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Kleintierzüchter setzt sich zur Wehr

Tierquälerei in Eichstädt Kleintierzüchter setzt sich zur Wehr

Nachdem die Polizei und das Veterinäramt am Sonntag Tiere von einem Anwesen in Eichstädt weggeholt haben, weil sie dort augenscheinlich unter katastrophalen Verhältnissen gehalten wurden, setzt sich nunmehr der Eigentümer der Tiere gegen die erhobenen Vorwürfe zur Wehr.

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Reinhardt Engert ist sowohl ein leidenschaftlicher Leichtathlet als auch ein begeisterter Kleintierzüchter. Nun wird ihm jedoch Tierquälerei vorgeworfen.

Quelle: Hajo Eckert

Hennigsdorf/Eichstädt. Reinhardt Engert ist entsetzt. Während der 66-jährige Leichtathlet am Sonntag bei Wettkämpfen war, hat man ihm seine Tiere vom Wochenendgrundstück in Eichstädt weggeholt. Wie MAZ berichtete, waren nach einem Zeugenhinweis Polizei, Veterinäramt und ein Tierarzt auf seinem Anwesen und haben Hühner, Puten, Enten, Gänse und zehn Kaninchen in ein Tierheim geschafft. Polizei und Kreisverwaltung sprachen hinterher überstimmend davon, dass die Tiere unter katastrophalen Bedingungen gehalten wurden und offensichtlich über einen längeren Zeitraum weder Wasser noch Fressen bekommen hatten.

Das sieht Reinhardt Engert anders. Nachdem sich am Montag die Hinweise verdichteten, dass es sich bei dem Eigentümer des Grundstücks und Inhaber der Tiere tatsächlich um Reinhardt Engert aus Hennigsdorf handelt, konfrontierte ihn die MAZ am Dienstag mit den Vorwürfen der Tierquälerei. Der 66-Jährige wies die Vorwürfe aufgeregt zurück. Als er am Sonntag von seinen Wettkämpfen zurückgekehrte, sei die Aktion der Polizei bereits in vollem Gange gewesen. Er sei quasi hinzugekommen und habe mit ansehen müssen, wie seine Tiere eingefangen und weggebracht wurden. Die Behauptung, dass die Tiere nicht ausreichend versorgt worden wären, will er nicht gelten lassen. Er sei deshalb noch am Sonnabend auf dem Grundstück gewesen. Und auch, dass er am Sonntag dort eintraf, habe den Grund gehabt, dass er die Tiere füttern und tränken wollte. Und wenn er mal längere Zeit zu einem Wettkampf unterwegs sei, übernehme jemand diese Arbeit für ihn. Die für einen Laien katastrophal wirkenden Zustände würden daher rühren, dass er, wie fast alle Geflügelzüchter, große Probleme mit Vogelmilben hatte. Deshalb habe er alles abreißen und ausbrennen müssen, Nun, da das Wetter besser sei, könne er sich dem Wiederaufbau widmen.

Tierhalter kritisiert „Wegholaktion“

„Als ewig Stallpflicht herrschte“, so der 66-Jährige, „hat sich niemand dafür interessiert, wie das Geflügel in den Ställen untergebracht ist“, sagt Engert, der schon viele Jahre Kleintierzüchter ist. Etliche der Exemplare, die jetzt weggeholt wurden, seien bei Ausstellungen prämiert worden. Dass man ausgerechnet ihm jetzt vorwerfe, unsachgemäß mit den Tieren umzugehen, sei ein Witz.

Engert kritisierte, wie bei der „Wegholaktion“ am Sonntag mit den Tieren umgegangen wurde. So sei etwa versucht worden, einen 15 Kilogramm schweren Bronzeputer mit einem winzigen Kescher einzufangen. Dann seien die Tiere in viel zu kleine Behälter gepfercht und bei der Hitze in Autos abtransportiert worden. Er habe sogar angeboten, beim Einfangen von Tieren zu helfen. Bei seinen 70 Zentimeter hohen Kämpfern (Kampfhühnern) etwa, sei das nicht ganz ungefährlich. Aber man habe ihn gar nicht aufs Grundstück gelassen. Überhaupt wundere er sich, dass Polizei und Veterinäramt einfach sein Anwesen betreten hätten. Dies rechtfertigte die Polizei am Dienstag noch einmal mit der Tatsache, dass Gefahr im Verzug gewesen sei.

Schließlich äußerte sich Engert auch schockiert darüber, dass zwei Gänse mitgenommen wurden, die gerade beim Brüten waren und dass eine Gans durch einen Schuss aus einer Dienstpistole der Polizei getötet wurde. Ihm sei bekannt gewesen, dass das Tier krank ist, habe immer gehofft, dass es sich wieder erholt.

Von Bert Wittke

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