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Kekse und Leitergolf

Soziales Kekse und Leitergolf

Kinder sollen auf spielerische und anschauliche Art etwas über ihre Heimatstadt Oranienburg lernen – das ist der tiefere Sinn eines sommerlichen Ferienprogramms, zu dem der Eltern-Kind-Treff eingeladen hatte. Den krönenden Abschluss bildete am Wochenende ein Picknick für Familien.

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Jung und Alt verzehren gemütlich Äpfel, Kekse oder Blätterteig-Gebäck.

Quelle: Fritz Hermann Köser

Oranienburg. Das Holzgestell überragt den kleinen Jungen um Längen, aber das schreckt ihn nicht ab. Fares holt aus, und schleudert die Schnur mit den zwei Bällen an den Enden mutig in die Höhe. Sie landet tatsächlich auf der obersten Sprosse. Nicht übel für einen Zweijährigen. „Sehr schön“, lobt Mais Albchlawi. Die junge Frau, die aus Syrien stammt, lässt ihr Kind nicht aus den Augen.

„Leitergolf“ hieß das Wurfspiel, an dem sich Jung und Alt vergangenen Sonnabend im Oranienburger Schlosspark versuchten. Andere bevorzugten Ballspiele, wenn sie nicht gerade unter dem Schatten eines Baumes gemütlich Kekse, Äpfel oder Blätterteig-Gebäck verzehrten. Auf einer ausgebreiteten Decke.

Insgesamt neun Erwachsene und Kinder hatten sich zu dem Familienpicknick angemeldet. Es war der krönende Abschluss des zweiwöchigen Ferienprogramms, veranstaltet vom Oranienburger Eltern-Kind-Treff (EKT). „Meine Heimatstadt Oranienburg“, so der Titel.

Emily Fischer war eine der Teilnehmerinnen. „Der Parcours gefiel mir besonders gut“, sagt die Achtjährige. „Prinzessinnensport“ nannte sich dieser Programmpunkt, an dem auch Jungen teilnehmen durften. Gewinner gab es nicht, der Spaß stand im Vordergrund. Wer wollte, konnte sich eine Papp-Krone aufsetzen, so Margit Gestewitz, Sozialpädagogin beim EKT. Die Kopfbedeckung sollte an Luise Henriette, eben an unsere Geschichte erinnern, erklärt Martina Dorn, pädagogische Fachkraft bei der EKT. Ein anderes Mal nähten die Kinder mit ihren Eltern historische Kostüme.

Die meisten Aktivitäten fanden in den Räumen der Einrichtung statt, doch es gab auch Stadtspaziergänge. Die Kinder erklommen den Turm der Nikolaikirche und genossen den Ausblick. Unterwegs begegneten ihnen viele betagte Gebäude. Das ehemalige Waisenhaus durften sie sogar betreten. Dort zeigte Martina Dorn ihnen historische Bilder.

Immer wieder lernten die jungen Teilnehmer auf anschauliche Weise über die Vergangenheit. So backten sie einen köstlichen Kuchen aus Hefeteig mit geriebenen Pellkartoffeln, Apfelspalten sowie Zucker und Zimt. Großmutter Irmgard erzählte dazu Geschichten. In dem Oma-Kostüm, bestehend aus Kopftuch, Strickjacke und langem Rock, steckte Martina Dorn. Es ging vor allem um die Kartoffel, die der Alte Fritz in Preußen sehr geschickt eingeführt hatte. Äcker, die er vermeintlich streng bewachen ließ, hatten die Neugier seiner Untertanen geweckt.

Fares hat derweil mit dem Leitergolf aufgehört. Nun steht er ein einem Betonbecken und stampft zufrieden in einer Pfütze herum. Mais Albchlawi: „Mein Sohn kann einfach nicht ruhig sitzen, er muss immer in Bewegung sein.“

Von Fritz Herman Köser

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