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Kremmen Anschlag auf Asylheim: Brandstifter verurteilt
Lokales Oberhavel Kremmen Anschlag auf Asylheim: Brandstifter verurteilt
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01:15 08.07.2018
Die Asylbewerberunterkunft in Kremmen. Quelle: Sebastian Morgner
Kremmen

Im Prozess am Neuruppiner Landgericht um den Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Kremmen ist am Donnerstag ein Urteil gesprochen worden. Robert U. (29) aus Kremmen-Orion muss für vier Jahre und sechs Monate hinter Gitter, Nico B. (35), aus dem selben Ort, erhielt eine Strafe von zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung. Sie sind schuldig der gemeinschaftlichen versuchten Brandstiftung, Robert U. zusätzlich des Verstoßes gegen das Waffengesetz – weil er zwei Molotowcocktails gebaut, mitgeführt und geworfen hat.

Das Motiv: massive Ausländerfeindlichkeit, so Richter Udo Lechtermann in seiner Urteilsbegründung. Den beiden Verurteilten sei zu attestieren, dass sie eine „relativ gefestigte nationale Gesinnung“ haben. Auf dem Handy von B. sind entsprechende Dateien, mitunter Gewalt verherrlichend, gefunden worden. Bei U. in der Wohnung gab es eine Vitrine mit derartigem Gedankengut. B. sei allerdings in Internetforen aktiver gewesen als U., der jedoch die Tat in Kremmen ausgeführt hat.

Nico B. begleitete seinen Kumpel Robert U. den etwa zwei Kilometer langen Weg zum Asylbewerberheim. Zuvor baute U. im Keller seiner Wohnung die beiden Molotowcocktails, die jeweils zu einem Viertel mit Benzin gefüllt waren. Auf dem Weg zum Heimgelände wollte Nico B. seinem Freund das Vorhaben ausreden. „Aber das nicht, weil ihm plötzlich die Ausländer leid getan haben, sondern aus Angst vor Entdeckung“, sagte Udo Lechtermann.

Dass Nico B. dennoch ein Mittäter, im wahrsten Sinne des Wortes ein Mitläufer sei, erkenne man daran, dass er Robert U. für dessen Tat Handschuhe zur Verfügung gestellt habe, damit U. keine Spuren hinterlassen könne.

Auch wenn der Schaden in Kremmen in der Nacht zum Ostersonnabend 2017 am Ende nicht so groß war. „Die Angeklagten wollten gezielt Molotowcocktails gegen das Haus werfen“, so ist der Richter überzeugt. Es sei darum gegangen, Angst und Schrecken zu verbreiten. „Da sollte die große Show gemacht werden.“ Es habe die theoretische Möglichkeit bestanden, dass das Haus, in dem sich Menschen aufhielten, in Brand hätte geraten können.

Robert U. hatte am ersten Prozesstag im März ein Geständnis abgelegt, Nico B. hatte es bestätigt. Der Staatsanwalt hatte für Robert U. wegen versuchten Mordes und versuchter besonders schwerer Brandstiftung neun Jahre und drei Monate, für Nico B. wegen versuchter besonders schwerer Brandstiftung vier Jahre und drei Monate beantragt.

Der Verteidiger von Robert U. hatte zuvor drei Jahre und sechs Monate und die Aufhebung des Haftbefehls beantragt. Der Verteidiger von Nico B. wollte für seinen Mandanten einen Freispruch.

Die Bewährungsstrafe von Nico B. ist auf drei Jahre angesetzt. Als Auflage muss er innerhalb von sechs Monate 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Falls er, der momentan keinen Job hat, wieder Arbeit findet, kann er diese Strafe auch als Geldabgabe leisten. Robert U. bleibt in Wulkow in Haft.

Von Robert Tiesler

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