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Kreis übergibt Einsatzleitung an Gemeinde

Leegebruch Kreis übergibt Einsatzleitung an Gemeinde

Die Pegelstände in und um Leegebruch gehen zurück, am Mittwoch wurden die letzten verbliebenen vollgelaufenen Keller ausgepumpt. Um 15 Uhr übergab der Landkreis die Einsatzleitung wieder an die Gemeinde Leegebruch. Eine genaue Bestandsaufnahme der entstandenen Schäden ist noch nicht möglich.

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Pressekonferenz zur Situation in Leegebruch am Mittwochnachmittag in der Kreisverwaltung.

Quelle: Enrico Kugler

Leegebruch. Angesichts der Stabilisierung der Situation in Leegebruch und aufgrund des sich abzeichnenden weiteren Rückgangs der Pegelstände hat der Landkreis am Mittwoch um 15 Uhr die Einsatzleitung vor Ort wieder an die Gemeinde übergeben. Die Überwachung der Pegelstände an den Stationen in Germendorf und Leegebruch sowie des Pumpensystems in Velten werde weiter vom Kreis vorgenommen, erklärte Landrat Ludger Weskamp (SPD) am Mittwochnachmittag.

In den Vormittagsstunden hatten Feuerwehr und THW die letzten verbliebenen vollgelaufenen Keller leergepumpt. Insgesamt haben die Einsatzkräfte 153 Keller in Leegebruch vom eingedrungenen Wasser befreit. Als wichtige Entscheidung hat sich herausgestellt, dass am nördlichen Ortsrand von Leegebruch sowie in Germendorf Staustufen in dortigen Gräben errichtet wurden, die verhinderten, dass aus dieser Richtung weiteres Wasser nach Leegebruch läuft.

„Die Ortslage ist jetzt so weit entwässert, dass wir überwiegend mit eigenen Kräften die weiteren Aufgaben erfüllen können“, sagte der Leegebrucher Vize-Bürgermeister Martin Rother. Sein Dank gelte dem Landkreis und den vielen Helfern, „sonst wären wir noch nicht so weit“. „Die tatsächlichen Schäden lassen sich derzeit nicht beziffern. Erst in den kommenden Wochen, wenn das Gröbste erledigt ist, werden wir diese Frage beantworten können. Bis dahin widmen wir uns dem Naheliegendstem: der Wiederherstellung der öffentlichen Infrastruktur“, so Rother. Die Schule habe am Mittwoch wieder den Unterricht aufgenommen, „zur etwas geringen Freude der Schulkinder“.

Am schwierigsten sei die Situation weiterhin bei der Abwasserentsorgung, erklärte der Landrat. Noch immer seien 340 Haushalte vom Abwassernetz getrennt. Die Arbeiten werden noch bis zum Wochenende andauern. Die wieder angeschlossenen Haushalte werden jeweils von der OWA informiert. Auch wenn die Einsatzleitung jetzt wieder bei Leegebruch liege, werde der Landkreis der Gemeinde bei den weiteren Sanierungs- und Aufräumarbeiten selbstverständlich zur Seite stehen, versicherte der Landrat. Kreisbrandmeister Steffen Malucha sowie seine beiden Stellvertreter überwachen und koordinieren die Arbeit des THW an den Pumpen in Velten und betreuen die Pegelstellen in Germendorf und Leegebruch.

Weskamp verwies auf den ­Nothilfefonds für von Starkregenschäden betroffene Haushalte in Oberhavel, der mit Mitteln des Kreises und des Landes derzeit einen Umfang von 400 000 Euro hat. Der Kreistag werde in der nächsten Woche über die Modalitäten für die Vergabe der Gelder entscheiden. Derzeit lasse sich noch nicht abschätzen, wie viel Geld vor Ort benötigt werde. „Wir warten, was an Anträgen eingeht“, so Weskamp. Das Land habe sich mit seinem Beitrag an anderen Hochwasserlagen orientiert, aber auch signalisiert, dass eine Aufstockung der Mittel möglich sei.

Wann der Bärenklauer Weg und die Birkenallee wieder freigegeben werden, ist derzeit noch nicht klar. Gutachten, um die Schäden an diesen Straßen und ihre Belastbarkeit zu ermitteln, sind in Auftrag gegeben.

Das Bürgertelefon der Einsatzleitung, das seit dem 1. Juli geschaltet ist und an das sich Bürgerinnen und Bürger mit all ihren Fragen wenden können, wird nunmehr ebenfalls durch die Gemeinde übernommen. Die neue Rufnummer lautet 03304 24960.

Von Heiko Hohenhaus

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