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Königin für ein Jahr

Kremmen Königin für ein Jahr

Seit August 2016 ist Beata Waschinsky als Erntekönigin von Kremmen im Amt. Mit auslaufender Amtszeit blickt die studierte Lehrerin zurück und gibt ihrer Nachfolgerin ein paar Tipps mit auf den Weg.

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Auf 40 Terminen im In- und Ausland repräsentierte Beata Waschinsky die Stadt Kremmen.

Quelle: Foto: Robert Roeske

Kremmen. Bis zum Kremmener Erntefest am 2. September ist Beata Waschinsky noch offiziell als Erntekönigin der Ackerbürgerstadt im Einsatz. Auch wenn schon im Juni ihre Nachfolgerin gekrönt wurde. „Es gibt das Drescherfest nicht mehr, auf dem sonst die Krönung stattgefunden hat“, erklärt Waschinsky, die seit August 2016 auf rund 40 Terminen Kremmen als Erntekönigin präsentiert hat. „Es war eine sehr schöne Zeit und ich habe nie bereut, diesen Posten übernommen zu haben“, lacht die studierte Lehrerin. Gerne wäre Beata Waschinsky sogar länger im Amt geblieben. So aber bleiben ihr als absolute Highlights das Erntefest und die Grüne Woche in Berlin in Erinnerung, verrät die 29-Jährige, die seit 2012 in Kremmen lebt.

Dort hat sie mit ihrem Lebensgefährten ein Haus gebaut, nach neuesten energetischen Standards. Durch die großen Fenster geht der Blick weit hinaus auf grüne Wiesen, wo man Störche, Kraniche und Rehe beobachten kann. „Ich mag Kremmen, das Scheunenviertel und die Altstadt. Ich genieße die Ruhe, das es nicht so hektisch ist, wie in Berlin. Und ich schätze die kurzen Wege.“ Denn parallel zu ihrem Amtsantritt als Erntekönigin, begann sie auch beruflich einen Neuanfang in Kremmen: Sie bekam eine Stelle als Lehrerin an der Goethe-Grundschule. In Danzig hatte die gebürtige Polin die Fächer „Deutsch als Fremdsprache“ und Englisch studiert. In Stettin schloss sie ihr Masterexamen, damals schon in Berlin wohnend, an. „Es war mein Lebenstraum, in Deutschland zu leben. Ich habe schon als Kind die Sprache geliebt, die meine Oma sprach.“ Und so ließ die begeisterte Nordic Walkerin ihren Traum Wirklichkeit werden.

Bevor sie nach Oberhavel kam, arbeitete sie mit Flüchtlingen, lehrte Erwachsene an der Kreisvolkshochschule und unterrichtete Schüler in Lichtenberg sowie an einer Brennpunktschule im Wedding. „Beides ist schön.“ Im Vergleich zu ihren Berliner Schülern, hätten die Kremmener Kinder aber meist ein Ziel vor Augen, seien bereit zu lernen. Nun leitet Erntekönigin Beata, wie sie von vielen Kremmenern angesprochen wird, eine fünfte Klasse und unterrichtet Deutsch in einer Willkommensklasse. „Ich hatte Bedenken, neu in Kremmen, neu an der Schule und dann gleich Erntekönigin zu sein“, erinnert sich die Blondine. Doch ihre Sorgen waren unbegründet. „Die Angst hat große Augen“, laute ein polnisches Sprichwort, verrät Waschinsky.

Denn eigentlich sei ihr Job als Erntekönigin, bei dem sie auch viel für den Landkreis, die polnische Partnergemeinde sowie Kremmens Partnerstadt dolmetschen musste, ein guter Start gewesen. Mittlerweile ist die 29-Jährige so gut in Kremmen angekommen, dass ihr bei politischen Übersetzungen eher die polnischen, als die deutschen Worte fehlen. „Ich habe viele nette Menschen kennengelernt“, lacht Waschinksy. Doch sie trennt streng: Ihr Job sei die Schule, in der Freizeit war sie Königin für ein Jahr. Viele ihrer Schüler entdeckten sie auf Plakaten und begeisterten sich, wie hübsch ihre Lehrerin sei. Und auch im Kollegium sei man stolz auf sie. „Ich habe eine tolle Chefin.“ Sogar bei Dreharbeiten zu „Tüll oder Tränen“ stand sie als Erntekönigin vor der Kamera. Für ihre Nachfolgerin im Königinnenamt hat sie ein paar Tipps parat: „Immer lächeln, nett sein, alle Termine wahrnehmen und Kremmen würdig vertreten.“ Auch sei es nicht verkehrt stets ein paar bequeme Schuhe dabei zu haben. Sie selber hat darauf jedoch nie zurückgreifen müssen, sondern hielt tapfer auf hohen Hacken durch.

Von Ulrike Gawande

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