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Kein schönes Heim für Kinder

Hennigsdorf Kein schönes Heim für Kinder

Keine Räume für Hausaufgaben, keine Rückzugsmöglichkeiten oder Spielzimmer mit Spielzeugen – all das fehle in der Asylbewerberunterkunft in Stolpe-Süd, beklagen Kinder, Jugendliche und Familien immer wieder. Die Oberhaveler Kreisverwaltung sieht das naturgemäß ganz anders.

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Hennigsdorfs Bürgermeister Andreas Schulz, hier bei einem Besuch im Heim, kann an den Umständen nichts ändern. Zuständig ist der Landkreis.

Quelle: Foto. Archiv

Hennigsdorf. Jennifer Burczyk wolle den Sozialausschuss nutzen, um diese Botschaft herüberzubringen: Immer wieder berichteten Kinder, Jugendliche und Familien aus dem Asylbewerberheim Stolpe-Süd, dass die Lebensbedingen nicht das Kindeswohl förderten. „Sie berichten, dass es keine Räume gibt, wo man mit Computern Hausaufgaben machen kann. Es gibt auch keine Ruhe- und Rückzugsräume“, so Hennigsdorfs Fachdienstleiterin Familie, Jugend und Integration am Dienstag. Zudem gebe es keine Spielzimmer mit Spielzeug. Außerdem meldeten die Sozialarbeiter an Hennigsdorfer Grundschulen immer wieder, dass die Kinder aus der Unterkunft nicht ausreichend Schlaf bekämen. „Manchmal werden die Nachtruhezeiten nicht eingehalten, das stellt für die Kinder eine Belastung dar“, so Burczyk, die auch Vorsitzende des Unterausschusses zur Lebenssituation der minderjährigen begleiteten Asylsuchenden und Flüchtlinge auf Kreisebene ist. Von den rund 360 Menschen, die derzeit im Heim leben, sind 50 Kinder und Jugendliche.

Jan Gieseler, Stadtverordneter und Ausschussmitglied, versprach, das Anliegen mit in den Kreistag zu nehmen, wo er für die Linke sitzt. „Das sind Zustände, die vielen Menschen auch auf Kreisebene bekannt sind.“ Man könne dies als Abgeordneter nur immer wieder ansprechen und hoffen, dass die Kreisverwaltung etwas verbessere, so Gieseler.

Ronny Wappler, Sprecher der Kreisverwaltung, weist die Kritik von Jennifer Burczyk indes zurück. Alle Unterkünfte im Landkreis würden den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen. „Mehr noch: an allen Standorten wurden darüber hinaus Möglichkeiten der Freizeitgestaltung eingerichtet“, so Wappler. So stünden den Bewohnern etwa Spielzimmer für die Kinderbetreuung und Gemeinschaftsräume zu Verfügung. Im Außenbereich der Gebäude befänden sich in der Regel Außenanlagen mit Spiel- und Sportplatz, so auch in Hennigsdorf. Zudem sei eine Gemeinschaftsunterkunft nur zur vorübergehenden Unterbringung gedacht. „Der Vergleich mit einer regulären Wohnung ist in diesem Zusammenhang nicht hilfreich“, so Wappler. Derartige Wohnformen verlangten von den Bewohnern gegenseitige Rücksichtnahme. „Um dies zu gewährleisten, ist die Einhaltung und auch Durchsetzung der Hausordnung von großer Bedeutung“, so Wappler. Er verweist auch auf die asylpolitische Rundreise im September 2016, bei der die Integrationsbeauftragte des Landes Doris Lemmermeier und die Landesgleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe die Heime im Kreis besuchten. Der Standard sei in den Heimen erfüllt, lautete das Urteil. Doch auch Doris Lemmermeier sah „Potenzial“ in der Kinderbetreuung. „Denn das eine Gemeinschaftsunterkunft kein idealer Wohnort für ein geflüchtetes, traumatisiertes Kind ist, darin sind wir uns sicher einig“, so die Integrationsbeauftragte.

Von Marco Paetzel

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