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Kreistag zum ersten Mal im Notquartier

Asylbewerber in Oberhavel Kreistag zum ersten Mal im Notquartier

Zum ersten Mal ist der Kreistag von Oberhavel in einem Notquartier zusammen gekommen. Nicht weil im Umfeld des Kreistagsgebäudes in Oranienburg wieder nach Bomben gesucht wird, sondern weil der Kreistagssaal als Notquartier für Flüchtlinge vorbereitet werden soll.

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300 Plätze für Flüchtlinge fehlen.

Quelle: dpa

Oranienburg. Zum ersten Mal ist der Kreistag von Oberhavel am Mittwochabend in einem Notquartier zusammen gekommen. Statt im Kreistagssaal in Oranienburg berieten die Abgeordneten in der Mensa des Rungegymnasiums. Grund: Der Kreistagssaal wird als Notunterkunft für Flüchtlinge vorbereitet wird. Etwa 400 Betten hat der Landkreis eingelagert.

Die braucht er jetzt schneller als geahnt. Denn am Dienstag wird nach der ersten Notunterkunft in einem Haus für Erntehelfer in Kremmen schon die zweite im Bürgersaal in Schildow und in der benachbarten Einfeld-Turnhalle eröffnet. Am Montagabend sollen die Anwohner informiert werden. Wegen dieser Schnellentscheidungen bat Landrat Ludger Weskamp (SPD) im Kreistag um Verständnis: „Unsere regulären Kapazitäten sind erschöpft, jetzt müssen wir schnell Notunterkünfte schaffen.“ Pro Woche werden jetzt knapp 200 Flüchtlinge nach Oberhavel geschickt. Wegen der sprunghaft gestiegenen Zahl hat Weskamp  seine Hochrechnung für 2015 nach oben korrigiert. Statt mit 1920 rechnet er mit bis zu   2500  Asylbewerbern. Derzeit fehlen dem Landkreis noch Unterbringungsmöglichkeiten für etwa 300 Flüchtlinge. Deshalb würden jetzt auch Notunterkünfte in Sporthallen, in Sozialeinrichtungen und in Zelten nicht mehr ausgeschlossen.

Kreissprecher Ronny Wappler spricht von „drei Botschaften“ die Oberhavel an das Land Brandenburg sende: „Die Mindeststandards für die Unterbringung von Asylbewerbern müssen ausgesetzt werden. Wir brauchen die Genehmigung für zweistöckige Modulbauten. Und wir müssen als Schulträger zeitweilig von der Pflicht entbunden werden, den Sportunterricht für Schüler zu gewährleisten.“ Es werde versucht, den Sportunterricht auf andere Hallen zu verlagern. Man werde aber nicht eine Stadt aller Hallen berauben, versprach Weskamp im Kreistag.

300 Plätze für Flüchtlinge fehlen

Korrigiert hat der Kreis Oberhavel aufgrund der wöchentlich zugewiesenen Asylbewerber seine für 2015 erwartete Zahl der Flüchtlinge. Bislang war er von 1920  ausgegangen, nun rechnet er mit bis zu 2500 Menschen.

Eine Unterdeckung von 300 Plätzen in Gemeinschaftsunterkünften hat der Landkreis Oberhavel, wenn weiter so viele Flüchtlinge zugewiesen werden.

Notunterkünfte sind kein Tabu mehr. Die erste gibt es in einen Gebäude für Erntehelfer in Kremmen. Schon am Dienstag wird eine weitere im Bürgersaal in Schildow und in der benachbarten Einfeldhalle eingerichtet.

Der Landkreis plant voraus. Landrat Weskamp will 20 Millionen Euro aus dem Kreishaushalt für die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen einsetzen. Wohnungen „für jedermann“, für Wohnungssuchende und Asylbewerber. Anfangen will er damit auf dem ehemaligen Kasernengelände in Lehnitz. Dort werden bereits zwei Blöcke als Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber genutzt. Zwei weitere Blöcke will der Landkreis sanieren und dort Wohnungen einrichten. Mit der Stadt Oranienburg soll hier ein Wohngebiet entwickelt werden.

Von Marion Bergsdorf

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