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Keine Konkurrenz für Thomas Günther

Hennigsdorf Keine Konkurrenz für Thomas Günther

Bislang ist SPD-Mann Thomas Günther nach der Absage von Amtsinhaber Andreas Schulz der einzige Kandidat für die Hennigsdorfer Bürgermeisterwahl im September. Die anderen Parteien haben es bislang nicht geschafft, aussichtsreiche Kandidaten zu präsentieren. Ein hoffnungsvoller überparteilicher Bewerber ist indes abgesprungen.

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Thomas Günther (Mitte) wurde am Montag im Gasthaus „Fairplay“ zum Kandidaten der SPD gewählt.

Quelle: Foto: privat

Hennigsdorf. Es war ein Paukenschlag: Ende Februar kündigte Bürgermeister Andreas Schulz an, dass er nach 27 Jahren nicht mehr zur Wahl im September antreten will. Thomas Günther, der stattdessen für die SPD antreten wird, wurde bei der Mitgliederversammlung am Montagabend nun offiziell zum Bürgermeister-Kandidaten nominiert. 24 der 28 Genossen (eine Gegenstimme, drei Enthaltungen) stimmten für den 49-Jährigen, der bisher noch Landtagsabgeordneter ist. Die Wahl war reine Formsache, jedoch zeigt das Ergebnis, dass (noch) nicht alle Genossen hinter dem Kandidaten stehen. Doch wie es aussieht, wird Thomas Günther auf dem Weg auf den Chefsessel im Rathaus kaum jemand aufhalten können. Die anderen Parteien haben es bislang nicht geschafft, einen starken Gegenkandidaten aufzustellen.

Dabei gab es offenbar einen hoffnungsvollen Interessenten aus Nieder Neuendorf, der Mann ist Mitte 40 und Anhänger des Bürgerbündnisses. „Er hatte den Anspruch, über alle Parteigrenzen hinweg wählbar zu sein“, erklärt Horst Brandenburg vom Bürgerbündnis. Wer der Mann ist, darüber schweigt er sich aus. Der Kandidat habe aber unbedingt eine realistische Chance auf den Sieg bei der Bürgermeisterwahl haben wollen. „Wenn Herr Schulz wieder angetreten wäre, hätte unser Mann gar nicht erst an eine Kandidatur gedacht.“ In der vergangenen Woche wollte sich der Hoffnungsträger bei den Fraktionsmitgliedern von CDU und der Linken vorstellen, sie hatten schon eine eventuelle Unterstützung signalisiert, falls die Inhalte stimmen. Doch zu Gesprächen kam es nicht mehr. Anfang März machte der Fast-Kandidat einen Rückzieher. Er habe sich den Sieg zwar zugetraut, nicht aber, die personellen Strukturen in der Stadtverwaltung, die er nach 27 Jahren unter Andreas Schulz verkrustet finde, aufzubrechen, erklärte Horst Brandenburg enttäuscht.

Ein neuer Rathaus-Chef, der sich nicht zutraut, die Verwaltung nach seinen Vorstellungen zu gestalten? Ein seltsamer Grund für eine Absage, findet Ursel Degner, Fraktionschefin der Linken. Ihr falle momentan aus den eigenen Reihen aber auch niemand anderes ein, der als Kandidat in Frage käme. Die Ansprüche sind hoch: 20 Dinge sollte ein Bürgermeister laut der Partei in Hennigsdorf angehen, unter anderem die Schaffung von Wohnraum im Niedrigpreisbereich, die Einrichtung von Stromtankstellen zur Förderung der Elektromobilität oder Kitaplätze für alle Eltern ohne lange Wartezeiten. Ursel Degner hofft, dass sich noch ein überparteilicher Kandidat findet. „Aber das ist schwer, weil er ja mit der Kandidatur im Falle einer Niederlage seinen bisherigen Beruf aufs Spiel setzen würde“. Bis Juni wollen die Linken nun entscheiden. Auch Birgit Tornow-Wendland (CDU) hofft, dass sich nach der Absage des Fast-Kandidaten noch ein überparteilicher Bewerber findet.

Vielleicht schwenkt die CDU aber auch um und unterstützt Thomas Günther – mangels Alternativen. Die Christdemokraten wollen den SPD-Mann auf jeden Fall zur nächsten Mitgliederversammlung einladen. „Auszuschließen ist eine Unterstützung, nach einer persönlichen Vorstellung und ableitbarer gemeinsamer Ziele für Hennigsdorf, zum jetzigen Zeitpunkt nicht“, erklärt Tornow-Wendland. Horst Brandenburg vom Bürgerbündnis tut sich mit einer eventuellen Unterstützung Günthers schwer, will das aber auch nicht ausschließen. Ursel Degner (Linke) hätte damit so ihre Probleme. „Ich kann mir Herrn Günther, der ja lange Landtagsabgeordneter ist, nicht als Bürgermeister vorstellen.“ Jedoch hätte in dieser Frage der Linken-Stadtverband das letzte Wort. Die Grünen indes würden Günther wohl beim Wahlkampf unterstützen. Einen eigenen Kandidaten stellten sie Ende Februar erst gar nicht auf, stattdessen formulierten sie grüne Inhalte, die ein Bürgermeister erfüllen müsste.

Von Marco Paetzel

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