Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Kinderschar stürmt das Rathaus
Lokales Oberhavel Kinderschar stürmt das Rathaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:19 14.11.2016
Eine große, närrisch bunte Kinderschar forderte am Sonnabend von Oranienburgs Bürgermeister Laesicke die Herausgabe der Rathausschlüssels. Quelle: Ulrike Gawande
Anzeige
Oranienburg

„Ja, ist denn schon wieder Halloween?“, fragte Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD), als am Sonnabend, 12. November um kurz nach 11 Uhr eine fröhlich bunte und lärmende Kinderschar an die Rathaustür des Oranienburger Schlosses klopfte. Nein, natürlich nicht. Der Lehnitzer Karneval Klub (LKK) hatte nur im Interesse seiner berufstätigen Mitglieder den Beginn der närrischen Zeit kurzerhand um einen Tag verschoben.

Zur Galerie
Um auch den Berufstätigen eine Karnevalsteilnahme zu ermöglichen, verschob der Lehnitzer Karneval Klub kurzerhand die Eroberung des Rathauses um einen Tag. Strahlender Sonnenschein, begeisterte Zuschauer und Akteure sowie ein überrumpelter Bürgermeister waren der Lohn für diese Entscheidung.

Und man hatte mit dieser Entscheidung alles richtig gemacht. Nicht nur die Sonne lachte vom Himmel und zahlreiche Bürger wohnten der Rathauseroberung bei, sondern auch der Stadtchef war mit dieser Terminverlegung ausgetrickst worden. „Die gesamte Oranienburger Schützengilde, bis an die Zähne bewaffnet, hat mit mir am 11.11 auf die Narren gewartet“, verriet Laesicke schmunzelnd den listigen Jecken. Bis 22.22 Uhr habe er mit den Schützen am Freitag ausgeharrt. Vergebens. Dann habe man gedacht, dass der Karneval in der Havelstadt in diesem Jahr ausfalle, und habe Feierabend gemacht. „Nun muss ich das Schloss also kampflos übergeben.“ Mit einem Lächeln überreichte Laesicke den goldenen Rathausschlüssel an die Vereinspräsidentin der Lehnitzer Narren, Anne Fünfhaus.

Die roten und blauen Funken des LKK mit ihrer Vereinspräsidentin Anne Fünfhaus (rechts). Quelle: Ulrike Gawande

Doch hinge an der Machtübernahme im Rathaus stets auch viel Ärger und Arbeit, warnte der Bürgermeister. Und wirklich befanden sich in der Stadtkasse nur zerrissene Schuldscheine. Doch für die Mitglieder des Lehnitzer Karneval Klubs kein Grund, Trübsaal zu blasen. Schließlich feiert man in diesem Jahr den 33.Geburtstag des Vereins unter dem Motto „33 Jahre sind wir verrückt, die 80er haben uns verzückt.“ Bürgermeister Laesicke sinnierte: „Vor 1000 Jahren sind vermutlich einmal Lehnitzer nach Köln ausgewandert und haben den Karneval von der Havel zum Rhein mitgenommen.“

Rainer Falkenberg gehört zu den Gründungsvätern des Lehnitzer Karnevals. Quelle: Ulrike Gawande

Einer der es wissen muss, ist Rainer Falkenberg (71), der zu den Gründungsvätern des Vereins von 1983 gehört. „Es gab die Veranstaltung Ball an Bord, und da dachten wir uns, dass können wir auch. Der Karnevalsverein war geboren“, erinnert sich der Musiker. „Die Kölner aber wollten wir nicht kopieren, sondern eigenes schaffen. Deshalb gibt es auch kein Prinzenpaar und keinen Elferrat. Wir brauchen die Leute nicht zum rumsitzen, sondern zum Mitmachen.“ In der DDR, erinnert er sich,mussten die Büttenreden eingereicht, der Zensur vorgelegt werden. „Dabei waren sie ein wichtiger Faktor, um sich Luft zu machen“, so der Lehnitzer. Er bedauert, dass das Interesse am Karneval nachgelassen hat. „Dafür hat man heute mehr Freiheiten.“

Er war einer der meist fotografierten Männer des Tages: Bürgermeister Laesicke. Hier mit Anne Fünfhaus (rechts) und zwei Generationen Lulei: Oma Annerose und Enkelin Shirley-Ann (links). Quelle: Ulrike Gawande

Shirley-Ann Lulei, eine von 35 jungen Tänzerinnen, gefällt der Karneval, sie tanzt seit 2010 im LKK. Heute bei den roten Funken. „Das Training ist gleichzeitig Fitness und Tanzen. Es macht Spaß, so viel gemeinsam zu machen.“ Die Karnevalszeit hat begonnen.

Von Ulrike Gawande

Seit 15 Jahren gibt es die Patchworkgruppe in Velten. Einst ins Leben gerufen, um russische Aussiedlerfrauen zu integrieren und ihnen die deutsche Sprache nahe zu bringen, ist die Gruppe bis heute ein fester Bestandteil der Gemeindearbeit. Einmal im Jahr werden die genähten Kunstwerke der Öffentlichkeit präsentiert.

14.11.2016

Egal ob Klaviersolist, Chor oder Saxophontrio, die jungen Nachwuchsmusiker der Kreismusikschule Oranienburg wussten ihr Publikum zu überzeugen. So erklangen neben einem neu interpretierten Bach und Werken von Debussy auch japanische Filmmusik und zeitgenössische Klavierkompositionen. Ein Hörgenuss.

14.11.2016

Bürger, Politiker und Soldaten hatten sich am Sonnabend auf dem Friedhof in Mühlenbeck versammelt und gedachten der Millionen Toten zweier Weltkriege. Auch junge Leute waren anwesend. „Das Gedenken bleibt einfach wichtig“, sagte Lena Rohde (15) aus Birkenwerder, die mit Schwester und Vater nach Mühlenbeck gekommen war.

13.11.2016
Anzeige