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Oberhavel Müssen die Kleingärten am Havelufer Bauland weichen?
Lokales Oberhavel Müssen die Kleingärten am Havelufer Bauland weichen?
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00:21 16.06.2018
Spartenvorsitzender Gerd Schilke (l.) und Gerd Windisch vom Kleingartenverband Oberhavel. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Sie haben gerade viel investiert: 7000 Euro in eine neue Stromversorgung, die Umzäunung ist nagelneu und auch Kraft und Herzblut in die Beete, „doch darüber redet ein Kleingärtner nicht. Das macht jeder gern“, sagt Gerd Schilke. Doch worüber gerade alle reden in der Kleingartensparte „Havelufer 42“ im Fischerweg, das sind die Pläne der Stadt, das Areal bebauen zu wollen, für das „Filetstück“ an der Havel einen Ideenwettbewerb auszuloben – und, dass sie selbst darüber aus der Zeitung erfuhren. „Es war erst im April mit der Stadt vereinbart worden, dass wir zuerst informiert werden und es dann auch Alternativen für uns geben muss“, erinnert Gerd Schilke.

Der 59-Jährige ist seit März Vorsitzender der Kleingartensparte, die rund 30 Mitglieder und 26 Parzellen zählt. In Sachen Pacht ist die innerstädtische Oase zweigeteilt. Während die Gärtner auf der östlichen Seite Richtung Lehnitzstraße Verträge mit der Stadt haben, die jährlich verlängert werden mit der Option, dass aus den Gärten einmal Bauland werden könnte, verbindet die Kleingärtner auf der Westseite zur Havel hin zeitlich unbegrenzte Verträge mit dem Kleingartenverband Oberhavel, der Hauptpächter bei der Stadt ist.

Gerd Schilkes Garten ist mit 300 Quadratmetern ziemlich schmal. Doch jeder Zentimenter ist gepflegt und genutzt. Erdbeeren, Bohnen, Möhren, Äpfel, Pfirsiche ernte er jedes Jahr. „Alle Gärten sind in sehr gutem Zustand. Es ist das letzte aktive Biotop in der Stadt“, sagt er mit Nachdruck: „Viele sehen das so.“ Den Mann, der bei Orafol arbeitet, bringt so schnell nichts aus der Ruhe, gerade habe er die Gärtner etwas beruhigen können: „Diese völlige Verunsicherung sei vermeidbar gewesen“. Ihn ärgert „die Art und Weise, wie man mit uns umgeht“. Und fühlt sich an die Zeit vor zehn Jahren erinnert. „Auch da haben wir gekämpft, 1000 Unterschriften gesammelt, als wir hier weg sollten.“ Auch Gartennachbar Detlef Borowsky wäre da wieder mit dabei.

„Seit 1990 verschwinden in Oranienburg die Kleingärten“, beklagt Gerd Windisch, Stellvertretender Kreisvorsitzender des Kleingartenverbandes. Möglichkeiten für neue Gärten sieht er in Malz oder Bernöwe. „Man muss doch den Leuten, bevor man ihre Gärten platt macht, sagen, welche Ausweichmöglichkeiten es gibt, wie es weitergeht. Das wäre fair. Wir fühlen uns nicht ernst genommen.“

Gerd Schilke verweist aus ganz aktuellem Anlass darauf, dass mit den Gärten die einzige innerstädtisch Wasserversickerungsfläche bei Starkregen wie im letzten Juni verschwindet. Auch seien die Gärten mit Pächtern im Alter zwischen 18 und 80 von sozialer Bedeutung für die Stadt. „Nicht zuletzt wächst hier die nächste Generation heran. So viele Kinder gibt es hier, auch meinen Enkel.“

Von Heike Bergt

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