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Der Turm ist fertig, nun ist das Schiff dran

Kirchensanierung in Germendorf Der Turm ist fertig, nun ist das Schiff dran

Der Kirchturm von Germendorf ist nach der Sanierung von seinem Gerüst befreit. Hell und frisch leuchtet er auf dem Dorfanger. Für kurze Zeit war allerdings die Freude über die gelungenen Arbeiten getrübt. Die Bauarbeiter hatten versäumt, die Verbindungstür zum Kirchenschiff zu schließen. Staub und Schmutz drangen in die Orgel ein.

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Die Sanierung des Germendorfer Kirchturms ist fertig. Nun müsste es eigentlich am Kirchenschiff weitergehen.

Quelle: Robert Roeske

Germendorf. Pfarrer Arndt Farack freut sich über den Kirchturm in Germendorf. Die Sanierung ist gelungen. „Der Turm wirkt irgendwie leichter und lockerer.“ Das liegt wohl unter anderem daran, dass die Glasbausteinen verschwunden und durch Fenster ersetzt sind. Auch das Schmuckband über der Uhr ist wieder gut zu erkennen. Die Ziffernblätter wurden frisch gestrichen, die neuen Zeiger sind graziler als die alten. „Wir haben darunter sogar noch Ziffernblätter mit römischen Zahlen gefunden“, erzählt der Pfarrer. Ein letzter Glanz des Goldes war noch zu sehen.“ Doch für eine Restaurierung war es da schon zu spät.

Hübsch anzusehen ist der sanierte Kirchturm mit neuen Ziffernblättern

Hübsch anzusehen ist der sanierte Kirchturm mit neuen Ziffernblättern.

Quelle: Robert Roeske

Im Inneren des Turms wurden einige Balken ausgewechselt. Eigentlich hatte Farack gedacht, das könne man sich sparen. Doch an den Enden war das Holz marode. Die neuen Balken sind so mit dem Mauerwerk verbunden, dass Luft rankommt. So schnell werden die nicht schimmeln. Auch rund um die Kirche ist einiges passiert. Das Gelände wurde reguliert. Für jedes Fallrohr sind Abflussrinnen gepflastert worden, die das Regenwasser von der Kirche wegführen. „Früher stand die Kirche immer wie in einem See“, sagt Farack.

Das Außengelände wurde mit einem leichten Gefälle neu angelegt

Das Außengelände wurde mit einem leichten Gefälle neu angelegt. Von jedem Fallrohr führt eine gepflasterte Rinne weg.

Quelle: Andrea Kathert

Die Freude über die gelungene Kirchturmsanierung wurde allerdings getrübt. Die Bauleute hatten versäumt, die Verbindungstür zum Kirchenschiff richtig abzudichten. Der ganze Staub und Schmutz setzte sich auf die Orgel, die genau vor der Tür zum Turm steht. „Die Orgel war so eingestaubt, dass sie nicht mehr benutzbar war“, erzählt Farack. Eine Taste hatte sich so verklemmt, dass sie permanent einen Ton von sich gab, egal was gespielt wurde. „Das war ein richtiger Heuler.“ Gott sei Dank kam letzte Woche der Orgelbaumeister Tino Herrig aus Marwitz zu Hilfe und brachte alles wieder in Ordnung. „Sonst wäre das Konzert ins Wasser gefallen“, sagt der Pfarrer.

Beim Benefizkonzert am 30 August sitzt nicht Arndt Farack an der Lüttkemüllorgel, sondern Nicolai-Kantor Jack Day

Beim Benefizkonzert am 30. August sitzt nicht Arndt Farack an der Lüttkemüllorgel, sondern Nicolai-Kantor Jack Day.

Quelle: Andrea Kathert

Denn am 30. August, ab 14 Uhr, soll Kantor Jack Day an der Orgel sitzen und ein Benefizkonzert geben. Zum einen möchte sich der Pfarrer damit bei allen Bauleuten und Helfern bedanken. Zum anderen ist der Gemeindekirchenrat auf weitere Spenden angewiesen. Das Dach des Kirchenschiffes muss als nächstes saniert werden. 195 000 Euro sind dafür nötig. „Jack Day kann natürlich viel besser spielen als ich“, sagt Arndt Farack. Der könne sogar bescheidenen Orgeln schöne Töne entlocken. Das Konzert ist überschrieben mit „Unter Luthers Apfelbaum“ und soll ein Zeichen der Hoffnung sein. „Wenn morgen die Welt untergänge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, zitiert Farack einen überlieferten Luther-Spruch. Bis jetzt steht vor der Germendorfer Kirche noch kein Bäumchen. Doch fünf Frauen aus Oranienburg, die das Projekt „Luthers Apfelbaum mit initiiert hatten, haben bereits ein Bäumchen gesponsert. Zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 wird es vor der Kirche gepflanzt.

Von Andrea Kathert

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