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Kreisverwaltung geht auf Flüchtlinge zu

Hennigsdorf Kreisverwaltung geht auf Flüchtlinge zu

In einem offenen Brief hatten rund 30 Flüchtlinge aus dem Heim in Stolpe-Süd sich über die beengten Zustände im neugebauten Haus 6 beklagt. Aus der Kreisverwaltung heißt es dazu, man wolle die Wünsche einzelner Bewohner in dem Haus erfüllen, sofern das möglich ist.

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Irene Charles lebte sieben Jahre lang im Heim und kann mit Töchterchen Kelly nun in eine Wohnung in Glienicke ziehen.

Quelle: Foto: Archiv/ Paetzel

Hennigsdorf. Kürzlich ging ein offener Brief, den rund 30 Flüchtlinge geschrieben haben, an die Oberhaveler Kreisverwaltung. Im Sommer musste sie aus dem Haus 3 ausziehen, in dem derzeit Sanierungsarbeiten stattfinden. Sie kritisieren das neu gebaute Haus 6, das auch ihrer Sicht viel zu eng sei. Sorgen machen sie sich in den beengten Räumen um ihre Kinder. Zudem gebe es im neuen Haus 6 viel mehr Vier-Bett-Zimmer als im alten, so müssen sich viele Frauen ein 24 Quadratmeter kleines Zimmer teilen. (MAZ berichtete). „Uns ist bekannt, dass es bei einigen Bewohnern des Hauses 6 in Hennigsdorf den Wunsch nach Veränderung ihrer neuen Wohnsituation gibt. Soweit es im Einzelfall angemessen, erforderlich und möglich ist, gehen wir natürlich darauf ein“, erklärt Kreis-Sprecher Ronny Wappler nun dazu. Das beziehe sich insbesondere auf familiären Konstellationen, Staatsangehörigkeiten und gesundheitliche Erfordernisse. Es werde jedoch nicht immer möglich sein, allen Vorstellungen gerecht zu werden. „Diesen Anspruch kann eine Gemeinschaftsunterkunft auch nicht leisten“, so Wappler. Die kritisierten Mindeststandards würden aber den Maßgaben des Landes Brandenburg entsprechen. Auch Sozialarbeiter seien im Einsatz.

Simone Tetzlaff von der Initiative „Willkommen in Oberhavel“ kritisiert neben den engen Räumen vor allem, dass Flüchtlinge, genau wie andere mit geringem Einkommen, im Kreis kaum Chancen haben, eine Wohnung zu bekommen. Die Höhe der Mieten, die der Kreis für die Menschen übernehme, müsste so gestaltet werden, dass die Chance auf eine Wohnung größer wird. „Da sind auch die Bürgermeister und die Wohnungsunternehmen der Kommunen gefragt“, so Simone Tetzlaff, die sozialen Wohnungsbau im Landkreis fordert.

Einen kleinen Erfolg gibt es aber. Irene Charles aus Kenia, die sieben Jahre im Heim lebte, hat nun endlich Zweienhalb-Zimmer-Wohnung in Glienicke für sich und Töchterchen Kelly gefunden. Seit zwei Jahren habe sie alle Wohnungsunternehmen abgeklappert. „Einmal hatte sie eine Wohnung entdeckt, aber da lag die Miete zehn Euro über dem, was der Landkreis übernehmen kann“, so Tetzlaff. Die anderen Asylbewerber freuen sich für sie. „Aber sie fragen sich auch“, so Tetzlaff, „ob es bei ihnen auch sieben Jahre dauert.“

Von Marco Paetzel

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