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Oberhavel Heißluftballon stürzt kurz vor Wald ab
Lokales Oberhavel Heißluftballon stürzt kurz vor Wald ab
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19:46 03.07.2015
Neun Personen sind am Freitag bei einem Ballon-Absturz verletzt worden. Quelle: Andre Braune
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Kremmen

Tragisches und vorzeitiges Ende einer Heißluftballonfahrt in Kremmen: Aus noch ungeklärter Ursache stürzte der Ballon gegen 6 Uhr morgens aus geringer Höhe im Ortsteil Sommerfeld über einer Weide ab. Laut Polizeiangaben wurden alle Passagiere  verletzt, drei von ihnen schwer.

Eine 53-jährige Frau aus Glienicke/Nordbahn musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Berliner Klinik geflogen werden. Auf dem Luftweg wurde auch der 44-jährige Ballonfahrer und Geschäftsführer der Firma Sun Ballooning, die ihre Basis in Kyritz hat, mit einer schweren Hüftverletzung ins Krankenhaus gebracht. Alle übrigen Verletzten im Alter zwischen 31 und 62 Jahren wurden mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht, sagte Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Im Korb befanden sich nach ihren Worten drei Frauen und sechs Männer aus Berlin und dem Landkreis Oberhavel.

Start zum Sonnenaufgang

Der Heißluftballon war am Morgen um 5 Uhr auf einer Weide in Schönfließ zu einer sogenannten Sonnenaufgangstour gestartet. Beim Landeanflug in Sommerfeld hatte es nach ersten Erkenntnissen offenbar Probleme gegeben. Ein Landeversuch auf der Weide, von der erst zwei Tage zuvor 100 Mutterkühe weggebracht wurden, misslang aus noch nicht bekannten Gründen. Klar ist bislang nur, dass der Heißluftballon dann mindestens noch einmal vom Boden abhob und etwa 500 Meter weiter, kurz vor einer Baumreihe, erneut zu Boden ging.

Während zunächst von einem Absturz aus zehn Metern die Rede war, geht die Polizei nach den Worten von Dörte Röhrs inzwischen von einem Aufprall aus geringer Höhe aus. Dabei waren Fahrgäste aus der Gondel geschleudert und verletzt worden.

Insassen liefern verschiedene Angaben

Was sich genau im Korb abspielte, darüber gibt es nach den Worten der Polizeisprecherin zwei verschiedene Angaben. Szenario eins besagt, dass der Fahrer bereits gleich zu Beginn aus dem Korb geschleudert wurde und den Passagieren noch Anweisungen gegeben haben soll, damit die heiße Luft aus der Hülle entweichen kann. Sie sollten dazu an einer Leine ziehen. Laut dem zweiten Szenario blieb er bis zum Schluss mit im Korb, der eine längere Strecke über die Wiese geschleift wurde. Dies ist bei Ballonfahrten bei Wind allerdings nichts Ungewöhnliches.

Dass bei dem Landemanöver Thermik eine Rolle gespielt haben soll, wie es in ersten Berichten hieß, hält Frank Fano für unwahrscheinlich. Er ist ebenfalls Geschäftsführer bei Sun Ballooning und wie sein Partner seit 15 Jahren Ballonfahrer. Nach seinen Worten könnte allenfalls eine abwärts gerichtete Windbö für die Bruchlandung verantwortlich sein. Allerdings könne er nur spekulieren: „Ich habe auch keine Erklärung. Die kann nur der Pilot selbst liefern“, sagte Fano. Seinen Kollegen beschrieb er als erfahrenen Ballonfahrer mit durchschnittlich 100 Starts und Landungen pro Jahr.

Geschäftsführer hält Windbö für wahrscheinlich

Aus diesem Grund halte er auch nur eine einzige Ursache für unwahrscheinlich: „Es ist meistens eine unglückliche Verkettung.“ Am Wetter oder an der Technik könne es aus seiner Sicht nicht gelegen haben. „Die Bedingungen waren ideal“, sagte Frank Fano. Und drei Brenner würden für maximale Sicherheit sorgen. Ihren technischen Zustand beschreibt er als „top“. Allgemein sei Ballonfahren im Sommer allerdings schwieriger, weil der Temperaturunterschied zwischen der Luft außen und innen geringer ist und der Ballon dadurch träger reagiert. „Ansonsten können sie den aber auf einem Bierdeckel landen“, sagte Fano.

Was genau zu dem Unglück führte, ermittle nun die Kripo Oberhavel. Neben der Staatsanwaltschaft Neuruppin sei die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen eingeschaltet worden, sagte Dörte Röhrs. Die Staatsanwaltschaft habe den Ballon und den Korb für weitere Untersuchungen beschlagnahmt. Die Bundesstelle werde die Ermittlungen unterstützen, beispielsweise in Form eines Gutachtens. Unterdessen sei ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet worden, ausdrücklich zunächst gegen unbekannt, so die Polizeisprecherin.

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Gegen Mittag war die Ballonhülle bereits im Transportsack verstaut. Die Firma Sun Ballooning hat derzeit zwei Ballone und zwei Fahrer im Einsatz, sagte Geschäftsführer Frank Fano.

Von Helge Treichel

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