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Kremmen Im Gedenken an den Todesmarsch von 1945
Lokales Oberhavel Kremmen Im Gedenken an den Todesmarsch von 1945
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02:26 28.04.2018
Milena Mestecka (4.v.r.) legte mit ihren Mitstreitern Blumen am Gedenkstein ab. Reiner Tietz (3.v.r.) begrüßte die Gruppe. Quelle: Ulrike Gawande
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Sommerfeld

Mittwochmorgen um acht Uhr lief Milena Mestecka mit ihren Mitstreitern in Sachsenhausen los. 193 Kilometer bis nach Crivitz liegen vor den vier Tschechen, die mit ihrem Gedenkmarsch an den Todesmarsch der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen erinnern wollen.

Am Gedenkstein legte auch Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse Blumen nieder. Quelle: Ulrike Gawande

Am 21. April 1945 waren mehr als 30.000 Häftlinge in Richtung Nordwesten losmarschiert. Darunter auch viele Tschechen. An den Durchzug der Häftlinge kann sich auch noch Siegfried Buhlan aus Kremmen erinnern, der damals 14 Jahre alt war. Rechts und links seien die Gefangenen damals von der SS bewacht worden. Täglich starben hunderte Menschen auf der Strecke bis nach Crivitz, wo der Zug befreit wurde.

Gedenkmarsch für den Todesmarsch 1945. Stop in Sommerfeld Quelle: Ulrike Gawande

In dem man den Weg von damals nachgehe, könne man andeutungsweise versuchen zu verstehen, was damals passiert sei, erklärt Annemarie Müller aus Dresden, die jedoch nur die erste knapp 30 Kilometer lange Etappe des siebentägigen Gedenkmarsches bis nach Rüthnick mitläuft. „Es soll nachempfunden werden, wie es den Menschen damals ging.“Geschlafen wird im Freien, dort wo es im Wald günstig ist.

Mit Verspätung kamen die Teilnehmer des Gedenkmarsches in Sommerfeld an. Quelle: Ulrike Gawande

In Sommerfeld an der Kirche, wo auch der Gedenkstein an den Todesmarsch erinnert, wurden die Wanderer von rund 20 Sommerfeldern rund um den stellvertretenden Ortsvorsteher Reiner Tietz (Linke) erwartet. Auch Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) wartete mit auf die Gedenkmarschteilnehmer, die sich wegen Regen und Sturm, aber auch wegen des starken Verkehrs an der Hauptstraße verspätet hatten. Für jeden hatte Busse ein Glas mit Sand aus dem Kremmener Forst dabei. „Es ist ergreifend und eine große Sache, dass sie die Strecke nachgehen.“

Für die Wanderer gab es Kaffee und Kuchen und ein Glas mit Sand aus Kremmen. Quelle: Ulrike Gawande

Man müsse die Erinnerung an den Todesmarsch wachhalten, betonte Tietz. „Es ist ein wichtiges Anliegen.“ Besonders da nur noch wenige Zeitzeugen leben, die der jungen Generation etwas von den damaligen Ereignissen erzählen können. Wie beispielsweise davon, dass damals zwei Gefangene dem Zug entkommen konnten und von Sommerfeldern in einem Hühnerstall versteckt wurden. Sie überlebten.

Von Ulrike Gawande

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