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Munition jeglichen Kalibers

Konversion in Vogelsang Munition jeglichen Kalibers

Mehr als 70 Prozent der Gebäude der ehemaligen Garnison in Vogelsang sind verschwunden, ein Ende der Konversion ist aber nicht absehbar. 500.000 Euro investiert die Brandenburgische Boden Gesellschaft 2015 in das Flächenrecycling. Munitionsfunde sind dabei an der Tagesordnung.

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Quelle: BBG

Vogelsang. Vogelsang kommt der „grünen Wiese“ immer näher – 21 Jahre nach dem Abzug der russischen Streitkräfte und elf Jahre nach Beginn der größten Konversionsmaßnahme, sind etwa 70 Prozent der Gebäude der ehemaligen Garnison rückgebaut worden. Das sagte die Geschäftsführerin der Brandenburgischen Boden Gesellschaft Andrea Magdeburg, auf MAZ-Nachfrage.

Derzeit werde in der ehemaligen Kaserne das zehnte Baufeld durch ein beauftragtes Ingenieurbüro vorbereitet. Dort sollen vorrangig akut einsturzgefährdete Häuser abgebrochen werden. Eine halbe Million Euro wurde für das Flächenrecycling in diesem Jahr bereitgestellt – damit summieren sich die Investitionen der vergangenen Jahre auf fast sechs Millionen Euro. Die Arbeiten stehen unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen, da die gesamte Garnison als Munitionsverdachtsfläche eingestuft ist. Regelmäßige Befunde bestätigen das: Panzer- und Handgranaten, Panzerfäuste, Minen sowie Infanterie- und Artilleriemunition jeglichen Kalibers gehörten zum Inventar. Der ehemals bebaute Bereich der Garnison umfasste eine Fläche von circa 200 Hektar und war mit 391 Gebäuden sowie weiteren militärischen Einrichtungen in einem Gesamtumfang von 1,3 Millionen Kubikmeter umbauten Raum bebaut. Seit 2004 wurden drei Baufelder auf dem ehemaligen Raketenlager und neun weitere auf den Flächen der ehemaligen Kaserne realisiert. Ein Ende des umfangreichen Rückbauprogramms ist allerdings noch nicht in Sicht. Zwar sollen auch 2016 weitere Abschnitte beräumt werden. Einen konkreten Zeitpunkt zum Abschluss der Konversion in Vogelsang konnte Andrea Magdeburg nicht nennen. Ursprüngliche Planungen waren von einem Finale in 2013 ausgegangen – dieser Horizont ist überschritten.

Am kommenden Sonnabend hat die Öffentlichkeit die seltene Gelegenheit, an einer Führung über das Areal teilzunehmen. Auch die früheren Raketenbunker werden begehbar sein.

2013 wurde die Geschichte von Vogelsang verfilmt (MAZ berichtete). In der Kleinstadt lebten zeitweilig mehrere tausend Menschen. Es gab Soldaten, Wohnhäuser für die Offiziere, ein Krankenhaus, Theater, Kino, Geschäft, Schule, Kindergarten, Sportplatz. Vogelsang war einer der größten Militärstützpunkte der Sowjetunion in der ehemaligen DDR.

Von Cindy Lüderitz

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