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Kremmen Brandopfer Marc Kilian: 840 Euro für den Neustart
Lokales Oberhavel Kremmen Brandopfer Marc Kilian: 840 Euro für den Neustart
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16:28 07.12.2018
Sportreporter Knut Hagedorn (r.) überreichte Marc Kilian die Spenden. Quelle: Bert Wittke
Oranienburg/Kremmen

Marc ist eher ein Mensch, der selten seine Gefühle zeigt. Aber als er von der Aktion mit dem Spendenspieltag gehört hat, war er sehr berührt. Das hat ihn wahnsinnig gefreut und glücklich gemacht“, beschreibt Melanie, die Freundin von Marc Kilian, die Gefühlslage ihres vom Schicksal hart getroffenen Freundes. Am 28. Oktober war in Kremmen der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses abgebrannt. Die Wohnung des 33-jährigen Kremmeners wurde komplett zerstört. Beim Brand wurden nicht nur nahezu alle materiellen Besitztümer vernichtet. Tragischerweise kamen auch noch Kilians fünf Katzen bei dem Feuer ums Leben. „Schrecklich“ sagte Marc Kilian.

Sportfamilie Oberhavel hält zusammen und spendet

Im Rahmen der MAZ-Weihnachtsaktion „Sterntaler“ veranstaltete daraufhin die Märkische Allgemeine am 1. Dezember einen Spendenspieltag auf Kreisebene für den Fußballer des FC Kremmen. Und wieder einmal war die Hilfsbereitschaft der Vereine beeindruckend. 840 Euro wurden am Freitag (7. Dezember) dem Unglücksraben Kilian überreicht – resultierend aus Spendenaktionen auf diversen Fußballplätzen Oberhavels. „In den Farben getrennt – in der Sache vereint“, unter diesem vom Bötzower Trainer Marco Meißner ausgerufenen Slogan, hatten sich Anfang Dezember mehrere Fußballmannschaften am Spendenspieltag beteiligt. So kamen sogar dreistellige Summen aus Bötzow, Bergfelde, Leegebruch und Oberkrämer zusammen. Auch in Flatow, Kremmen und Hennigsdorf wurde für den Kremmener gespendet.

Beeindruckt von der Hilfsbereitschaft

Auch Kilians Freundin Melanie, mit der Marc eine einjährige Tochter hat, zeigt sich beeindruckt von der Hilfsbereitschaft in der Fußballszene: „Ich fand die Idee und die Umsetzung toll. Für Marc war es eine super Geste, ihm bei Neubeginn zu helfen“, so die 27-jährige Oranienburgerin. Momentan wohnt Kilian bei seiner Freundin in Oranienburg. An den Tag des Unglücks kann sich Kilian noch genau erinnern: „Ich wurde zunächst von einem Freund informiert, dass unser Haus brennt. Ich konnte es zunächst überhaupt nicht glauben und war wie paralysiert. Als wir dann ankamen in Kremmen, gab es keine Chance mehr für mich ins Haus zu kommen, das war extrem hart für mich. Gerade der Verlust meiner Katzen hat mich sehr getroffen“, so Kilian. Neben zwei eigenen Katzen hatte Kilian auch noch drei Katzen aus einem Tierheim zur Pflege, alle kamen in den Flammen ums Leben.

Neue Fußballsachen und ein Fahrrad für den Weg zur Arbeit

„Zumindest konnten wir sie noch beerdigen, das war mir sehr wichtig“, so Kilian immer noch tief bewegt. Mit Shiva ist bereits eine neue Katze vorhanden, eine zweite möchte sich der Kremmener demnächst aus dem Tierheim holen und würde dafür ein Teil des Geldes verwenden. Zudem ist der Kauf eines Fahrrades geplant – für den Weg zur Arbeit und durch Oranienburg. Neue Fußballsachen für sein Hobby möchte Marc gerne kaufen. Die Hallensaison steht vor der Tür.

Schicksalsschlag schweißt die junge Familie zusammen

Beeindruckt zeigte sich die kleine Familie nach wie vor von der Hilfsbereitschaft aus allen Richtungen. „Das war großartig, was Freunde, Bekannte und Familienmitglieder für mich getan haben. Wir haben sogar Pakete mit Sachen zum Anziehen aus Westdeutschland von mir nicht bekannten Personen bekommen. Gerade an Möbelstücken konnten wir gar nicht alles annehmen, da wir in der jetzigen Wohnung kaum Platz dafür haben“, so Marc Kilian dankbar. Der Schicksalsschlag hat die junge Familie zusammengeschweißt. „Wir kennen uns seit vier Jahren, hatten aber auch schwierige Zeiten und waren zwischenzeitlich auch mal getrennt. Doch dieses Unglück hat uns sehr eng zueinander geführt“, so Freundin Melanie bewegt.

Fußballer sehen Zusammenhalt als selbstverständlich

In der Fußballszene Oberhavels sieht man die Hilfsbereitschaft selbstverständlich an: „Kremmen ist ein Nachbarort von uns, natürlich helfen wir. Jeden von uns kann so ein Schicksalsschlag treffen und da ist der Fußball eine große Familie. Jeder wäre dankbar über schnelle Hilfe“, erklärt Dirk Ostendorf, Präsident des SV Oberkrämer.

Von Knut Hagedorn und Sebastian Morgner

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