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Oberhavel Kranke und hilflose Mutter vernachlässigt
Lokales Oberhavel Kranke und hilflose Mutter vernachlässigt
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17:38 03.08.2017
(Symbolbild). Quelle: dpa
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Oranienburg

Die 84-jährige Liselotte B. lag todkrank und verletzt in ihrem Leegebrucher Haus. Doch ihre beiden Mitbewohner, Tochter Anke (47) und Neffe Wolfgang K. (62), sahen tatenlos zu. Kurz darauf starb die Frau, von deren Rente die beiden Verwandten offenbar lebten. Wegen unterlassener Hilfeleistung wurden sie am vergangenen Mittwoch vor dem Oranienburger Amtsgericht in Abwesenheit zu Geldstrafen verurteilt: 1500 Euro für die Tochter, 1350 Euro für den Neffen. Sollten sie nicht zahlen, droht den beiden nach den Worten von Gerichtsdirektor Olaf Adamus eine Haftstrafe, 100 Tage für die Tochter und 90 Tage für den Neffen.

In der Zeit von Anfang Dezember 2013 bis zum 24. April 2014 hatten die beiden Angeklagten mit der pflegebedürftigen 84-Jährigen in Leegebruch zusammen gelebt. Als die Geschädigte stürzte und sich eine Oberschenkelhalsfraktur zuzog, riefen die Verwandten „aus Gleichgültigkeit nicht den Rettungsdienst“, hießt es seitens der Anklage. Eine Notversorgung sei nicht veranlasst worden. Auch eine bereits 2009 festgestellte Brustkrebserkrankung blieb unbehandelt.

An bewusstem 24. April 2014 wurde die Geschädigte von einem Nachbarn bewusstlos in ihrer Wohnung aufgefunden. Neben der Oberschenkelhalsfraktur lag ein Wundgeschwür 4. Grades im Rückenbereich vor, stellten die Klinikärzte fest. Aufgrund des schlechten Pflege- und Ernährungszustands befand sich die Seniorin in akuter Lebensgefahr. Sie verstarb am 16. Mai 2014 im Krankenhaus an einer Lungenentzündung.

Die Verurteilten haben sich offenbar bereits vor Verhandlungsbeginn aus dem Staub gemacht. Das Haus, in dem sie gemeldet sind, steht seit einigen Wochen leer.

Von Helge Treichel

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