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Keine Hebamme: Mit Wehen nach Berlin

Oranienburg (Oberhavel) Keine Hebamme: Mit Wehen nach Berlin

Eigentlich sollte der Nachwuchs von Maja und Carol Mäcker im Krankenhaus in Oranienburg zur Welt kommen. Doch dort wurden die werdenden Eltern am Nachmittag des Pfingstsonntags nach Berlin verwiesen, weil – wie es hieß – die Nacht-Hebamme erkrankt sei.

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Glücklich nach Geburt mit viel Dramatik: Maja und Carol Mäcker mit Sohn Liam.

Quelle: Foto: privat

Oranienburg. Liam bekam am Dienstagnachmittag noch einen dicken Kuss vom Papa. Danach ging es endlich nach Hause. Ende gut, alles gut – könnte man sagen und die letzten Tage vergessen. Doch so einfach geht das nicht. Maja und Carol Mäcker sind seit dem frühen Morgen des Pfingstmontags Eltern eines gesunden Jungen. Doch die dramatischen Umstände der Geburt werden beide wohl immer im Kopf haben.

Das Kind sollte eigentlich in der Klinik Oranienburg zur Welt kommen. Denn Carol Mäcker ist Oranienburger, lebt mit seiner Frau aber in Berlin. Doch für ihn kam nur die heimische Klinik in Frage.

Weil es sich aus seiner Sicht um eine Risikoschwangerschaft handelte – seine Frau nimmt Cortison und Betablocker – meldete er sicherheitshalber ein Familienzimmer in der Klinik Oranienburg an, er wollte bei der Geburt dabei sein. Man versicherte ihm, er brauche sich keine Sorgen zu machen, es seien immer zwei Hebammen da.

Nacht-Hebamme krank: Paar soll nach Berlin

Am Pfingstsonntag erschien er mit Maja, die schon alle sechs Minuten Wehen hatte, um 6 Uhr morgens auf der Entbindungsstation der Oranienburger Klinik. Um 11 Uhr kündigte man seiner Frau an, sie müsse verlegt werden, es gäbe „technische Schwierigkeiten“. Erst am Nachmittag im Kreißsaal hieß es dann, die Nacht-Hebamme sei erkrankt und falle aus. Die diensthabende Ärztin teilte mit, sie rufe jetzt in Berliner Kliniken an.

Zu diesem Zeitpunkt kamen die Wehen schon alle vier Minuten, berichtet Carol Mäcker. Er war schockiert und machte sich Sorgen um seine Frau und das ungeborene Kind. Die Anrufe der Ärztin hätten ergeben, dass es weder in den Kliniken Berlin-Buch, noch in Spandau Kapazitäten für eine Entbindung gab. Vielleicht im Humboldt-Klinikum Am Nordgraben in Berlin-Tegel, habe die Ärztin gemeint. Sie wolle einen Krankenwagen bestellen.

Den lehnte der aufgebrachte Ehemann aber ab, setzte seine Frau ins eigene Auto und fuhr nach Berlin, um eine Klinik zu suchen. Er stoppte in seiner Not einen Polizeiwagen, der ihn mit Blaulicht begleitete. Nach Absage in der Klinik Tegel wurde Maja Mäcker letztlich im Virchow-Klinikum in Berlin-Wedding aufgenommen.

Die Klinik Oranienburg betont, dass wegen Ausfall der Hebamme eine Verlegung notwendig gewesen sei. Maja sei „zu keiner Minute in Gefahr gewesen, während sie bei uns war“, die Familie „verließ die Klinik gegen ärztliche Empfehlung“. Der Kindesvater dazu: „Das stimmt nicht, man setzte uns vor die Tür. Die Ärztin war unfähig, zeitnah ein anderes Krankenhaus zu organisieren und hat nicht mit offenen Karten gespielt.“

Von Marion Bergsdorf

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