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Oberhavel Kirche verliert Mitglieder
Lokales Oberhavel Kirche verliert Mitglieder
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08:00 25.03.2014
Quelle: dpa
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Oranienburg

Der Grund für die „Welle von Austritten“ sei eine falsche Information über die Besteuerung von Kapitalerträgen, vermutet Pfarrerin Beate Wolf aus Menz. Allerdings sei weniger als ein Prozent der Mitglieder von der Kapitalertragssteuer betroffen. Der Kirchenkreis, der von Lindow bis in den Barnim und von Oberkrämer bis Templin reicht, zählt 23000 Mitglieder.

Die Kirchenaustritte könnten geplante Ausgaben der Evangelischen Kirche erschweren oder gar unmöglich machen. So sei in Gransee eine Flüchtlingsberatungsstelle geplant, in der Asylbewerber des neuen Heims Hilfe bekommen. Vorbild ist die Hennigsdorfer Beratungsstelle des Kirchenkreises. Auch in Oranienburg ist eine solche Anlaufstelle geplant. Rein ehrenamtlich sei diese Arbeit nicht zu leisten, sagte Wolf.

Es sei nun Aufgabe der neugewählten Kreissynode, inhaltliche Schwerpunkte zu setzen, sagte Friedemann Humburg. Der Pfarrer der Oranienburger Gemeinde St. Nicolai wurde am Wochenende zum neuen Präses der Kreissynode gewählt. Wenn Geld für die Flüchtlingsberatung fehlt, müsse woanders gespart werden, sagte Humburg. Ideen sollen in der Kreissynode entwickelt werden. Die Hilfe von Flüchtlingen sei eine der Kernaufgaben der Kirche, erklärte Pfarrerin Wolf. „Das hat Priorität.“ Denn im Evangelium heißt es: „Ich bin fremd gewesen, und ihr habt mich aufgenommen.“

Die Evangelischen Kirchengemeinden sollen sich aber auch um die energetische Sanierung von Gemeindegebäuden, um Solaranlagen auf Kirchendächern oder um die Verpachtung von Kirchenland für Solar- und Windkraftwerke. Die Bereitsstellung von Kirchenacker für Genanbau ist kirchenweit untersagt.

Mit dem neu gewählten Kreiskirchenrat sei der Kirchenkreis „sehr, sehr gut aufgestellt“, sagte Friedemann Humburg. In verschiedenen Ausschüssen soll nun bis zur Herbstsynode geplant und gearbeitet werden. Der vor sechs Jahren gegründete Kirchenkreis will sich eine eigene Geschäftsordnung verpassen. Bisher arbeitet er nach einer Geschäftsordnung der Landeskirche.

Um dem Mitgliederschwund zu stoppen, will Humburg der Kirche vor allem Glaubwürdigkeit verleihen. „Das, was wir sagen, müssen wir selber auch leben.“ Die Kirche solle ein verlässlicher Partner sein. Einen weiteren Schwerpunkt sieht Humburg in der Verbreitung des Evangeliums. „Wir haben doch eine gute Botschaft."

Von Klaus D. Grote

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