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Kremmen Detlef Reckin: Zur Kommunalwahl ist Schluss
Lokales Oberhavel Kremmen Detlef Reckin: Zur Kommunalwahl ist Schluss
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18:08 11.03.2019
Am 23. Mai leitet Detlef Reckin seine letzte Sitzung als Stadtverordnetenvorsteher in Kremmen. Quelle: Robert Tiesler
Kremmen

Stichtag: 23. Mai. An diesem Abend leitet Detlef Reckin (SPD) in Kremmen seine letzte Stadtverordnetenversammlung (SVV). Er tritt zur Kommunalwahl drei Tage später nicht mehr an. Er macht Schluss mit der Politik. Seit ungefähr einem halben Jahr stehe sein Beschluss fest, erzählte er gestern. „Ich finde, es ist Zeit, dass die jungen Menschen jetzt die Verantwortung übernehmen“, sagt er. „Und wenn man das will, wird es eben auch Zeit, dass sich ein paar Ältere zurückziehen.“ Man könne auch helfen, ohne weiter in der ersten Reihe zu stehen, so der 64-Jährige weiter.

Schon im Nachwendejahr 1990 wurde er Mitglied des Kremmener Stadtparlamentes. Er gehörte zu den Gründungsleuten des SPD-Ortsvereins in der Stadt. 1994 zog er sich erst mal zurück und kam 2008 in die Stadtpolitik zurück. Seitdem ist er auch der Vorsitzende der Runde im Rathaus.

Jahresempfang 2017 in Kremmen. Detlef Reckin verabschiedet den damaligen Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse. Quelle: Robert Tiesler

„Es gibt zwischendurch immer mal Querelen in der SVV, da ist es wichtig, die einzelnen Gruppen zusammenzuhalten und die Querelen möglichst im Vorfeld zu lösen“, sagt er über seinen Stil als Vorsitzender. „Eigentlich wollen ja alle dasselbe, aber jeder beansprucht die Ideen für sich.“ Ihm selbst gehe es dabei weniger um Parteien, sondern um die Menschen. „Es gibt fantastische Menschen wie Rainer Tietz, der sich einsetzt. Da kann ich doch nicht sagen, das ist ein Linker, das geht nicht.“

Detlef Reckin nach der Kommunalwahl 2014. Quelle: Robert Tiesler

Als Vorsitzender des Parlamentes moderiert er, und er wolle dabei neutral bleiben. Manchmal müsse er sich da ein wenig beherrschen. „Es gab Momente, da hätte ich gerne losgeledert“, sagt er und lächelt.

Entscheidungen würden selten in der SVV getroffen, so Detlef Reckin. „Das passiert eher in den Ausschüssen oder in den Ortsbeiräten. Die sind alle öffentlich, und jeder, der sich einbringen möchte, hat dort die Möglichkeit, sich einzumischen. Da kann man die Bürger wirklich einbinden. Aber das passiert für mich noch viel zu wenig.“ Zur SVV zu kommen und dann rumzumeckern, da sei es eigentlich oft schon zu spät, sagt der Kremmener. Er ermuntert die Bürger immer wieder, sich an die Ausschüsse zu wenden oder an die Abgeordneten, die sie bei der Kommunalwahl gewählt haben.

Seit dem 1. Mai 2018 ist Detlef Reckin offiziell Rentner. Einen kleinen Job hat er noch auf dem Spargelhof und repräsentiert Kremmen auf Messen. Auch mit der Erntekönigin ist er auf diversen Veranstaltungen unterwegs – aber auch diese Arbeit endet in diesem Jahr. Dann will er ein neues Kapitel in seinem Leben aufschlagen.

Mit seiner Frau Heiderose will er dann mit dem Wohnmobil auf Reisen gehen. „Wir sind schon dabei, Touren zu planen.“ Schweden, Dänemark, Norwegen, die französische Küste und Südspanien – aber auch Kurztrips durch Deutschland. Auch für die Enkel bleibt dann mehr Zeit. „Wenn andere erzählen, dass sie in ein Loch gefallen sind, dann kann ich das nicht bestätigen“, sagt der künftige Ruheständler. „Alles private ist bei uns bisher immer zu kurz gekommen, das ändert sich dann.“

Weitere Kremmener Stadtverordnete werden am 26. Mai nicht noch einmal zur Kommunalwahl antreten. Fritz Falkenberg(parteilos, Linke-Liste) beendet im Frühjahr seine Arbeit als Stadtverordneter und im Flatower Ortsbeirat. Der 65-Jährige sagt, er würde weitermachen, „wenn ich nicht so doll behindert wäre. Nun sollen auch mal die jungen Leute ran“, sagte er am Montag. Etwa 45 Jahre war er in der Kommunalpolitik.

Fritz Falkenberg (l.) und Flatows Ortsvorsteher Gert Dietrich. Ersterer hört auf, letzterer stellt sich wieder der Wahl. Quelle: Robert Tiesle

Gerhard Mittelstädt (parteilos, SPD-Liste) hört im Mai ebenfalls auf. „Ich habe meine Arbeit getan, und ich denke, es ist jetzt Platz für neue Gesichter“, so der Groß-Ziethener. Rainer Tietz (Linke) will dagegen wieder antreten. Es reize ihn, bestimmte Dinge weiter zu verfolgen, so der 80-Jährige aus Sommerfeld. Peter Winkler(SPD) tritt wieder an, auch wenn er sich keine ernsthafte Chance für das Stadtparlament einräume, so der Beetzer Ortsvorsteher.

Zur Wahl stehen auch wieder die Ortschefs aus Flatow, Gert Dietrich, Jürgen Kurth aus Sommerfeld und Arthur Förster aus Hohenbruch (alle UWG/LGU). Helmut Glanzer (CDU) tritt nur im Staffelder Ortsbeirat an.

Von Robert Tiesler

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