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Kirchturm von Germendorf wird saniert

Putz bröckelt an der Fassade Kirchturm von Germendorf wird saniert

Vom Germendorfer Kirchturm bröckeln seit Monaten Putz und Steine herab. Zum Glück hat keiner der Gottesdienstbesucher etwas abbekommen. Aber eine Sanierung ist dringend nötig. Das Gerüst steht bereits. Und nun hat auch der Denkmalschutz sein OK gegeben.

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Die Kirchturmsanierung beginnt. Die Fassade hatte schon arg gebröckelt.

Quelle: Andrea Kathert

Germendorf. Wenn es um die Sanierung altehrwürdiger Gebäude geht, fällt ein Satz höchst selten: „Die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz klappt sehr gut.“ Doch Bauleiter Wolfram Schwelgin sagt das aus voller Überzeugung und Pfarrer Arndt Farack neben ihm, kann dem nur zustimmen. Schwelgin weiß, wovon er spricht. Seit Jahren zählt die Sanierung von Kirchen und anderer denkmalgeschützter Gebäude zu seinem Spezialgebiet und dem des Ingenieurbüros für Baustatik und Sanierungsplanung in Dahlwitz-Hoppegarten, für das Schwelgin arbeitet. Pfarrer Farack seinerseits hat ein gutes Gefühl, die Absprachen mit dem Bauleiter laufen sehr gut.

Mit Martin Petsch vom Amt für Denkmalschutz Oberhavel hat Bauleiter Schwelgin nicht zum ersten Mal zu tun. Schon in Kremmen haben die Männer zusammengearbeitet. Das liefe immer sehr konstruktiv ab, sagt Schwelgin. Petsch sei ein engagierter Mann. Auch im Falle des sanierungsbedürftigen Germendorfer Kirchturms waren die beiden offenbar auf einer Wellenlänge. Nach der Absprache in dieser Woche kann es nun losgehen mit den Arbeiten. Jetzt, wo das Gerüst am Kirchturm steht, sind die Schäden viel besser auszumachen. „Mit dem Fernglas kann ich vorher von unten natürlich nicht alles sehen“, sagt Schwelgin. Das, was er nun in mehr als 20 Metern Höhe in Augenschein nehmen kann, ist trotzdem keine Überraschung für ihn. Die Ziegelsteine sind abgesplittert, besonders oberhalb der Ziffernblätter der Uhr. Offenbar hatte man es in den 1960er- oder 1980er-Jahren zu gut gemeint mit dem Fugenverdichten und dafür vor allem Zement verwendet. Ganz schlecht. Die harte Fuge lässt die Ziegelsteine nicht arbeiten, sie splittern. Als Zeugnis davon ist der Eingangsbereich der Kirche übersät mit Splittern und kleinen Steinbrocken. Ein Wunder, dass bis jetzt kein Kirchgänger verletzt wurde.

Fakt ist: „Wir müssen etliche Ziegel austauschen“, sagt Schwelgin. „Und heute ist der Musterstein freigegeben worden“, meint der Bauleiter und zeigt auf einen Ziegel, der sich ein wenig aus der Fassade abhebt. Farbton, Größe, Struktur _ alles muss passen, bevor der Denkmalschutz mitzieht. Die Ziegelsteine könnten schon nächste Woche in Germendorf ankommen. Etwas länger wird es mit den Formsteinen dauern. Das sind Steine, die eine außergewöhnliche Form und kein Standardmaß haben. Etwa 40 solcher Spezialsteine werden gebraucht. In der Ziegelmanufaktur Glindow werden sie gebrannt. Unterhalb der Ziffernblätter sind die Schäden an der Fassade wesentlich geringer.

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Die Arbeiten am Kirchturm in Germendorf sind im Gange. Das Gerüst steht. Die Bauarbeiter haben alle Schäden lokalisiert. Die neuen Steine für die Fassade sind bestellt. Es geht vorwärts.

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Die zweite große Aufgabe am Kirchturm gilt den Fenstern. Inzwischen sind alle ausgebaut, auch die Glasbausteine wurden entfernt. „Wir haben auf der linken Seite noch das einzige historische Fenster“, sagt Pfarrer Arndt Farack. Das alte Fenster wird aufgearbeitet und nach seinem Vorbild werden alle anderen nachgebaut. Der Tischler ist gerade dabei, die Zeichnungen zu erstellen. Aus Lerchenholz werden die Fenster gemacht. Sie bekommen leicht profiliertes Altglas. Im Inneren des Turmes hat Wolfram Schwelgin auch keine bösen Überraschungen erlebt. Die riesigen Holzbalken sehen gut aus. Pfarrer Arndt Farack, der eigentlich kein Freund von schwindelerregenden Touren ist, kämpft sich tapfer bis zum Glockenturm. „Natürlich ist das Geläut gerade abgestellt“, sagt der Pfarrer. Sonst würde den Bauleuten wahrscheinlich das Trommelfell platzen. Auch die Turmuhr funktioniert gerade nicht. Die Zifferblätter werden gestrichen, die Zeigerpaare ausgetauscht. Die kleine Bronzeglocke aus dem Jahr 1845 ist gut erhalten. An der großen Stahlglocke aus den 1920er-Jahren hat ein wenig der Rost geknabbert. Auch an dem Glockengestell. „Das ist aber alles in Ordnung“, beruhigt der Bauleiter. Wenn die Rüstung abgebaut ist, wird noch ein Schwingungsgutachten erstellt, um sicher zu gehen, dass der Glockenstuhl hält.

Die nächsten Tage wird es weitere Absprachen mit Restauratoren und Denkmalschutz geben, immer im Blick schon das Kirchenschiff. Denn die Sanierung des Schiffes ist die nächste riesige Aufgabe, die sich der Gemeindekirchenrat vorgenommen hat.

Von Andrea Kathert

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