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Oberhavel Kinder und Eltern können einziehen
Lokales Oberhavel Kinder und Eltern können einziehen
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00:28 14.12.2015
Bürgermeister Jörn Lehmann (l.) überreichte den Schlüssel des Hauses an Matthias Völker. Quelle: Foto: Andrea Kathert
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Oranienburg

Noch ist es ganz still in der Rudolf-Breitscheid-Straße 48. Liebenwaldes Bürgermeister Jörn Lehmann und Matthias Völker vom Verein Christiani waren sozusagen unter sich, als am Donnerstag die symbolische Schlüsselübergabe stattfand.

Die Stadt Liebenwalde hatte das äußerst marode Haus mitten in der Altstadt nicht mehr retten können. Es musste ein Neubau her. Rund eine Million Euro hat die Kommune investiert. Die Fassade hat der Architekt nach zwei alten Postkarten nachempfunden, die Jörn Lehmann in seinem geschichtlichen Fundus hatte. Nicht nur eine hässliche Ruine ist verschwunden, das Geld der Stadt ist gut angelegt. Denn der Verein Christiani hatte die zündende Idee für die Nutzung als Kind-Eltern-Haus. Am 4. Janaur ziehen die ersten Bewohner ein.

Im Familienhaus kann eine große Gemeinschaftsküche genutzt werden.Jede Familie hat in ihrer separaten Zweiraumwohnung aber auch selbst eine kleine Küche. Kevin Koch (l.) und Matthias Völker vom Verein Christiani, der das Haus betreibt, führten durch die Räume. Quelle: Andrea Kathert

In der rechten Haushälfte, dem so genannten Familienhaus, werden es geistig behinderte oder psychisch beeinträchtigte Mütter mit ihren Kindern sein. Oder auch komplette Familien. Die Mitarbeiter von Christiani werden ihnen ihre Hilfe anbieten und begleiten ihre Elternschaft, bis sie auf eigenen Füßen stehen können. Ein geregelter Alltag, die Erziehung des Kindes, gemeinsames Kochen _ all das wird den Bewohnern vermittelt. Fünf separate Wohnungen, zu denen die Christiani-Mitarbeiter immer Zutritt haben können, sowie eine große Gemeinschaftsküche sind eingerichtet worden.

Der Hausleiter Kevin Koch (l.) und Bereichsleiter Matthias Völker vom Verein Christiani testen das Spielzimmer in der Kinder-WG. Quelle: Andrea Kathert

In der linken Haushälfte entsteht eine Kinder-WG. Dort werden Kinder leben, deren Mütter oder Eltern sich momentan, zum Beispiel wegen psychischer Erkrankungen, nicht in der Lage fühlen, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Die Mutter kann jederzeit in die WG kommen und versuchen, wieder etwas gemeinsam mit ihrem Kind zu unternehmen, ein Stück Normalität zu leben. Und das alles, ohne unter enormen Druck zu stehen. „Das Neue für uns ist, dass wir Kinder schon ab drei Jahren aufnehmen werden“, sagt Matthias Völker. Hiermit betritt der Verein selbst Neuland. In anderen Wohngruppen sind die Kinder mindestens sieben Jahre alt. Rund um die Uhr bietet der Verein Christiani den Bewohnern des Kind-Eltern-Hauses Hilfe und Unterstützung an. Neun Mitarbeiter stehen zur Verfügung. Das Konzept ist darauf ausgerichtet, dass Eltern mit ihren Kindern bald wieder allein zusammenleben.

Damit auch die Nachbarn bescheid wissen, für wen das Haus gedacht ist, wurde ein Treffen organisiert, das gut besucht war.

Wenn alle Stränge reißen und das Projekt nicht funktioniert, ist die Stadt trotzdem auf der sicheren Seite. „Mit wenigen Handgriffen können wir ganz normale Wohnungen daraus machen“, sagte Jörn Lehmann. „Soweit wird es nicht kommen, hier herrschen dank der Stadt traumhafte Bedingungen für unser Projekt“, kam der prompte Einspruch von Matthias Völker.

Das Konzept des Hauses

Der Verein Christiani nutzt das neue Haus in der Rudolf-Breitscheid-Straße 48 als Kind-Eltern-Haus. Dazu hat die Stadt mit dem Verein einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen.

Das Gebäude wird zum einen als Familienhaus genutzt. Es gibt fünf separate Zweiraumwohnungen mit Küche und Bad sowie eine große Gemeinschaftsküche für alle Familien.

In der linken Haushälfte wird eine WG zunächst mit drei Plätzen für Kinder ab drei Jahren eingerichtet. Es gibt ein großes Spielzimmer und eine Gemeinschaftsküche. Christiani beschäftigt neun Mitarbeiter in dem Haus.

Eltern mit geistiger Beeinträchtigung sollen in die Lage versetzt werden, mit ihren Kindern selbstständig zusammenzuleben.

Von Andrea Kathert

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