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Kommunalwahl 2014 Starke Fraktion der Nichtwähler
Lokales Oberhavel Kommunalwahl 2014 Starke Fraktion der Nichtwähler
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19:33 26.05.2014
Quelle: Robert Roeske
Zehdenick

Für die Zehdenicker SPD verlief die Kommunalwahl zwiespältig. Einerseits dürfen sich die Genossen freuen, mit 29,8 Prozent die meisten Stimmen eingefahren zu haben. Andererseits liegen sie unter dem Ergebnis der Wahl vor sechs Jahren (31 Prozent). Die CDU dürfte heimlich mit einem Sieg in der Havelstadt geliebäugelt haben, nachdem die Mitglieder lange Zeit den Rückenwind der Bundestagswahl vor acht Monaten verspürt hatten. Am Ende kam die Partei auf 25,9Prozent und konnte sich im Vergleich zu 2008 deutlich steigern. SPD und CDU stellen als stärkste Fraktionen jeweils sechs Stadtverordnete. Einen kleinen Vorteil haben die Sozialdemokraten, weil der ebenfalls stimmberechtigte Bürgermeister Arno Dahlenburg einer der ihren ist.

In unveränderter personeller Stärke präsentiert sich Die Linke. Vier Mandate konnte sie am vergangenen Sonntag erringen. Das beste Ergebnis fuhr dabei Jutta Franz-Reichel ein. Die Zehdenicker Hautärztin erhielt die drittmeisten Stimmen aller Kandidaten. Für sie votierten 627 Zehdenicker. Sie erreichte im ersten Anlauf auch gleich den Einzug in den Kreistag. Mehr Rückhalt für das politische Stadtverordnetenmandat bekamen übrigens nur Dieter Hass (CDU) mit 863Stimmen und Hartmut Leib (SPD, 798).

Einer, der seit langem in der Stadtverordnetenversammlung mitarbeitet und den Sprung auch dieses Mal wieder geschafft hat, ist Eberhardt Feige (FDP). Dessen Partei bekam in der Havelstadt vier Prozent der Stimmen und lag damit im Soll. Mit großen Ambitionen war die Wählergemeinschaft Tonstichlandschaft angetreten und konnte am Ende wieder zwei Mandate erringen. Neben Karin Schulze wird nun André Witzlau die Interessen der Wählervereinigung öffentlich vertreten. Keine Veränderungen gibt es bei den „Bürgern für Zehdenick“. Bernd Reinicke und Jana Seehausen sind wieder dabei. In der Wählergemeinschaft Schorfheide (WS) wird es dagegen einen personellen Wechsel geben. Reinhard Lenz hat ein Mandat für die Stadtverordnetenversammlung verpasst, dafür wird die WS jetzt von Janette Okonek vertreten.

Besorgniserregend dürfte nach wie vor die geringe Wahlbeteiligung sein. Lediglich 36,8 Prozent der Zehdenicker gingen an die Urne. Das ist nur wenig mehr als ein Drittel aller Wahlberechtigten. Die mit Abstand größte Fraktion in Zehdenick stellen die Nichtwähler mit knapp über 60 Prozent.

Für SPD-Fraktionschef Hartmut Leib ist die Wahlbeteiligung auch der einzige Wermutstropfen. Wie schon vor sechs Jahren hätte sich die große Mehrheit der Havelstädter nicht für die Wahl interessiert. Das sei nicht einfach mit einem Schulterzucken abzutun. Ansonsten könne seine Partei mit dem Ergebnis zufrieden sein, auch wenn das vorherige Ergebnis nicht ganz erreicht wurde.
Der Ortsvorsitzende der CDU Zehdenick freut sich ebenfalls über den Wahlausgang. „Wir können stolz darauf sein, dass wir zulegen konnten“, sagte er gestern. Der Abstand zur SPD sei wieder deutlich verringert und zugleich „Die Linke“ auf Distanz gehalten worden. „Unsere Bemühungen wurden honoriert“, so Hasse.

Die Aufgaben für die neuen Stadtverordneten werden nicht einfacher, auch wenn die Innenstadtsanierung in den zurückliegenden Jahren abgeschlossen werden konnte. In den nächsten Monaten müssen zahlreiche Beschlüsse auf den Weg gebracht werden, um den Norden Zehdenicks zu entwickeln. Für das dortige Sanierungsgebiet haben die Havelstädter große Pläne. Es geht dabei nicht nur um den Bau eines Festplatzes und die Uferpromenade an der Havel, sondern auch um die angrenzenden Wohnhäuser. Die Grundlage für die Aufwertung des Zehdenicker Nordens wird bereits mit dem Ausbau der nördlichen B 109 gelegt.

Nicht mehr zu den Stadtverordneten zählt Volker Pätzold. Einst von der Partei „Die Linke“ ins Rennen geschickt, bewarb er sich diesmal als Einzelkandidat und schlug sich beachtlich. 200 Stimmen konnte er auf sich vereinen. Das Ergebnis reichte aber nicht, um erneut einen Sitz zu erringen.

Wahl in den Dörfern

Ortsbeiräte in den Zehdenicker Ortsteilen. Ortsvorsteherwahlen stehen an.

Auch in den Zehdenicker Ortsteilen sind Ortsbeiräte gewählt worden. Die werden in den nächsten Tagen zusammenkommen und aus ihrer Mitte einen Ortsvorsteher benennen:

Badingen: Die Linke (2 Sitze): Claus-Dieter Wilksch (193 Stimmen), Cordula Glasow (126). Ersatz Norbert Schöttler (59). Einzelbewerber: (1Sitz): Hans-Georg Keil (280 Stimmen).

Bergsdorf: CDU (2 Sitze): Michael Schulze (233), Andreas Sohny (189 ). SPD: Reiner-Michael Merker (41). Wählergruppe Landwirtschaft, Gartenbau und Umwelt Oberhavel (1 Sitz): Hiltraut Lehmann (111Stimmen).

Burgwall: Wählergruppe Tonstichland (3 Sitze): Ernst Kunter (139 Stimmen), Christine Paszior (72), Corina Tartsch (47).

Klein-Mutz: FDP (2 Sitze): Bernd Gotthardt (355 Stimmen). Sitz 2 nicht zuteilbar. Einzelbewerber: (1 Sitz): Cindy Wirth (199 Stimmen).

Krewelin: Wählergruppe Bürger für Krewelin (3 Sitze): Andrea Henke (129Stimmen), Peter Nickel (70), Gerhard Demming (68). Ersatz: Hans-Joachim Wienecke (56).

Marienthal: Wählergruppe Bürger für Marienthal (2Sitze): Fred Ziethmann (126 Stimmen), Yvonne Mikat (98 Stimmen). Ersatz Bärbel Rückert (38). Wählergruppe Tonstichlandschaft (1 Sitz); Jörg Ehlert (118 Stimmen). Ersatz Wolfgang Grund (81). CDU: Kevin Lange (26 Stimmen).

Mildenberg: Wählergruppe Tonstichlandschaft (2 Sitze); André Witzlau (200 Stimmen), Karin Schulze (187). Ersatz: Alf Zippel (61) und Denny Herkt (57 Stimmen). Einzelbewerber: (1 Sitz): Alf Junghans (203 Stimmen).

Ribbeck: Wählergruppe Bürger für Ribbeck (3Sitze): Alexander Neumann (69 Stimmen), Heike Klein (38), Karin Aust (25). Ersatz: Angelika Müller (18).

Vogelsang: Wählergruppe Vogelsanger Wählergemeinschaft (3 Sitze): Rino Kubaty (91 Stimmen), Rainer Lebelt (58), Frank Müller (24).

Wesendorf: SPD: Manfred Rißmann (30 Stimmen), Wählergruppe Schorfheide (3Sitze): Reinhard Lenz (155 Stimmen). Hans-Peter Wolf (66), Erich Voß (56). Ersatz: Maik Rose (46).

Zabelsdorf: SPD (3 Sitze): Emil Neuth (176Stimmen), Christopher Lau (103 Stimmen), Christoph Pickert (61), Ersatz: Rosemarie Mattern (30 Stimmen).

Von Andreas Röhl

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