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Oberhavel Klinik statt Gefängnis für Brandstifterin
Lokales Oberhavel Klinik statt Gefängnis für Brandstifterin
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00:29 24.03.2018
Die Feuerwehr musste eingreifen, nachdem die Angeklagte eine Couch angezündet hatte. Quelle: Jacqueline Steiner
Hohen Neuendorf

Katharina Z. ist krank, lautete die Diagnose des psychiatrischen Sachverständigen Horst Ihloff. Sie befand sich in einer akuten Psychose, als sie am 17. Juni 2017 in einer Wohnung in der Klarastraße in Hohen Neuendorf eine Couch anzündete. Die Wohnung war wochenlang unbewohnbar, Menschen kamen nicht zu Schaden. Weil Katharina Z. wegen ihrer Krankheit schuldunfähig war, konnte sie nicht bestraft werden. Das Landgericht Neuruppin ordnete nun die Unterbringung der 27-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Wie Gutachter Ihloff ausführte, hatte sich bei Katharina Z. bereits einige Zeit vor der Tat eine ausgeprägte Psychose entwickelt, mit Denkstörungen, akustischen und optischen Halluzinationen. Bereits 2015, bei einem ersten stationären Klinikaufenthalt, deutete einiges auf die Krankheit hin, die damals als Depression angesehen wurde. Schon damals litt Katharina Z. unter Zukunfts- und Versagensängsten, fühlte sich verfolgt.

Ab dem Frühjahr 2017 zeichnete sich dann eine deutliche psychische Veränderung ab. Die junge Frau hatte diffuse Verfolgungs- und Bedrohungsgefühle, entwickelte Ängste. „Sie hat von Stimmen berichtet, die sie nicht einordnen konnte“, so Ihloff. Sie sah Dinge, die nicht vorhanden waren. So wähnte sie bei dem Brand ihren abwesenden Freund in der Wohnung. All diese Symptome sind Ausdruck einer paranoiden Schizophrenie, so Ihloff. Schizophrenie ist eine Informationsverarbeitungsstörung. „Die Grenze zwischen Wahrnehmung und Erinnerung verschwimmt“, erklärte der Sachverständige.

Die Krankheit könne gut behandelt werden. Bereits bei seinem ersten Besuch in der Klinik im Oktober ging es Katharina Z. deutlich besser. Ohne entsprechende Medikation sei jedoch mit weiteren Straftaten zu rechnen, die gefährlich für sie aber auch für andere sein könnten, so Ihloff. Als problematischer sah er ihren Suchtdruck. Denn zu der Krankheit kommt ein massives Drogenproblem hinzu. Seit ihrem 14. Lebensjahr konsumiert sie Cannabis und Amphetamin. Selbst in der Klinik fand sie Wege, an berauschende Substanzen zu kommen. „Wie ein alt gedienter Junkie. Das ist schon heftig“, sagte Ihloff.

Beides, die Krankheit und die Sucht müssen behandelt werden. Das sieht Katharina Z. inzwischen ein. „Ich bin schizophren und habe ein Drogenproblem.“ Aber sie sei seit Monaten clean. „Wir glauben Ihnen, dass Sie auf einem guten Weg sind. Es liegt ein bisschen an Ihnen, ob Ihnen andere Wege als der Maßregelvollzug offenstehen“, sagte Richterin Grit Burzer.

Katharina Z.s große Angst, so ihr Verteidiger Detlef Knoch, war es, bis zum Sankt Nimmerleinstag in der Psychiatrie verbringen zu müssen. Das muss nicht sein. Wenn sie hinreichend stabil ist – der Gutachter ging von etwa einem halben Jahr aus – kann sie möglicherweise in eine Therapieeinrichtung wie die von ihr favorisierte Suchthilfeeinrichtung Ichthys wechseln. Wenn sie sich denn den Rat der Richterin zu Herzen nimmt. „Arbeiten Sie an Ihrer Sucht."

Von Dagmar Simons

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