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Kleine Freude im Schuhkarton

Hohen Neuendorferin leitete Sammelstelle Kleine Freude im Schuhkarton

Kurz nach dem Eintritt ins Rentenalter war der heute 74-Jährigen Marianne Rothe-Oswald aus Hohen Neuendorf klar, dass sie sich engagieren möchte. sie wurde Leiterin einer Sammelstelle für die Hilfsaktion „Weihnachten im Schuhkarton“.

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Marianne Ro­the-Oswald.

Quelle: Foto: Juliane Weser

Hohen Neuendorf. Vier noch leere Schuhkartons stehen auf dem Küchentisch von Marianne Rothe-Oswald. Aus einem großen Korbgeflecht holt die Hohen Neuendorferin nach und nach Mützen, Handschuhe und Kuscheltiere heraus. „Das ist meine Schatztruhe, die ich über das ganze Jahr hinweg fülle“, sagt Rothe-Oswald. Seit nunmehr zehn Jahren engagiert sie sich für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die vom christlichen Werk „Geschenke der Hoffnung“ vor über 20 Jahren initiiert wurde. Die Schuhkartons werden hauptsächlich in osteuropäische Länder wie Bulgarien, Polen, der Republik Moldau oder der Slowakei verschickt. Die örtlichen Kirchengemeinden verteilen schließlich die Schuhkartons. Die Geschenke sind ausschließlich für Kinder gedacht.

Kurz nach dem Eintritt ins Rentenalter war der heute 74-Jährigen klar, dass sie sich engagieren möchte. „Den Aufruf dazu hörte ich im Radio.“ Marianne Rothe-Oswald wollte helfen, also entschied sie sich dafür, als Sammelstellenleiterin zu arbeiten. Dazu sprach sie mehrere Apotheken in Hohen Neuendorf an, die als Annahmestelle für die abgegebenen Schuhkartons dienen sollten. Einige Apotheken lieferten ihr dann die Kartons nach Hause. Bei den Übrigen musste sie die Kartons abholen. Die Planung war eine logistische Meisterleistung der Seniorin.

In den ersten zwei Jahren diente ihr Wohnzimmer als Zwischenlager. „Die Kartons stapelten sich bis unter die Decke. „Mir blieb nur ein schmaler Weg ins Schlafzimmer. Es stand alles voll.“ Bevor die Schuhkartons jedoch versendet wurden, war es nötig, dass sie „kontrolliert werden“, so die Rentnerin. Denn schließlich gibt es genaue Vorschriften, was verschenkt werden darf. Gummibären sind nicht erlaubt, auch keine gefüllte Schokolade. Erwünscht sind ausschließlich neue Dinge, wie Kleidung, Spielsachen oder Schulmaterialien.

In den folgenden Jahren verständigte sie sich mit dem Bürgermeister und er organisierte Räumlichkeiten für die Zeit der Aktion. In einem Jahr bewältigte Marianne Rothe-Oswald mit ihren Helfern rund 800 Schuhkartons. Aus gesundheitlichen Gründen musste die 74-Jährige in diesem Jahr die Stelle der Sammelstellenleiterin aufgeben. „Ich kann es nicht mehr leisten, aber meine vier Schuhkartons packe ich auf jeden Fall.“ Noch bis zum 15. November können die Schuhkartons abgegeben werden. Marianne Rothe-Oswald wünscht sich, dass sich bald ein Nachfolger für sie findet, der wieder eine Sammelstelle in Hohen Neuendorf ins Leben ruft.

Von Juliane Weser

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