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Oberhavel Kivi macht seinen Laden zu
Lokales Oberhavel Kivi macht seinen Laden zu
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16:20 27.04.2016
Für Kivi ist es schwer, den Laden aufzugeben. Doch nun lädt er nach Liebenwalde ein. Quelle: ENRICO KUGLER
Hammer

Der kleine Laden in der Liebenthaler Straße war schon immer der Konsum im Dorf. Und auch heute sieht es noch so aus. Es gibt praktisch alles. Wurst, Käse, Brot, Waschpulver, Bier, Schrippen, Holzkohle, Konserven, Kaffee, Zigaretten, Hundefutter, Milch, Pizza, Schokolade, Zeitungen und, und, und. In Hammer muss niemand verhungern. Zumal der Laden jeden Tag von 8 bis 20Uhr und sonntags bis 17 Uhr geöffnet hat.

Doch nur noch vier Tage, dann macht der Konsum zu. Sein Betreiber, den alle nur unter seinem Spitznamen Kivi kennen, kann das Geschäft nicht mehr halten.

„Das ist für mich eine sehr schwere Entscheidung“, sagt der 36-Jährige, der aus Vietnam stammt und mit seiner Frau und den beiden Kindern 2008 von Berlin nach Liebenwalde zog. „Das ist hier mein Lieblingsladen, ich habe mir so viel Mühe gegeben.“ Doch das Geschäft wirft einfach nicht genug ab. Im Sommer, wenn die Bungalowbesitzer aus Berlin kommen, dann geht es noch. Die haben sich gefreut, auch am Wochenende direkt im Dorf schnell was holen zu können. Im Winter allerdings hat Kivi kaum etwas eingenommen. Dabei seien seine Waren nicht überteuert. Doch viele aus dem Ort sind doch lieber in den Supermarkt nach Liebenwalde gefahren. Um den Hammeranern den Weg in sein Geschäft schmackhaft zu machen, hat der junge Vietnamese sogar die Kleiderbox auf dem Hof aufstellen lassen und die Post mit ins Geschäft genommen. „Mit der Post habe ich gar nichts verdient“, sagt der Geschäftsmann. Aber für die Leute sei das wichtig gewesen, wenn sie mal ein Paket zurückschicken wollten. „Mir ging’s mehr um die Menschen“, meint Kivi. Besonders die Älteren seien gern mal auf einen Plausch gekommen.

Wegen der Schließung habe er schon die ganze Woche nicht schlafen können. Es tut ihm wirklich leid um die Leute hier. Im September 2012 hatte er den Konsum in Hammer übernommen. Zwei Geschäftsleute vor ihm hatten es auch schon versucht. „Ich bin damals durch Zufall hier vorbeigefahren und habe gedacht, das müsste etwas werden.“ Eigentlich hätte er schon nach zwei Jahren schließen müssen. „Aber ich wollte es immer noch ein Jahr probieren.“ Nun ist endgültig Schluss in Hammer. Er habe keine Kraft mehr, jeden Tag so lange zu arbeiten. Schließlich muss er alles selbst machen, hat nur eine stundenweise Verkäuferin. Die Miete und Betriebskosten in dem alten Gebäude drücken zu sehr. Die letzten Tage versucht er, seine Waren noch an den Mann zu bringen, auch mit ordentlichen Rabatten.

Und dann wird nach vorn geschaut. Vielleicht in der zweiten Maihälfte kann Kivi sein Bistro in Liebenwalde eröffnen. Im ehemaligen Fleischerladen in der Ernst-Thälmann-Straße 36 sind noch die Handwerker kräftig beim Umbauen. Doch dann möchte der 36-Jährige jeden Tag Frühstück mit Kaffee und belegten Brötchen oder Bockwurst mit Salat anbieten. Ein kleiner Biergarten soll zum Bistro gehören. Und mittags gibt’s asiatische Küche, auf Wunsch auch ins Haus geliefert.

In Hammer selbst sieht es dann schlecht aus mit Einkaufen. Was bleibt ist die Fleischerei Schiller in der Eberswalder Straße, die aber nur freitags und sonnabends am Vormittag ihren Laden öffnet. Und gegenüber Bäcker Kowsky. Sonst sieht es schlecht aus für die Hammeraner, die müssen nun wirklich jedes Mal nach Liebenwalde zum Einkaufen.

Wer am Sonnabend im Konsum von Hammer noch mal vorbeischaut, bekommt bestimmt ein Abschiedsbierchen von Kivi und natürlich eine herzliche Einladung, künftig im Bistro in Liebenwalde vorbeizuschauen.

Von Andrea Kathert

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