbaren Projekte sind gut, um ins Gespräch zu kommen“, sagt die Quartiersmanagerin. Sie räumt ein, dass es nicht immer einfach ist, die Bewohner zur Teilhabe zu ermuntern. So hätten die große Rundgänge mit Ideenfindung im Quartier Süd-West im vorigen Jahr durchaus mehr Teilnehmer verdient gehabt.

Bei ganz persönlichen Themen kommen die Leute dagegen schon eher auf die Quartiersmanagerin zu und nutzen auch die Beratungsangebote im Bürgerhaus, ob es sich nun um Fragen der Rente, Pflege oder beim Mietrecht handelt. Gut besucht war im Januar auch der erste Künstlertreff mit 20 Teilnehmern. Eine Idee ist die künstlerische Gestaltung der Flure im Bürgerhaus.

Ärgern tut sich Stephanie Marsch über neue Graffiti-Schmierereien an der Fassade des Bürgerhauses und an den Schaukästen. Kriminalität und Drogen seien aber kein größeres Problem als in ­anderen Stadtteilen auch, betont sie.

Ivonne Pelz, Sprecherin der Stadtverwaltung erklärt, dass durch den Zuzug der vergangenen Jahre Schul- und Kita-Plätze im Gebiet Süd-West an ihre Kapazitätsgrenze kommen. Deshalb wird jetzt eine Studie zur Zukunft der Betreuungs- und Bildungsstruktur in Auftrag gegeben. Während der ursprüngliche Gedanke war, einen Hortneubau zu errichten, könnte es jetzt eventuell auf einen Kita-Neubau ­hinauslaufen.

Auch über Wohnungsneubau wird in Velten angesichts der Nachfrage wieder nachgedacht. „Wir haben ein großes Potenzial an Wohnbauflächen“, sagt Ivonne Pelz. Dass direkt im Plattenbaugebiet gebaut wird, wie in Oranienburg am Bötzower Platz, ist jedoch eher unwahrscheinlich.

In Velten-Süd werde es darauf ankommen, die erreichten Dinge zu erhalten und auch mit dem Programm „Soziale Stadt“ weitere Verbesserungen vorzunehmen, sagt Stephanie Marsch. So hofft die Quartiersmanagerin, dass sich bald die Eingangssituation zum Wohngebiet im Bereich der ehemaligen Kaufhalle verbessert.

Von Heiko Hohenhaus

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