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Oberhavel Krasse Kontraste
Lokales Oberhavel Krasse Kontraste
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06:05 10.09.2016
Tom Tusche als einer von insgesamt 50 ausgewählten deutschen Nachwuchsathleten während der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Quelle: Foto: Tom Tusche
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Schönfließ

1,95 Meter groß, 105 Kilogramm schwer und frisches Mitglied der deutschen U18-Rugbynationalmannschaft: Bereits vor einem Jahr beschrieben Zeitungsartikel den 16-jährigen Tom Tusche aus Schönfließ als jemanden, der sich mit der Ruhe eines Menschen bewegt, der niemals übersehen wird. 2015 wurde Tom mit dem „Berliner Rugby Club“ Deutscher Meister. Dass der aufstrebende Schüler des Neuen Gymnasiums in Glienicke einmal in die Welt des Spitzensports eintauchen würde, war bloß eine Frage der Zeit.

Aber dass er nur wenige Monate später zu den Olympischen Spielen nach Brasilien reisen würde, hätte niemand gedacht. Der olympische Traum, für Tom wurde er schon im vergangen August zur Realität. Als einer von 50 Nachwuchsathleten wurde er vom Deutschen Olympischen Sportbund ausgewählt, um vom 4. bis 20. August zum Olympischen Jugendlager 2016 nach Rio de Janeiro zu fahren, dort die Wettkämpfe zu beobachten und Persönlichkeiten aus Sport, Politik und Gesellschaft zu treffen.

Neben seinem sportlichen Talent war auch Toms soziales Engagement ein Auswahlkriterium für die Teilnahme an dem weltweit einzigartigen Angebot des DOSB. Denn ein erklärtes Ziel des Projektes ist es, das soziale Bewusstsein der Jugendlichen zu stärken und ihnen interkulturelle Erfahrungen zu ermöglichen. Neben dem regelmäßigen Rugbytraining ist der Schönfließer seit seinem siebten Lebensjahr im Pfadfinderverein und leitet dort eine Jugendgruppe. An seiner Schule hat er im vergangenen Jahr das Flüchtlingsprogramm „Wir helfen“ mitbegründet und von Schülern gestaltete Schuhkartons mit Kleinigkeiten an Bedürftige verteilt.

„Von der Armut der Favela in den Luxus zurückzukehren war schon krass.“

Heute eine Podiumsdiskussion mit den Mächtigsten des internationalen Sportbetriebes; morgen ein Fußballprojekt in einer Favela mit bettelarmen Kindern, um sie vor der Kriminalität zu bewahren – zeitweise sei der Blick hinter die Kulissen auch ein bisschen befremdlich gewesen, gibt Tom zu. „Die Kontraste waren gerade in einem Land wie Brasilien sehr extrem. Von der Armut der Favela in den Luxus des deutschen Hauses im Olympischen Dorf zurückzukehren, das war schon krass. Auf der anderen Seite war es zum Beispiel eine großartige Erfahrung, sich mit den deutschen Judoka unterhalten zu können.“

Nach seiner Zeit in Brasilien kann Tom auf einige prägende Erfahrungen zurückblicken. „Was den aktiven Sport betrifft, bin ich seitdem deutlich motivierter als vorher.“ In der deutschen Rugby-U18 will er die neuen Herausforderungen künftig noch offensiver angehen. „Aber die Zeit in Rio hat mir auch viele Türen geöffnet. Ich verstehe jetzt, wie Sport auf höchster Ebene funktioniert und kann mir vorstellen, mich später einmal auch mit politischen Mitteln für den Sport einzusetzen.“

Von Nadim Baker

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