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Kleinstaaterei auf der Honigwiese

Imker auf Probe beim Zehendenicker Verein Kleinstaaterei auf der Honigwiese

Das Bild von der Vereinswiese der Zehdenicker Imker erinnert ein wenig an die Begehung eines fremden Planeten: In weißen Schutzoverals tasten sich die Probanden unter der Baumblüte vorsichtig von einem Nistkasten zum nächsten und betrachten durch die Maschen ihrer Imkermützen den regen Flugverkehr an den Beuten.

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Schwärmerei auf der Vereinswiese: „Lehrmeister“ Reiner Merker (in Zivilkleidung) begleitet die Probeimker beim Öffnen der Beuten und erklärt ihnen, was das Gewimmel auf der Mittelwand bedeutet und wo die Weiselzelle zu finden ist – der Sitz der Königin.

Quelle: Uwe Halling

Zehdenick. Mit Beginn des Bienenjahres und der ersten Massentracht auf den Feldern begann für die Teilnehmer des Imker-Kurses der praktische Teil der Ausbildung – die Arbeit am und mit dem Bienenvolk. „Wir öffnen gemeinsam die Beute, um zu gucken, was vorgeht im Stock“, kommentiert André Witzlau, Vorsitzender des Vereins, das Geschehen.

Als Olaf Seehausen den Deckel seines Nisthotels vorsichtig anhebt, dringt das sonore Surren der Bewohner nach draußen. Alle Augenpaare sind jetzt auf die Wachsplatten gerichtet, die von Scharen der Honigmacher besetzt sind. „Das ist die Weiselzelle“, deutet „Lehrmeister“ Reiner Merker auf einen dunklen Punkt. Der Bergsdorfer erklärt den Teilnehmern, wie die Stimmung im Stock ist. Zu wissen, was auf der Wabe passiert, ist wichtig für den Erfolg der Zucht. Die Drohnenbrut müssen die Probeimker beispielsweise erkennen und aussortieren, weil sie ein Angriffspunkt für die schädliche Varroamilbe und damit eine Bedrohung für das ganze Volk ist.

Fünf Völker hat der Imkerverein für diesen ersten Kurs organisiert. Jeder Teilnehmer bekam seinen eigenen Staat zugelost, um den er sich bis zum Ende des Bienenjahres kümmern muss. Die Bienen von Karin Kockel sind derzeit in Schwarmstimmung – das heißt, ein Teil des Volkes würde gerne ausziehen und die alte Königin mitnehmen, um anderswo einen neuen Staat zu gründen. Noch ist nicht entschieden, ob sie ausziehen und einen Teil des Honigs mitnehmen dürfen. Karin Kockel könnte ihr Volk teilen oder einen Ableger machen oder auch die Schwärmerei verhindern, indem sie Platz schafft im Stock. „Die Bienenzucht ist eine Wissenschaft für sich. Das steckt viel drin und es macht ganz viel Spaß, sich damit zu beschäftigen“, sagt die Stechlinerin. Im Kurs des Zehdenicker Vereins fühlt sie sich gut aufgehoben: „Man bekommt viel mehr Input, als ich erwartet habe“.

Mit der Resonanz auf das neue Vereinsangebot ist auch der Vorsitzende André Witzlau sehr zufrieden. „Das Projekt ist gut angelaufen, für uns ist das ein Erfolg“, sagt der Mildenberger. Den Imkern geht es in erster Linie darum, mehr Menschen für das Hobby zu begeistern und auf diese Weise für Nachwuchs zu sorgen. Dazu gehört auch, den Laien die Scheu zu nehmen. „Der erste Kontakt mit Bienen muss kein Stich sein. Es ist viel schöner, die Begegnung mit der Königin bewundern zu können“, sagt Witzlau.

Auf den Erstkontakt wurden die Probeimker gut vorbereitet. Zwei Lehreinheiten absolvierten die Männer und Frauen, bevor es ins Freie ging. Nur ein Kandidat ist zwischenzeitlich abgesprungen, weil ihm der Lehrplan zu umfangreich erschien. Mindestens alle zwei Wochen treffen sich die Schüler auf der Vereinswiese, wenn viel Arbeit ist, verkürzen sich die Abstände. „Regelmäßigkeit ist wichtig, wir wollen ja auch zeigen, welche Routine sich entwickeln sollte, wenn man mit Bienen zu tun hat“, sagt Vereinsvorsitzender Witzlau.

Von Cindy Lüderitz

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