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Oberhavel Kicken für Integration
Lokales Oberhavel Kicken für Integration
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02:15 30.09.2015
Flüchtlingskinder bildeten ein Team beim Turnier. Quelle: Marco Paetzel
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Summt

Ein froschgrüner Barkas begrüßte die Gäste des SPD-Familienfestes am Summter See. Am DDR-Bus informierten Mitglieder der Initiative „Nordbahngemeinden mit Courage“ . Und auch sonst stand bei dem Fest am Sonntag, das die SPD Mühlenbecker Land zum elften Mal anlässlich des Weltkindertages organisiert hatte, alles im Zeichen der Solidarität mit Asylbewerbern. Neben Hüpfburg, Trampolin, Ponyreiten & Co. gab es auch ein Fußballturnier für Mini-Kicker. Eines der Teams war dieses Mal eine Mannschaft von Flüchtlingskindern.

N.I.A.s. – Nicht im Abseits stehen!

Das „Team heißt „N.I.A.s“ Berlin („Nicht im Abseits stehen“) und ist eine Initiative der Reinickendorfer Polizei. Etwa 60 Kinder aus Reinickendorfer Heimen spielen derzeit in drei Teams, trainiert wird einmal in der Woche auf Sportplätzen und in Hallen. Fußball erleichtert die Integration erheblich, sagt Frank Radunz, der bei der Polizei eine AG für Integration und Migration leitet. „Sie gewinnen zusammen, sie verlieren zusammen und entwickeln Teamgeist“, sagt Radunz, der das Sportprojekt seit zwei Jahren leitet.

Ein paar der älteren Kinder – meistens Syrer – konnte er schon in Berliner Fußballteams vermitteln. „Jungs in dem Alter sind alle gleich, denen ist es egal, aus welchem Land der andere kommt“, sagt der Polizist, der auch festgestellt hat, dass die Kinder durch den Sport schneller Deutsch lernen. Zum Fest am Summter See war das Team gekommen, weil ältere Jungs von „N.I.A.s“. im Frühjahr bei einem Juniorenturnier in Schildow den ersten Platz geholt hatten.

Bürgermeister und Landrat kamen zum SPD-Fest

Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus, der wie Landrat Ludger Weskamp zum Sommerfest gekommen war, zeigte sich erfreut, dass das Team am Turnier teilnahm. Der SPD-Mann kann sich vorstellen, dass Flüchtlinge künftig auch in Sportmannschaften des Mühlenbecker Landes mit von der Partie sind. „Noch gibt es ja bei uns keine, aber die Sportgemeinschaft Zühlsdorf hat schon signalisiert, Flüchtlinge in ihre Teams aufnehmen zu wollen“, sagt Smaldino-Statt­aus.

Er steht selbst oft als Keeper der Ü 45 von SG Zühlsdorf auf dem Platz und spricht von einem „zustimmenden Schweigen“ am Rande von Spielen, was Vorurteile gegen Flüchtlinge angeht. „Wenn dann jemand mit den bekannten Vorurteilen anfängt, gibt es oft zustimmendes Nicken“, so der Bürgermeister. Kennenlernen auf dem Platz helfe dabei, Vorurteile abzubauen – deshalb sei es so wichtig, die Kinder in den Sport zu holen. Smaldino-Stattaus glaubt aber dennoch, dass der Großteil seiner Bürger Asylbewerbern offen gegenübersteht. „Sonst wäre ich als Halb-Italiener hier niemals Bürgermeister geworden“, sagt der Hobbykicker.

Von Marco Paetzel

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