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Oberhavel Krank nach Zeckenbiss
Lokales Oberhavel Krank nach Zeckenbiss
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06:39 12.08.2014
Eine präparierte, auf einer Nadel aufgespießte Zecke. Quelle: dpa-Archiv
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Oberhavel

Hinterm Haus lauert die Gefahr. Jeden Abend nach einem Tag im Garten sucht ein Hohen Neuendorfer seine Gliedmaßen nach Zeckenbissen ab. Immer wieder wird er fündig. „Man kann sie ja schnell erkennen“, sagt der Hobbygärtner. Noch schneller haben sich die Spinnentierchen aber oft schon festgebissen. Seine Frau tupft dann ein bisschen Alkohol auf die Stelle, zieht die Zecke raus und tupft nochmal mit Alkohol nach. „Das war’s dann“, sagt sie.

Immer häufiger suchen Patienten mit Zeckenbiss auch Arztpraxen auf. In den Rettungsstellen der Krankenhäuser in Oranienburg, Hennigsdorf und Gransee haben die Ärzte vor allem an Wochenenden häufig mit den saugenden Parasiten zu tun. Denn viele Patienten haben Angst vor den Zecken als Krankheitsüberträger.

Tatsächlich wurden in diesem Jahr im Landkreis Oberhavel bereits 82 Borreliose-Fälle gemeldet. Das ist nach Märkisch-Oderland mit 83 Fällen der landesweit zweithöchste Wert. Insgesamt sind in diesem Jahr in Brandenburg 773 solcher Fälle registriert worden. Im vergangenen Jahr gab es 1571 Fälle, davon 156 in Oberhavel – der höchste Wert im Land. Das meldete das Gesundheitsministerium.

Die Zecken seien in diesem Jahr nach dem milden Winter relativ früh aktiv geworden, so das Ministerium. Die Zahl der Borreliose-Erkrankungen sei aber spürbar angestiegen. 2012 gab es landesweit noch 898 Fälle. Immer häufiger tragen Zecken das Borrelien-Bakterium in sich. Die Bakterien wandern erst vom Dickdarm der Zecke ins Blut. Etwa zehn Stunden nach dem Biss ist der Patient infiziert. Ärzte raten daher, die Zecken sofort zu entfernen, statt erst auf einen Praxisbesuch zu warten.

Überträger von Bakterien und Viren

Zecken sind als Parasiten Überträger der spiralförmigen Borrelien-Bakterien, die verschiedene Formen der Infektionskrankheit Borreliose auslösen können. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch ein – meist von Zecken übertragenes – Virus ausgelöst, das das zentrale Nervensytsem angreift.
Selbsthilfegruppe der Patientenorganisation Borreliose und FSME Bund Deutschland existieren in den Städte Potsdam und Brandenburg. Die Gruppe in Oberhavel hat sich vor einiger Zeit aufgelöst.
Telefonische Beratung durch die Organisation: montags bis donnerstags von 10 bis 12.30 Uhr sowie montags und freitags von 18 bis 20 Uhr unter 0180/5006935 (14 Cent/ Min. aus dem Festnetz, aus dem Mobilnetz maximal 42 Cent/Min.).

Eine Infizierung bleibt manchmal zunächst unerkannt, kann aber auch ganz unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Besonders typisch ist ein rot gefärbter Rand auf der Haut rund um die Bissstelle. Behandelt wird dann mit Antibiotika – bleibt deren Gabe aus, können Folgeerkrankungen auftreten.

Gegen die viral übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Form der Hirnhautentzündung, gibt es wirksamen Impfschutz. In Brandenburg ist der allerdings nicht notwendig. In diesem Jahr trat landesweit erst ein Fall auf. Süddeutschland gilt dagegen als Risikogebiet.

Von Klaus D. Grote

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