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Oberhavel Klimaschutz und Bürgerideen
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02:15 15.01.2018
Workshop zum Klimaschutzkonzept Mühlenbecker Land. Quelle: Gemeindeverwaltung
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Mühlenbecker Land

Energiespar-Schulungen für Hausmeister, Sanierung kommunaler Gebäude, umweltfreundliche Bauleitplanung, Flächen für Ersatzpflanzungen: Politik, Verwaltung und ein paar engagierte Bürger diskutierten am Montag im Rahmen des Umweltausschusses darüber, mit welchen konkreten Maßnahmen unsere Gemeinde den Klimaschutz voranbringen kann.

Die Ergebnisse des dreistündigen Workshops fließen in das Klimaschutzkonzept der Gemeinde Mühlenbecker Land ein. Ziel ist es, die CO2 -Bilanz des Ortes zu senken. Das beauftragte Büro Seecon Ingenieure will das Konzept bis Ende März fertigstellen.

„Kümmerer“ vs. „Manager“

Jeder Beteiligte konnte zum Schluss mit Klebepunkten seine persönlichen Schwerpunkte setzen. Hier zeigten sich Unterschiede in der Herangehensweise: Gemeindevertreter der CDU forderten, verstärkt auf die interkommunale Zusammenarbeit zu setzen und den Klimaschutz in den bestehenden Verwaltungsapparat einzubinden. Externes Knowhow wäre unnötig, stattdessen sollten ein oder zwei Mitarbeiter von anderen Aufgaben entbunden werden und als „Kümmerer“ die Umsetzung des Konzeptes überwachen und begleiten.

Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus positionierte sich eindeutig dagegen: „Mit dem bestehenden Personalstamm kann die Verwaltung das nicht leisten. Wir brauchen einen zusätzlichen und vor allem qualifizierten Experten, der sich mit Energiesparmaßnahmen und Umweltschutz auskennt und weiß, wie man Menschen erreicht“, forderte er.

Die Stelle eines Klimaschutzmanagers wird über mindestens drei, maximal fünf Jahre in Höhe von 65 Prozent gefördert. Erfahrungen aus anderen Gemeinden zeigten, dass sich auch die übrigen Ausgaben um ein Vielfaches amortisieren. „Klimaschutz muss in unserer Gemeinde endlich Priorität erhalten!“, ist Smaldino-Stattaus überzeugt. Eine enge Kooperation mit den Nachbargemeinden hält er dabei für sinnvoll.

Verkehr und Haushalte verursachen am meisten CO2

Die Analysen der Firma Seecon zeigen, dass die Gemeinde Mühlenbecker Land pro Jahr über 100.000 Tonnen CO2 produziert. Als größte Verursacher wurden der innerörtliche Verkehr (45 Prozent) und die privaten Haushalte (42 Prozent) benannt. Gewerbe, Handel und Dienstleister trügen (13 Prozent) deutlich weniger zur CO2 -Belastung bei. Der Anteil der Gemeinde selbst, also der kommunalen Einrichtungen, sei mit einem Prozent hingegen sehr gering.

Was kann die Gemeinde tun?

Einig waren sich alle Parteien darüber, dass Politik und Verwaltung oft nur schwer Einfluss nehmen könnten. Im Bereich Verkehr kämpft die Gemeinde seit Jahren darum, den Personennahverkehr auszubauen, das Radverkehrsnetz zu verbessern, den Elektroverkehr voranzubringen und die Heidekrautbahn zu reaktivieren. In der praktischen Umsetzung zeigen sich hier jedoch immer wieder Hindernisse.

Privatpersonen für den Klimaschutz zu mobilisieren, ist für Politik und Verwaltung besonders schwer. Aus der Diskussion ergab sich, dass ein gut gemixtes Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren helfen könnte: darunter die Vorbildwirkung der Gemeinde, stetige Sensibilisierung aller Bürger (zum Beispiel Kita- und Schulprojekte, Öffentlichkeitsarbeit) – in Kombination mit professionellen Beratungsangeboten (energetisch Sanieren, umweltbewusst Haushalten, ökonomisch Autofahren).

Für die Zukunft

Im analysierten Zeitraum zeigte sich bereits, dass der CO2 -Ausstoß bei Privathaushalten tendenziell sinkt. Gleichzeitig steigt der Anteil hier produzierter erneuerbarer Energien, auch dank der neuen Photovoltaik-Anlage in Buchhorst. Die Gemeinde ist also schon auf dem richtigen Weg. Bleibt die Frage, wie schnell welche konkreten Ziele erreicht werden sollen?

Das nächste Mal diskutiert der Ausschuss am 14. März ab 18 Uhr im Schildower Bürgersaal über das Klimaschutzkonzept. Mehr Infos – auch zum Energiesparen im eigenen Haushalt – gibt es unter www.muehlenbecker-land.de/de/bauen-wirtschaft/klimaschutz.

Von MAZonline

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