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Kleingärten sollen Autobahn weichen

Velten Kleingärten sollen Autobahn weichen

Vor einigen Tagen kamen in den Veltener Kleingartenverein „Adlerstonberg“ die Vermesser, die im Auftrag der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) die Flächen abstecken, die für den sechsspurigen Ausbau der Autobahn A 10 benötigt werden.Insgesamt sind 25 der 44 Parzellen betroffen, auf vieren müssen sogar die Lauben abgerissen werden.

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Wolfgang Böttcher und Caroline Kramer vor einem Markierungspflock des DEGES.

Quelle: Ulrike Gawande

Velten. 44 Gartengrundstücke gehören zum Kleingartenverein „Adlerstonberg“ am nördlichen Ortsrand von Velten. Ein Verein, der 2012 gegründet wurde, dessen Ursprünge jedoch bis ins Jahr 1919 zurückreichen. Neuestes Vereinsmitglied ist Caroline Kramer, die erst vor knapp zwei Monaten eine 709 Quadratmeter große Parzelle erworben hat.„Ich war von der Anlage beeindruckt und begeistert“, so die Berlinerin.

Doch dann sei der große Schock gekommen, als vor einigen Tagen die Vermesser der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) auf ihrem Grundstück erschienen, um die Fläche abzustecken, die für den sechsspurigen Ausbau der Autobahn A 10 benötigt wird. „Es war ein heftiger Aufprall“, berichtet die junge Frau. „Der Verkäufer hat die Autobahn nur nebenbei erwähnt.“ Und statt wie von ihm angedeutet rund 160 Quadratmeter, soll Kramer nun fast die Hälfte ihrer Parzelle verlieren. „Auch alle Bäume sind dann weg.“ Sie habe überlegt, das Grundstück wieder zu verkaufen, befürchtet jedoch, dabei draufzahlen zu müssen. Zudem habe sie schon viel Liebe und Arbeit in das Grundstück investiert.

Das hat auch der Vereinsvorsitzende Wolfgang Böttcher, der im Zuge des Autobahnausbaus den Garten neben seinem Haus verlieren wird. „Die Lärmschutzwand steht dann direkt vor dem Fenster“, sagt Böttcher. Insgesamt sind 25 Parzellen betroffen, auf vier müssen die Lauben abgerissen werden. Ihm sei bewusst, dass die Autobahn nicht aufzuhalten sei, so Böttcher. Umso mehr kritisiert er die aus seiner Sicht mangelnde Informationspolitik seitens der Stadt, die Eigentümerin der Grundstücke ist. Es sei zu massiven Streitigkeiten innerhalb des Vereins gekommen, weil die Stadt nicht mit ihm als einzigem Vertragspartner, sondern mit jedem einzelnen Unterpächter verhandeln würde. Kramer: „Es gibt keinen Zusammenhalt mehr. Jeder kämpft für sich und alle gegen den Vorstand.“ Man befürchtet eine Kündigung des Gesamtvertrages.

Das werde nicht geschehen, beruhigt Veltens Presseprecherin Ivonne Pelz. Es sei nur eine Vertragsänderung für die Flächen in Arbeit, für die nach Paragraf 2, Absatz 1, die vereinbarte Vertragsdauer bis 2022 mit Option auf Verlängerung nicht gelte, weil sie für den Autobahnausbau benötigt werden. „Hier ist der Vertrag jährlich, drei Monate zum Jahresende kündbar.“

Von Ulrike Gawande

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