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Oberhavel Keine Chance für Abzocker
Lokales Oberhavel Keine Chance für Abzocker
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00:18 26.10.2013
Über den Unsinn, der in diesem Brief steht, kann Margot Galitz nur lachen. Quelle: Anke Dworek
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Fürstenberg

Nicolas Mason hat sich richtig viel Mühe gegeben. Der „Abteilungsleiter von der Finanzdirektion des Club des Millionaires“ hat auf zweieinhalb Din-A4-Seiten Margot Galitz aus Fürstenberg geschrieben, dass sich für sie nun die Tore zum Reichtum öffnen werden.

Drei „feierliche Verpflichtungen“

Ausgerechnet die 72-Jährige sei dazu bestimmt worden, das Vermögen einer großen Persönlichkeit dieser Welt zu erhalten. Natürlich nicht sein ganzes Geld, denn schließlich gäbe es noch mehr „Gewinner“. Aber immerhin 62 500 Euro sollen Margot Galitz per Scheck zugestellt werden.
Einfach so? Nein, drei „feierliche Verpflichtungen“ sind daran geknüpft: Erstens darf die Fürstenbergerin niemandem verraten, woher ihr baldiger Reichtum kommt. Zweitens verpflichtet sie sich, dieses Vermächtnis zu gegebener Zeit an ihre Erben zu übertragen. Und drittens muss sie innerhalb von sieben Tagen antworten, um rechtmäßig von diesem Vermächtnis profitieren zu können. Ach ja, und dann war da noch die Kleinigkeit von 25 Euro, die sie per Scheck der „Logistic Check Processing“ zukommen lassen muss. Für den „gesicherten und versiegelten Versand dieser kostbaren Spende“.

Abzockerei nicht nur per Brief, auch per Telefon

Margot Galitz ist nicht die Frau, die auf so was reinfällt. Und normalerweise würde solch ein Schreiben sofort in der Papiertonne landen. Aber der Brief kam ihr im seriösen Gewand und zusammen mit ihrer Zeitung ins Haus. Da dachte die Frau zunächst, die Märkische Allgemeine Zeitung und deren Potsdienstleister hätten womöglich etwas damit zu tun und war als langjährige Leserin erstmal empört. Ein Anruf in der Lokalredaktion Gransee klärte diesen Irrtum dann aber schnell auf.

Die Fürstenbergerin glaubt nicht, dass sie der einzige Mensch in der Stadt und der Umgebung war, der solch einen Brief erhalten hat. Deshalb möchte sie öffentlich davor warnen, den Versprechungen zu glauben. „Die 25 Euro sind futsch. Und das war’s dann gewesen“, ist sie überzeugt.
Abzockerei geschieht nicht nur per Brief, sondern oft auch am Telefon. „Bei mir hat die Zahl der Anrufe aber rapide nachgelassen. Ich hab’ mal in der Verbraucherzentrale angerufen und dort wurde mir geraten, ruhig mal unfreundlich zu sein“, erzählt Margot Galitz. Am Dienstag hätte ihr eine barsche Haltung jedoch nichts genützt, als das Telefon klingelte.

Da kündigte ihr eine Computerstimme einen Gewinn an. „Um den zu erhalten, sollte ich eine Telefonnummer wählen. Angeblich kostenfrei. Als wenn ich nicht wüsste, dass sich das auf eine gebührenpflichtige Nummer umleiten ließe“, sagt Margot Galitz. Bei der Frau haben Nepper, Schlepper, Bauernfänger keine Chance.

Von Anke Dworek

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