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Kleopatra und ihre Oma

Große Abschlussgaudi der diesjährigen Mixed-Pickles-Woche in Velten Kleopatra und ihre Oma

Was sie in einer Ferienwoche einstudiert hatten, präsentierten Kinder und Jugendliche am Sonnabend auf der Abschlussveranstaltung der Mixed-Pickels-Woche in Velten. Jedes Jahr findet diese Aktionswoche statt, um Kinder unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen _ ohne Gewalt und Fremdenfeindlichkeit.

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Spaß haben diesen beiden Models als Kleopatra und deren Oma.

Quelle: Fritz hermann Köser

Velten. Es ist so heiß, dass sogar Kunstwerke eine Erfrischung vertragen können. Jedenfalls halten immer wieder Kinder an einem aufblasbaren Planschbecken ihre farbenfrohen Bilder unter eine Brause und freuen sich über die interessanten Ergebnisse.

„Duschbilder“ nennt sich der erfrischend andere Workshop auf der Abschlussgaudi der Mixed-Pickels-Woche in Velten. „Hömma, wir müssen reden“, lautete das Motto des diesjährigen Sommerevents. Erneut ging es um das Zusammensein von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft, ohne Gewalt, ohne Rassismus. Zahlreiche Besucher hatten sich am Sonnabend auf dem Gelände zwischen dem Veltener Markt und der Ofenstadthalle eingefunden.

Viele Kinder denken, dass sie nicht malen können, erklärt Pfarrerin Ute Gniewoß, die das Duschbilder-Projekt leitet. Um ihnen solche Schwellenängste zu nehmen, hat sie auf gegenständliche Motive verzichtet. Die Kinder malen, wie sie möchten. Finja aus Velten hat sich für zwei Farben entschieden. Leuchtendes Rot, „weil das so schön strahlt“, so die Zwölfjährige. Das satte Grün soll an eine blühende Wiese erinnern.

Sie legt den Pinsel beiseite und eilt zu einer Bühne. Jetzt schnell umziehen, schließlich nimmt sie noch an einer Modenschau teil. Finja sei jedes Jahr dabei, sagt ihre Mutter Nathalie Altenburg. „Wahnsinn, was die Organisatoren immer so auf die Beines stellen“, lobt sie.

Mit Zirkus-Nummern beginnt die große Show. Artisten wirbeln Keulen durch die Lüfte, Akrobaten machen Handstand und Clowns Faxen. Ein Mädchen balanciert auf einen großen Ball und jongliert dabei. Nur gut, dass der Wind Ruhe gibt, plötzliche Böen hatten schon zwei kleine Zeltdächer aus der Verankerung gerissen. Eine Moderatorin kündigt die Nummern an. Kleine Kinder laufen gelegentlich während der Darbietungen zwischen den Künstlern umher, weder Publikum noch Artisten scheint das sonderlich zu stören.

Auf einer Zuschauer-Bank sitzt Gitta Hildebrandt aus Velten. Tim, ihr studierender Enkel, ist hier als Tontechniker tätig. Begonnen hatte alles mit der Zirkusschule, wie er erklärt. Ein Flyer in seiner Schule hatte ihn zu den Mixed Pickels gebracht. Mitorganisatorin Christa Schneider freut sich über die vielen jungen Helfer, die der Initiativgruppe trotz Ausbildung oder Uni die Treue halten. Und auch über die vielen Besucher der Aktionswoche. „Dieses Jahr waren viele Kinder von Flüchtlingen dabei“, sagt sie.

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Während der Mixed-Pickels-Woche in Velten kamen Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft zusammen und hatten Spaß bei sportlichen Wettbewerben, beim Einstudieren von Zirkuskunststücken und beim Malen.

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Ute Gniewoß blickt ebenfalls zufrieden zurück. Einige Angebote hätten stärker genutzt werden können, sagt sie. Etwa die Kinofilme oder der Vortrag eines Referenten des Weltfriedensdienstes (WFD). Über die Arbeit seiner Organisation in Burundi hatte er unter anderem berichtet, der WFD betreut dort ehemalige Flüchtlinge, die in ihre Heimat zurückgekehrt waren.

Inzwischen herrscht auf der Bühne pure Eleganz. Mädchen in weiten Blumengewändern oder feudalen Cocktailkleidern schreiten auf und ab, machen so Heidi Klums Jüngerinnen Konkurrenz. Doch plötzlich geht es bunt und schrill zu. Die Freakshow. Der Herr im Glitzerhut und Sonnenbrille versprüht den Paradiesvogel-Charme eines Las-Vegas-Stars der 70er-Jahre. Doch was ist mit den beiden sehr altertümlich gekleideten Damen, von denen eine so gebückt läuft? Die Antwort dröhnt sogleich aus dem Lautsprecher: Kleopatra und ihre Oma.

Von Fritz Hermann Köser

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