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Oberhavel Kommt die S-Bahn doch noch nach Velten?
Lokales Oberhavel Kommt die S-Bahn doch noch nach Velten?
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20:20 29.11.2016
Seit Jahren kämpfen die Veltener für den Lückenschluss nach Hennigsdorf, doch bislang fehlte dem Land das Geld Quelle: Enrico Kugler
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Velten / Potsdam

Die Hoffnung lebt: Von der Landesregierung gibt es vorsichtige Signale, dass der lang ersehnte S-Bahn-Lückenschluss nach Velten nun Realität werden könnte. Am Montag stellte Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) die Ergebnisse einer Korridoruntersuchung vor, der die Grundlage des Landesnahverkehrsplanes (LNVP) 2018 bis 2022 sein soll. Der entscheidende Satz in dem Papier: „Die Verlängerung der S-Bahn bis nach Velten bleibt eine Entscheidungsoption.“ Parallel stehe die Anbindung des Regionalexpress 6 auf einem wieder aufzubauenden Gleis der Kremmener Bahn bis Berlin-Gesundbrunnen auf der Agenda.

„Wir sind optimistisch, damit ist eine neue Option für Velten aufgemacht worden“, so Bürgermeisterin Ines Hübner, die mit Bauamtsleiter Berthold Zenner am Montag in Potsdam weilte. Sie wolle der Landesregierung nochmals erläutern, wie wichtig die S-Bahn sei. „Unsere Bevölkerung wächst und alle Gewerbeflächen sind belegt.“ Velten wächst so stark wie keine andere Stadt im Kreis, die Verwaltung geht von einem Potenzial von rund 2000 Wohneinheiten aus. Demnach würde die Bevölkerung bis 2025 von rund 12 200 auf 14 000 bis 16 500 Einwohner anwachsen. Das Land habe inzwischen auch erkannt, dass immer mehr Berliner ins Umland ziehen. „Dieses Wachstum in der Region will die Landesregierung unterstützen“, so Ines Hübner.

Das könnte der Grund sein, dass man in Potsdam beim Thema S-Bahn umdenkt. Bislang wurden die Veltener vertröstet, im Landesnahverkehrsplan 2012 war der Lückenschluss aus Kostengründen kein Thema. Dabei hatte die Stadt Erhebungen und Studien in Auftrag gegeben, um Kosten und Nutzen eines S-Bahn-Anschlusses zu zeigen. Die Ergebnisse zeigten immer, dass die Verbindung wegen der hohen Fahrgastzahlen wirtschaftlich sei. Die Kosten für die Anbindung würden sich nach Ansicht des Ministeriums auf rund 30 Millionen Euro (die Stadt Velten geht von rund der Hälfte aus), für die RE 6-Anbindung auf 65 Millionen Euro belaufen.

Wie lange sich die Sache nun hinzieht, kann die Bürgermeisterin schwer abschätzen, es handele sich aber sicher um Jahre. Mit dem Entwurf des neuen Verkehrsplanes – und damit einer Entscheidung für oder gegen die S-Bahn – ist aber schon im nächsten Jahr zu rechnen. Zuvor wird das Papier mit dem neuen Berliner Senat, der Bahn und in VBB-Regionaldialogen diskutiert.

Marcel Siegert von der stärksten Fraktion Pro Velten glaubt, die S-Bahn solle nur als Wahlkampfthema missbraucht werden. Die Veltener Bürgermeisterin als Mitglied des SPD-Landesvorstandes müsse dafür sorgen, dass endlich eine Entscheidung getroffen werde. „Weitere Vertröstungen statt klare Lösungen darf es nicht geben.

Von Marco Paetzel

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