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Oberhavel Kommunen fordern bessere Zugverbindungen
Lokales Oberhavel Kommunen fordern bessere Zugverbindungen
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00:20 04.12.2017
Der Bahnhof in Oranienburg. Die Kommunen fordern übereinstimmend eine Taktverdichtung. Quelle: Enrico Kugler
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Oberhavel

Zum Entwurf des Landesnahverkehrsplans, der das geplante Verkehrsangebot in Brandenburg und Berlin ab 2018 darstellt, wurde am 23. Oktober ein Beteiligungsverfahren gestartet. Der Landesnahverkehrsplan dient den kommunalen Aufgabenträgern des übrigen ÖPNV als Rahmen und Orientierung für ihre eigenen Angebots- beziehungsweise Nahverkehrsplanungen. Er leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Steuerung von Angebot und Nachfrage auf den Pendlerstrecken und den Bahnlinien in den ländlichen Regionen. Deshalb ist es wichtig, dass alle Kommunen das Beteiligungsverfahren nutzen, um ihre Vorstellungen bezüglich des Schienenpersonennahverkehr deutlich zu machen. Die MAZ-Redakteure haben einige wesentliche Punkte aus den Stellungnahmen zusammengefasst.

Landkreis Oberhavel: Aus Sicht des Landkreises sollte ab 2018 bei den folgenden Angeboten nachgesteuert werden: Ausbau der Bahnstrecken Berlin-Rostock und Berlin-Neustrelitz-Neubrandenburg-Stralsund, das Einrichten einer neuen Linie RB 32 Oranienburg-Berlin-Ostkreuz-Flughafen BER-Wünsdorf/Waldstadt, die Schließung der teilungsbedingten S-Bahn-Lücke zwischen Hennigsdorf und Velten, eine direkte Durchbindung des RE 6 (Prignitz-Express) über Hennigsdorf nach Berlin-Gesundbrunnen, die Einbindung der Heidekrautbahn nach Berlin-Gesundbrunnen über Mühlenbeck und Schildow (Stammstrecke der Niederbarnimer Eisenbahn AG), der RB 20 Oranienburg-Hennigsdorf-Potsdam, stündlicher Halt des RB 5 in Löwenberg und die Anbindung an die Flughäfen Tegel und BER.
Oranienburg. Die Stadt hat in ihrer Stellungnahme mehrere Forderungen aufgemacht. Dazu gehört die Taktverdichtung des RE 5 tagsüber von und nach Berlin. Die Regionalexpresslinien seien Erfolgsmodell und Alternative zum Straßenverkehr. Allerdings durch Pendler und Gedenkstättenbesucher seinen viele Züge extrem voll, so die Begründung. Die Stadt wünscht sich zudem finanzielle Unterstützung beim Bau eines Park-&-Ride-Platzes am Bahnhof Sachsenhausen. Wegen der wachsenden kulturellen Bedeutung der Landeshauptstadt sollte es das Bahnangebot des RB 20 von Oranienburg nach Potsdam künftig auch am Wochenende geben. Angesichts steigender Einwohnerzahlen im Norden des Berliner Umlandes soll die Heidkrautbahn künftig wieder nach Zehlendorf und Liebenwalde und in der Woche nach Schmachtenhagen in Erwägung gezogen werden. Ein 10-Minuten-Takt, zumindest in den Hauptverkehrszeiten, wird auf der S1 von Oranienburg nach Wannsee gefordert. Und wegen der steigenden Fahrgastzahlen möchte die Stadt den Bau eines Bahnhofstunnels Richtung Neustadt von der Stralsunder Straße aus erneut aufs Tapet heben. Nicht zuletzt spricht sich die Stadt in ihrer Stellungnahme für die Vereinheitlichung der Tarife aus, damit Reisende in Oranienburgs Ortsteile nicht ungleich behandelt werden und unterschiedliche Preise bezahlen müssen.
Hennigsdorf: Auch die Stadt Hennigsdorf hat Ihre Stellungnahme zu Landesnahverkehrsplan abgegeben. Darin enthalten sind u.a. Punkte wie die Durchbindung des Prignitz-Express nach Berlin-Gesundbrunnenm, ein zweiter Haltepunkt der S-Bahn in Hennigsdorf -Nord, wenn die S-Bahn verlängert werden sollte oder der Tunneldurchstich für den nördlichen Ausgang des Bahnhofes. Alles Punkte, für die sich die Stadt schon seit vielen Jahren einsetzt.
Velten: Die Stadt Velten begrüßt sehr, dass die Wiederherstellung des S-Bahnanschlusses erklärtes Ziel der Landesregierung ist. Ebenfalls zu begrüßen ist die Erkenntnis, dass die Herausforderungen an die Mobilität im engeren Verflechtungsbereich Berlins sich nicht nur mit einem Verkehrsmittel lösen lassen. Die Stadt Velten teilt die Auffassung, dass die Potenziale auf der Kremmener Bahn nur genutzt werden können, wenn sowohl die Regionalbahnanbindung des RE6 mit der direkten Durchbindung nach Gesundbrunnen realisiert wird als auch die S-Bahnverlängerung zur kleinteiligen Bedarfsergänzung. Die Stadt Velten sieht vor allem auch wirtschaftliche Gründe, die eine Wiederherstellung immer dringlicher erscheinen lassen. Die Stadt Velten fordert daher die Landesregierung auf, die Wiederherstellung der S-Bahn-Anbindung von Velten als prioritäre Maßnahme in den fortzuschreibenden Landesnahverkehrsplan 2018 bis 2022 aufzunehmen.
Hohen Neuendorf: Die Stadt formuliert in ihrer Stellungnahme mehrere wesentliche Kernanliegen. Generell geht es um eine Stärkung der ÖPNV-Anbindung für die Berufspendlerströme und eine schnelle Anbindung an den BER – und zwar aus allen Hohen Neuendorfer Stadtteilen. Daher plädiert die Stadt für eine Taktverdichtung auf den Zehn-Minuten-Takt auf der S1 bis nach Oranienburg. Als essenziell wird zudem der stabile Betrieb der S8 und deren Verlängerung bis nach Oranienburg angesehen – zumindest zu den Hauptverkehrszeiten, hier auch mit einer größeren Zuglänge. Die S8 brauche mindestens einen stabilen 20-Minutentakt bis 1 Uhr nachts, der bisher um 21 Uhr auf einen einstündigen Takt reduziert wird. Ein Kernanliegen ist Hohen Neuendorf die direkte, schnelle Regionalbahnanbindung an den künftigen BER mit Halt in Birkenwerder, um das Verkehrsaufkommen von perspektivisch 40 000 Einwohnern im Siedlungsraum Birkenwerder – Hohen Neuendorf verstärkt über den ÖPNV abwickeln zu können. Auch hierfür sei der stabile und taktverdichtete Betrieb der beiden S-Bahnlinien nach Oranienburg unabdingbar.
Birkenwerder: Die Gemeinde hat in ihrer Stellungnahme fünf klare Forderungen formuliert. Nach einhelliger Meinung dürfe die S8 nicht verkürzt werden. Vielmehr sei die Strecke bis nach Oranienburg zu verlängern. Gleichzeitig wäre eine Anbindung an den Flughafen BER eine Alternative, die sich durch den Tausch der Linienführung mit der S9 realisieren ließe. Zweitens müsse die S1 einer Zehn-Minuten-Taktung unterzogen werden. Sollte dies nicht umsetzbar sein, gelte Punkt eins umso dringlicher. Eine Anpassung wäre durch Pufferung der Züge in Richtung Oranienburg am Bahnhof Frohnau erreicht, da die Fahrtzeit von dort bis Hohen Neuendorf lediglich vier Minuten beträgt. Durch einen Teilausbau des nördlichen Abschnitts sollte der Zehn-Minuten-Takt auch ohne Puffer möglich sein. Drittens sei eine Anbindung an das RE-Netz dringend geboten, da die Bedarfe für eine schnelle Anbindung an den BER rasant ansteigen werden, speziell nach der Schließung von des Flughafens Tegel. Der geplante RB 32 sollte deshalb in Birkenwerder halten. Viertens müss die Linie RB 20 unbedingt erhalten bleiben. Ein erweitertes Angebot bis 24 Uhr und an den Wochenenden würde die Anbindung für Pendlern und Touristen deutlich verbessern. Fünftens wird ausdrücklich die Wiederinbetriebnahme der Stammstrecke der Heidekrautbahn befürwortet. Die müsse beschleunigt werden, um die Entwicklungsräume im Mühlenbecker Land nicht abzuhängen. Unumstritten sei ein Parallelbetrieb mit der derzeitigen Strecke.
Mühlenbecker Land: Für die S8, die in Mühlenbeck-Mönchmühle und Schönfließ hält, wird mit Verweis auf das Bevölkerungswachstum eine Taktverdichtung gefordert. Ebenso sollte für die Strecke, die im Berufsverkehr und tagsüber 20-minütlich und in den Abendstunden nur stündlich verkehrt, eine Verlängerung nach Oranienburg angedacht werden. Weil der S- Bahnhof Schönfieß bisher für die Berufspendler eher unattraktiv sei, plane die Gemeinde an diesem Standort eine P+R-Anlage für 80 bis 100 Pkw- Stellplätze. In diesem Zusammenhang müsse der Bahnhof barrierefrei umgestaltet werden. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre zudem eine Reaktivierung des Bahnhofs Schönfließ als Haltepunkt für Regionalbahn. Und: Mit der Aufnahme des Verkehrs der Regionalbahn RB 32 von Oranienburg über Ostkreuz und BER bis nach Ludwigsfelde könnte die Regionalbahn zukünftig auch wieder am S- Bahnhof Schönfließ halten. Grundsätzlich wird gefordert, kreisübergreifenden Verkehrsanbindungen größeres Gewicht zu geben. Die Hauptforderung der Gemeinde Mühlenbecker Land an die Landesregierung ist jedoch das Einbinden der Heidekrautbahn nach Berlin Gesundbrunnen über die Ortsteile Mühlenbeck und Schildow als Stammstrecke der NEB AG. Ein zeitnaher Ausbau der 1961 gekappten Stammstrecke müsse als verbindliches Entwicklungsziel in den Landesnahverkehrsplan aufgenommen werden.

Stellungnahmen sind ausdrücklich erwünscht

Noch bis zum 4. Dezember haben alle Interessierten die Möglichkeit, den Landesnahverkehrsplan 2018 einzusehen und Anregungen und Hinweise zu dem mehr als 100 Seiten starken Werk abzugeben.

Die Gemeinde Birkenwerder zum Beispiel bittet ausdrücklich darum, die Möglichkeit der Onlinebefragung zu nutzen und dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Anregungen zu übermitteln.

Möglich ist dies unter dieser E-Mail Adresse: LNVP@mil.brandenburg.de

Auf der Gemeindehomepage von Birkenwerder gibt es eine Musterstellungnahme, die gern als Anregung genutzt werden kann.


Von MAZonline

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