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Kremmen hat wieder zweiten Rettungswagen

Notfallversorgung Kremmen hat wieder zweiten Rettungswagen

Die Rettungswache in Sommerfeld ist nun schon einige Zeit geschlossen. Noch bis Ende März läuft die Testphase für die Organisation des Rettungsdienstes in und um Kremmen. In einem Punkt musste aber sofort gegengesteuert werden: Viele Rettungswagen brauchten zu lange – nun ist wieder ein zweiter im Einsatz.

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Innerhalb von 15 Minuten muss der Rettungswagen am Notfallort eintreffen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Kremmen. Am 13. Juli soll im Kreistag von Oberhavel das neue Konzept für die Rettungsdienste zur Abstimmung gestellt werden. Das sagte der Sozialdezernent des Landkreises, Matthias Rink, am Montagabend im Sommerfelder Ortsbeirat. In dem Kremmener Ortsteil ist erörtert worden, wie die derzeitige Rettungsdienstlage im Kremmener Raum aussieht.

Seit dem vergangenen Frühjahr läuft dort eine Testphase. Die Wache in Sommerfeld steht seitdem leer. Dafür ist an der Feuerwache in Kremmen tagsüber ein Rettungswagen stationiert, nachts steht er in Staffelde.

Wie Matthias Rink sagte, ist diese Testphase bis zum 31. März verlängert worden. Der Sozialdezernent hatte in dem Zusammenhang aber noch zwei weitere, teils überraschende Neuigkeiten.

Sofortmaßnahme war erforderlich

Der Test, so Matthias Rink, habe gezeigt, dass die 15-minütige Hilfsfrist im Kremmener Bereich zu oft nicht eingehalten werden konnte. „Da mussten wir sofort etwas machen“, sagte er in Sommerfeld. Bereits seit dem 24. Januar ist deshalb in diesem Gebiet wieder ein zweiter Rettungswagen unterwegs – allerdings nur am Tage.

Ebenfalls neu: Die Wache in Sommerfeld sei für eine Sofortlösung nicht in Betracht gekommen, sie sei aus Hygienegründen gesperrt, verkündete Matthias Rink. Das entsprechende Gutachten sei bereits vom 25. Oktober 2015. „Dort wären Baumaßnahmen fällig gewesen.“ Besonders der Sanitärbereich müsse saniert werden. „Das höre ich zum ersten Mal“, sagte Sommerfelds Ortsvorsteher Jürgen Kurth.

Standort für Rettungswache unklar

Wie der Rettungsdienst nach der Testphase strukturiert werde, sei völlig offen, betonte Matthias Rink. Der Stellplatz in Kremmen sei nur ein Provisorium, um einen möglichen Standort in der Stadt zu testen. Ob Kremmen überhaupt ein möglicher Standort für eine Rettungswache sei und wo sie dann gebaut werden würde, sei unklar. Dabei gehe es auch nicht darum, bestimmte Ortsteile zu bevorzugen. Das Ziel sei, die 15-minütige Hilfsfrist einzuhalten – von welchem Standort in Kremmener Bereich das auch immer sei.

Dass es derzeit nicht problemlos laufe, zeigte sich an den Erzählungen der Gäste im Ortsbeirat. Ein Sommerfelder berichtete, dass während einer Chorprobe ein Rettungswagen gerufen werden musste. Er habe gut 20 Minuten gebraucht – und er kam aus Herzberg. „Zum Glück hat sich die Frau erholt, aber was wäre gewesen, wenn sie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten hätte?“, fragte der Sommerfelder.

Quote 2015 nicht eingehalten

Der Rettungsdienstbereich Kremmen umfasst die Stadt Kremmen selbst, dessen Ortsteile sowie den Fehrbelliner Ortsteil Wall und Neuhof im Löwenberger Land.

96 Einsätze gab es laut Statistik im Dezember 2015 im Bereich Kremmen. Ein Rettungswagen steht tagsüber an der Feuerwache in Kremmen. Ein zweiter 24 Stunden in der Rettungswache in Staffelde.

Bei 95 Prozent aller Einsätze muss der Rettungswagen innerhalb von 15 Minuten am Notfallort sein. 2015 lag die Quote in Oberhavel nur bei 91,23 Prozent.

Insbesondere, wenn es um die Ortsteile Beetz und Hohenbruch sowie um Neuhof und Wall gehe, seien die Probleme groß, die Zeiten einzuhalten. Den Vorschlag, in den Statistiken nicht nur den Kremmener Bereich an sich, sondern die einzelnen Orte zu betrachten, nahm Matthias Rink auf. Wie er betonte, gehe es nicht um wirtschaftliche Aspekte, sondern um die Zeiteinhaltung.

Vor dem Kreistag im Juli will Rink das neue Konzept in Sommerfeld vorstellen, versprach er.

Von Robert Tiesler

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