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Oberhavel Kombi und Limousine auf dem Hof
Lokales Oberhavel Kombi und Limousine auf dem Hof
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02:18 05.03.2018
Uwe Parchen mit seiner Limousine, Baujahr 1988. Alles ist top in Schuss. Quelle: Fotos: Robert Roeske
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Hennidsdorf

Es war 1991, der nächste TÜV-Termin rückte näher. Und Uwe Parchen hätte kräftig in seine alte Rennpappe investieren müssen. Also musterte er seinen alten Trabant Kombi aus. Das fiel ihm damals nicht allzu schwer. „Es gab ja dann ein neuzeitliches Fahrzeug, einen gebrauchten Golf II“, erinnert er sich heute. Der Hennigsdorfer lebte sein Leben und genoss das Fahrgefühl der Westkarossen, mit dem Geknatter der Viertakter hatte er eigentlich abgeschlossen.

Bis vor elf Jahren. Auf dem Hof seines Arbeitgebers in Rudow stand ein bananengelber Trabant. „Der wurde immer zu Werbezwecken genutzt, um die Leute zu locken“, erinnert sich Uwe Parchen.

Ein bananengelber Trabi weckte die alte Liebe

Und irgendwie lockte das Gefährt auch ihn. Für einen schmalen Taler kaufte er den Trabant, nachts fuhr Parchen damit vor seinem Haus in Hennigsdorf vor. Parchens Frau schaute aus dem Fenster, und fragte, was ihr Mann denn mit dem Trabi wolle. „Na fahren, hab ich gesagt.“ So sollte es sein. Parchen machte den Trabi fit, und kam auch durch den TÜV. Doch er hätte das quietschgelbe Auto noch aufwendig lackieren müssen. „Also habe ich ihn verkauft und mir bei Ebay die Limousine gekauft.“

Sein Nachbar Detlef Fintak, der einen Armee-Trabi fährt (MAZ berichtete), half ihm bei den nötigen Reparaturen. Es waren nur Kleinigkeiten, das Auto war in gutem Zustand. Parchen war infiziert vom Trabi-Virus, eine Rennpappe war ihm irgendwann nicht mehr genug. Und so kaufte er vor drei Jahren noch einen Trabi-Kombi von einer Veltener Firma. Das Auto war 2010 komplett restauriert worden. „Der Motor ist neu reingekommen, das Getriebe ist neu, alles wurde ausein­andergenommen“, sagt Parchen. Auf dem Tacho standen bei dem Auto, Baujahr 1985, außerdem nicht einmal 300 Kilometer. Nur der Tank und Benzinhahn mussten raus, sonst war alles wie neu.

Bei schönem Wetter werden die Trabis ausgeführt

Die beiden Schätzchen, jeweils 23 Pferdestärken, stehen heute in der Garage auf dem Hof von Uwe Parchen. „Wenn das Wetter vernünftig ist, fahren wir am Wochenende mit den Trabis mal durch die Gegend“, sagt der 50-Jährige. Im Sommer geht es nach Kremmen, wo Parchen mit seiner Familie dann einen Ausflug mit seinem Boot nach Neuruppin macht. „Es macht einfach Spaß, damit durch Hennigsdorf zu gurken“, sagt Parchen. Vor allem kleine Kinder und Leute aus seiner Generation stehen dann oft staunend am Straßenrand. „Man redet dann manchmal eine halbe Stunde lang mit den Leute über die alten Zeiten, das ist das Schöne daran“, so der Familienvater.

Der Hennigsdorfer Uwe Parchen pflegt seine Trabis regelmäßig. Immerhin zeigt er sie auch gerne anderen Leuten.

Er zeigt seine Autos aber auch gerne anderen Liebhabern. Zu Pfingsten fährt er mit Frau und Tochter jedes Jahr nach Paaren-Glien zur Oldtimershow. Auch in Kremmen und Germendorf hat er bei Ausstellungen seine Autos gezeigt. Zweimal ging es auch nach Zwickau zum Trabitreff. Das sind rund 330 Kilometer, mit der Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h dauert das. Deshalb fährt Uwe Parchen dann nur Landstraße. Autobahn, sagt der Trabifan, würde er nicht mal nachfolgenden LKW zumuten wollen.

Von Marco Paetzel

Der Hennigsdorfer Uwe Parchen hat sich in den vergangenen Jahren gleich zwei Trabis gekauft. Welchen der beiden er fährt, entscheidet der 50-Jährige meistens spontan. Parchen zeigt die Autos gerne auf Oldtimer-Ausstellungen. Der Weg nach Zwickau dauert allerdings immer etwas länger.

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